Düren - Hoch Angelika hinterlässt Spuren

Hoch Angelika hinterlässt Spuren

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Bizarre Formen: Der Winter hinterlässt überall seine Spuren. Wie hier an der Rur, wo sich an den Bäumen Eiszapfen gebildet haben. Foto: Röber

Düren. Kalt, kälter, Vettweiß-Sievernich. Die Tallage bescherte dem kleinen Ort am Dienstag einen ganz besonderen Rekord: Er war gemeinsam mit der Voreifel-Gemeinde Mülheim-Wichterich der kälteste in ganz Nordrhein-Westfalen. -20,2 Grad wurden gemessen.

Temperaturen wie in den beiden vergangenen Nächten gab es ohnehin seit zwölf Jahren nicht mehr. DZ-Wetterexperte Karl Josef Linden erinnert sich: „Am 1. Januar 1997 haben wir -23 Grad Celsius gemessen.” Bis zum Wochenende bleibt Hoch Angelika samt Dauerfrost den Dürenern erhalten.

Vor 77 Jahren

Sehr zur Freude von Clara Rank und Heinz Hannes, die beiden sind nämlich begeisterte Schlittschuhfahrer und nutzten den sonnigen Tag zu einem kleinen Ausflug auf den Weiher am Schloss Burgau. „Ich finde das toll”, verriet die Zehnjährige mit einem Lächeln. Kein Wunder, fuhr sie doch das erste Mal auf diesem Weiher.

Ganz Zugefroren hat sie ihn bislang noch nicht betreten können. Ganz im Gegensatz zu Heinz Hannes. Der überlegte bei der Frage, wann er das erste Mal auf dem Weiher gefahren sei, kurz und antwortete: „Das ist jetzt 77 Jahre her.” Heinz Hannes ist 83 Jahre alt und drehte mit Clara Rank gerne ein paar Runden.

Zum Verhängnis wurde die Glätte einem 21-Jährigen aus Merzenich. In Arnoldsweiler verlor er am Montagnachmittag die Kontrolle über seinen Wagen und prallte gegen eine Straßenlaterne.

Der Autofahrer verletzte sich leicht, es entstand ein Sachschaden von über 4000 Euro. Aus diesem Grund appelliert die Polizei auch weiterhin an die Vernunft der Autofahrer und eine dem Wetter angepasste Fahrweise.

Unfälle, Autos, die im Schnee stecken bleiben - all diese Probleme rufen die „Gelben Engel” auf den Plan. „Wir verzeichnen einen Anstieg der Einsätze um zehn Prozent. Allerdings sind wir nicht so schlecht dran wie etwa Westfalen. Dort gibt es wesentlich mehr Probleme”, sagte Astrid Winters der DZ.

Einen besonders schweren Stand haben in diesen Tagen vor allem die Obdachlosen. Das weiß auch das Ordnungsamt und „die Kollegen im Außendienst haben daher ein besonderes Auge darauf”, wie Achim Schmitz betont. Mehr Anfragen hat er bislang nicht zu verzeichnen. Das bestätigt Jörg Schossig von der Notübernachtung In Via, die täglich Kontakt zum Ordnungsamt hat.

Glimpflich kam ein 50-jähriger Obdachloser in Nideggen davon - aber nicht etwa, weil er fast erfroren wäre. Im Gegenteil, er wäre beinah verbrannt. In der eiskalten Nacht hatte er sich einen Schlafplatz in einem Waldstück in der Nähe des Stadtteils Brück gesucht und sich ein kleines Feuer entzündet.

Er schlief ein, dann geriet die Hütte in Brand. Polizei und Feuerwehr waren rechtzeitig vor Ort, löschten den Brand und retteten den Mann, bei dem Kopf- und Barthaare stark verbrannt waren. Er wurde zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

Und wie geht es weiter in den nächsten Tagen? Karl Josef Linden: „Donnerstag und Freitag bleiben eisig bei Dauerfrost. Erst am Samstag und Sonntag könnte das Thermometer wieder Plustemperaturen erreichen. Schnee fällt kaum noch.”
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