Hitzewelle-Tipps: Raus aus der Sonne, trinken und kühlen

Von: Guido Jansen
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Vorbildliches Verhalten am Dürener Badesee: Erst den Sonnenschutz auftragen, dann ins kühlende Wasser springen. Foto: Guido Jansen
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Der gesunde Menschenverstand hilft am besten bei großer Hitze, sagt Dr. Sascha Zschernitz. Foto: Guido Jansen

Düren. Annelie sorgt für Hitze. Bis Samstag beschert uns das Hochdruckgebiet Temperaturen von bis zu 39 Grad. So lautet die Vorhersage auf der Internetseite www.huertgenwaldwetter.de. Das beste Mittel, um die bisher mit Abstand heißeste Woche des Jahres gut zu überstehen: gesunder Menschenverstand.

Das sagt Dr. Sascha Zschernitz, Kardiologe am St. Marien Hospital Birkesdorf.

„Der wichtigste Ratschlag ist, dass jeder darauf achtet, dass er bei diesen Temperaturen genug trinkt“, sagt Zschernitz. „Aber das ergibt sich oft von selbst, weil der Durst auch größer ist.“ Trotzdem gibt es auch beim Trinken einige Ratschläge, die beachtet werden sollten. „Wichtig ist, dass das Wasser gut temperiert und nicht zu kalt ist“, rät der Mediziner. Kalte Getränke wirken zwar zunächst erfrischend, haben aber einen unerwünschten Nebeneffekt. Stark gekühlte Getränke sorgen dafür, dass der Körper zu arbeiten beginnt, um gegenzusteuern. Die Konsequenz sei verstärktes Schwitzen und als Folge daraus ein zu hoher Flüssigkeitsverlust.

Rückfrage beim Hausarzt

1,5 bis 2 Liter solle man pro Tag trinken, wenn die Temperaturen auf das aktuelle Niveau steigen. Ein Sonderfall seien Menschen mit Herzproblemen, für die zu viel Trinken durchaus zum Problem werden kann. „Da empfiehlt sich dann die Rücksprache mit dem Hausarzt“, sagt Zschernitz. Ansonsten gebe es nur die Gefahr, dass man zu wenig trinken kann, aber keinesfalls zu viel. Wasser, Saftschorlen und Teesorten wie Minze seien besonders gut geeignet, um die Spurenelemente zu ersetzen, die der Körper ausschwitzt.

In Sachen Essen sollte auf leicht verdauliche Kost geachtet werden, damit der Körper bei der Verdauung nicht unnötig viel arbeiten muss. „Aber das passiert meist intuitiv. Wenn es sehr heiß ist, dann hat man eher Lust auf einen leichten Salat statt auf ein schweres Schnitzel.“

Ansonsten sei vor allem bei angeschlagenem Gesundheitszustand wichtig, die Hitzezeiten zu vermeiden. „Es ist dann sicher nicht sinnvoll, sich mittags draußen einer körperlichen Belastung auszusetzen. In diesen Stunden bleibt man besser drinnen.“ Wer sich draußen aufhält, sollte neben dem regelmäßigen Trinken auch darauf achten, dass der Kopf bedeckt bleibt, um das Risiko eines Hitzeschlags zu minimieren.

Überhitzt der Kopf, dann wird die Flüssigkeit aus den Zellen gezogen. Die Folgen können Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sein. „Wenn man nicht reagiert, kann ein Hitzeschlag sogar lebensbedrohlich werden“, sagt Zschernitz. Also, raus aus der Sonne, trinken und kühlen. Zum Kühlen bietet sich beispielsweise ein Fußbad an.Auch die Innenseiten der Handgelenke sind geeignet, weil hier viele Adern verlaufen und das Blut gut abkühlt. „Aber auch hier sollte das Wasser nicht eiskalt sein. Die normale kalte Temperatur aus dem Wasserhahn ist gut geeignet“, erklärt Zschernitz.

Ein Besuch am See oder im Freibad ist aus Sicht des Arztes ein guter Zeitvertreib, wenn die Sonne besonders intensiv scheint, weil das Wasser eine abkühlende Wirkung hat. „Wichtig ist dann natürlich, dass man Sonnenschutzmittel auf die Haut aufträgt. Und das nicht nur einmal zu Beginn des Tages im Freibad“, sagt Zschernitz. Vor allem bei Kleinkindern könne die Vorsicht hier nicht hoch genug sein. Zudem sei wichtig, die Haut nicht die ganze Zeit über der prallen Sonne auszusetzen.

Klimaanlagen sorgen bei Hitze für angenehme Temperaturen. Allerdings sei laut Zschernitz zu bedenken, dass das Immunsystem bei den starken Temperaturschwanken nicht immer Schritt hält. „Drinnen sind es angenehme 20 Grad, draußen über 35. Der schnelle Wechsel setzt dem Immunsystem zu. So fängt man sich schnell die sogenannte Sommergrippe ein“, sagt der Mediziner.

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