Hochwertiger Wohnraum: Ein Karree, wie es der Masterplan vorsieht

Von: Burkhard Giesen
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Ein Mammutprojekt: Auf dem Heyder-Karree in zentraler Innenstadtlage von Düren entsteht in mehreren Abschnitten für 30 Millionen Euro hochwertiger Wohnraum. Der erste Gebäudekomplex mit 33 Wohnungen ist jetzt fertiggestellt worden. Foto: Burkhard Giesen
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Ein Mammutprojekt: Auf dem Heyder-Karree in zentraler Innenstadtlage von Düren entsteht in mehreren Abschnitten für 30 Millionen Euro hochwertiger Wohnraum. Der erste Gebäudekomplex mit 33 Wohnungen ist jetzt fertiggestellt worden. Foto: Burkhard Giesen
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Ein Mammutprojekt: Auf dem Heyder-Karree in zentraler Inenstadtlage von Düren entsteht in mehreren Abschnitten für 30 Millionen Euro hochwertiger Wohnraum. Der erste Gebäudekomplex mit 33 Wohnungen ist jetzt fertiggestellt worden. Foto: Burkhard Giesen
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Oliver Nolden (l.) und Bernd Meyer entwickeln das Heyder-Karree in Düren. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Wenn in Düren über den städtischen Masterplan diskutiert wird, dann reden Politik und Verwaltung gerne über ihr Lieblingsthema: die Schaffung hochwertigen Wohnraums in zentraler Lage und die Anreize, die man dafür schaffen könne. „Menschen, die in der Eifel gewohnt haben, kommen zurück nach Düren.

Die wollen auch hier einkaufen. Ich bin davon überzeugt, dass das unsere Stadt enorm aufwerten wird. Stadtplanung ist aber ein Marathonlauf und braucht Zeit“, hat beispielsweise Baudezernent Paul Zündorf jüngst noch in einem Interview mit unserer Zeitung mit Blick auf die Entwicklung des Handels erklärt. Eine Einschätzung, die Bernd Meyer und Oliver Nolden teilen können. Sie entwickeln seit 2015 mit ihrem Kreuzauer Unternehmen „Meno Wohnungsbau“ das Areal der ehemaligen Firma Heyder zwischen der Hohenzollern-straße und der Ursulinenstraße und schaffen genau das, was sich Politik und Verwaltung so sehnlichst wünschen: hochwertigen Wohnraum.

Zwischen 25 und 30 Millionen Euro wird die Kreuzauer Firma in die Hand nehmen, um insgesamt 90 bis 100 dieser Wohnungen in mehreren Abschnitten zu realisieren. Der erste Bauabschnitt mit 33 Wohnungen an der Ursulinenstraße ist seit Anfang des Monats fertiggestellt, die ersten Mieter sind eingezogen.

Barrierefreiheit

Die Käufer der 33 Eigentumswohnungen sind genau die Klientel, die Zündorf im Hinterkopf hat. „Es sind viele ältere Menschen, die zurück nach Düren wollen, die Wert auf Barrierefreiheit legen“, erklärt Bernd Meyer. Aufzüge im Haus, ebenerdige Duschen, breite Türen – das ist mehr als der Standard. Oliver Nolden: „Die Käufer wollen noch einmal umziehen, sich eingewöhnen, aber die Sicherheit haben, nicht noch einmal umziehen zu müssen.“

Meyer und Nolden haben bei Planung deshalb auch die Nachfrage berücksichtigt und schnell erkannt, dass großzügige Vier-Zimmer-Wohnungen weniger gefragt waren. Bernd Meyer: „Da liegt man natürlich auch schon bei einem Preis, wo man sich ein Einfamilienhaus kaufen kann.“ Mit ein Grund, warum junge Familien nicht als Käufer, sondern eher als Mieter von Kapitalanlegern auftreten. Natürlich agiert das Kreuzauer Unternehmen wie alle anderen Anbieter am Markt: „Lage, Lage, Lage zählt auch für uns“, erklärt Oliver Nolden. Aber: „Wir sind ein Familienunternehmen, und das wollen wir auch bleiben.“ Dementsprechend wird das Karree Abschnitt für Abschnitt entwickelt und eben nicht als 30-Millionen-Projekt in einem Rutsch. Nolden: „Das würde unsere Kapazitäten sprengen. Die abschnittsweise Entwicklung dieses Geländes bietet zudem den Kunden mehr Sicherheit.“

18 bis 20 neue Wohnungen sollen deshalb im nächsten Schritt entstehen, ebenfalls an der Ursulinenstraße, direkt neben dem ersten Gebäude. Vermutlich im Frühjahr soll der Bau starten, bis Mitte oder Ende 2019 fertiggestellt sein. Dann kommt das vielleicht ehrgeizigste Projekt: Die Kreuzauer Firma hat sich frühzeitig entschieden, die alte Fabrikhalle an der Dechant-Vaßen-Straße weitestgehend zu erhalten und umzubauen. „Die alte Maschinenhalle in der Mitte des Karrees wird im Erdgeschoss als Garage genutzt, die Fläche darüber begrünt“, erläutert Bernd Meyer. Ein kleineres Solitärgebäude soll entstehen, die alte Fabrikhalle an der Straßenfront umgebaut werden, so dass hier weitere 20 Wohnungen Platz finden.

Ganz zum Schluss ist dann als letzter Abschnitt noch der Lückenschluss an der Hohenzollernstraße mit einem weiteren Gebäude vorgesehen. Dass die alte Fabrikhalle erhalten bleibt, obwohl es keinen Denkmalschutz gibt, mag verwundern. Für Bernd Meyer gibt es dafür eine simple Erklärung: „Die Bausubstanz ist gut und bei einem Firmengebäude natürlich viel besser, als es im reinen Wohnungsbau gewesen wäre. Uns hat es aber auch gereizt, an dieser Stelle Alt und Neu kombinieren zu können. Natürlich gibt es da Brüche in der Bebauung, aber das sehen wir eher als Chance.“

Spannend ist noch eine ganz andere Entwicklung, die so vielleicht nicht vorhersehbar war. Oliver Nolden: „Das Heyder-Gelände ist eines der größten innerstädtischen Karrees. Wir spüren schon jetzt, dass auch die anderen Eigentümer ein stärkeres Interesse haben, das Innere dieses Karrees weiter zu entwickeln und zu begrünen.“ Ein positiver Nebeneffekt, ganz so, wie auch die Stadt das im Masterplan als Ideal formuliert.

Aber auch für städtische Ideale muss man mit städtischer Bürokratie kämpfen. Was im Bismarckquartier reibungsloser läuft, hat zumindest zu Beginn der Planung im Heyder-Karree etwas länger gedauert: „Acht Monate mussten wir auf die Baugenehmigung warten. Das hat uns schon sehr verwundert“, sagt Oliver Nolten – verbunden mit der Hoffnung, dass die Planungen für die kommenden Bauabschnitte zügiger realisiert werden können.

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