Niederau - Hobbykapitäne mit viel Liebe zum Detail

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Hobbykapitäne mit viel Liebe zum Detail

Von: kw
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2406: „Umso schneller, desto
„Umso schneller, desto besser”: Am liebsten steuert der kleine Leon Ebenz die Modellboote zusammen mit Rainhold Drösler über das Wasser. Foto: Kristina Wollseifen

Niederau. Dutzende Schiffe warteten beim Schaufahren des „Modellsportclubs Düren Stadt und Land” auf ihren Einsatz. Auf dem Weiher rund um Schloss Burgau kreuzten Flussschiffe den Weg von Arbeits- und Marineschiffen, ein U-Boot tauchte neben Sportbooten und einem Löschschiff auf.

„Alles was in der Realität schippert, bauen wir nach”, erklärte Roland Travnicek, der Schriftführer des Vereins ist. Der Verein beschäftigt sich mit dem Bau von ferngesteuerten Schiffen und ist normalerweise am Badesee in Echtz zu Hause. Aber für die Präsentation der Boote machen die Mitglieder jährlich einen Ausflug ans Schloss Burgau. „Es ist immer schöner, wenn Leute zugucken”, erklärte Travnicek. Zu diesem Anlass reisen auch immer befreundete Vereine beispielweise aus Mönchengladbach an.

Den Bau der maßstabsgetreuen und detailverliebten Boote ist für viele Modellbauer nicht nur einfach ein Hobby, sondern auch ein Ausgleich zum Beruf. Neben dem handwerklichen Einsatz - drehen, bohren, sägen und feilen - fasziniert sie vor allem die komplexe Technik, die auf kleinem Raum untergebracht werden muss. „Es ist nicht immer einfach, so zu bauen, dass es funktioniert”, sagte Travnicek. „Man muss Probleme lösen und überlegen, wie man verschiedene Funktionen einbauen kann.”

Auch wenn längst viele Bauteile fertig gekauft werden können und es diverse Baukästen gibt, ist der größte Teil der Modellboote noch selbstgebaut. Dabei sollen sie so realitätsnah wie möglich sein. Auf funktionierende Wasserkanonen auf einem Löschschiff wird daher genauso wenig verzichtet wie auf die Miniaturmenschen auf dem Ausflugsschiff.

So trifft sich der Modellsportclub aus Düren mindestens einmal im Monat, um sich gegenseitig zu beraten, Tipps zu geben und auszuhelfen. Dabei herrscht unter den knapp 25 Mitgliedern immer eine lockere und ungezwungene Atmosphäre. Niemand ist gezwungen, kontinuierlich Modell zu bauen, um Mitglied sein zu können - denn gerade dieses Hobby erfordert Zeit, Geld und vor allem viel Geduld. Je nachdem kann der Bau einige Jahre dauern und mehrere tausend Euro verschlingen.

Trotzdem erfreut sich der Dürener Verein langsam steigender Mitgliedszahlen und hat keine Angst, ein aussterbendes Hobby zu betreiben. „Es ist aber schwer, Jugendliche für den Modellbau zu begeistern”, betont Rainhold Drösler. „Modellbau liefert keine schnellen Erfolge, sondern eher Misserfolge im Verlauf einer oft langen Bauphase.”

Er selbst wurde vom kleinen Leon Ebenz begleitet, der am liebsten die Boote über das Wasser lenkt. Bei Otto Zimmermann und seinem 16-jährigen Sohn Kai läuft es andersherum. Zusammen haben sie ein Hausboot gebaut, dass Kai nun in Burgau zu Wasser ließ. „Ich baue und fahre Boote. Aber das Fahren gefällt mir besser als das Bauen.”

Zum Teil baut Kai auch schon allein an seinen Booten. Sein Vater glaubt aber trotzdem, dass der Modellbau früher interessanter war für Jugendliche. „Man kriegt zwar vernünftige Qualität zu fairen Preisen. Aber wenn man etwas schneller fertig haben will, braucht man viele Einzelkomponenten”, erklärte er.
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