Historische Wanderung: Schutz in tiefen Erdlöchern

Von: sis
Letzte Aktualisierung:

Raffelsbrand. Mythen und Legenden ranken sich um den „schwarzgrünen Ozean” oder die „Wälder, in denen die Drachen hausen”.<br />

Wenn im Herbst die Nebelfetzen wie Gespenster durch die Fichtenwälder ziehen, lässt sich am Ochsenkopf, dem Waldgebiet bei Raffelsbrand zwischen der Bundesstraße 399 und der Landstraße 160 in etwa erahnen, was die Soldaten der deutschen Wehrmacht und die amerikanischen G.I.´s als das Unheimliche der Kämpfe im Hürtgenwald empfanden.

Nur wenige Meter der insgesamt 2,5 Kilometer sind am Sonntag, 1. März, ab 12 Uhr und dem Parkplatz Ochsenkopf an der Landstraße 160 zwischen Raffelsbrand und dem Kalltal zu gehen, dann stoßen die Wanderer auf die ersten Zeugen der blutigen Schlachten.

Alte Stellungen und Deckungslöcher sowie ein Gedenkstein für zwei amerikanische und einen deutschen Soldaten, deren Skelette bei Waldarbeiten 1976 gefunden worden waren, künden vom Töten auf beiden Seiten. Ein weiteres Opfer: der amerikanische Private First Class Robert Cahow. 2000 wurde seine Leiche gefunden, 2004 stellten Angehörige einen Gedenkstein für ihren Gefallenen auf.

Einige Meter von diesem Gedenkplatz entfernt befindet sich die Stelle, an der Cahow gefunden wurde. Sie ist mit Steinen markiert als Erinnerung an die irische Abstammung des amerikanischen Soldaten. Der Angehörige der 78. US-Division wurde starb vermutlich am 13. Dezember 1944 bei einem Angriff auf einen heute nicht mehr vorhandenen Bunker.

Nur 50 Meter von dem Steinhügel entfernt befindet sich der ehemalige Bunker 113, der vermutlich noch während des Krieges gesprengt wurde. Der Bunker 113 ist nicht die einzige gesprengte Hinterlassenschaft der Schlacht im Hürtgenwald. Drei weitere Bunker liegen am Rand des Weges, in die Luft gejagt nach dem Kriege.

Am letzten Bunker lässt sich leicht feststellen, wie schwer es war, die Anlagen in die Luft zu sprengen, zumal die Pioniere zuerst ja noch unerfahren waren. Auch die Amerikaner taten sich schwer, die Bunker zu sprengen. Erst als sie die Anlagen mit Wasser füllten, um die Sprengkraft zu erhöhen, zeigten ihre Anstrengungen Erfolge.

Doch nicht nur von den Bunkern ging eine Gefahr für die Amerikaner aus, sondern auch aus der Luft: Weil jeder Soldat lernt, sich bei einem plötzlichen Artillerieüberfall auf den Boden zu werfen, erlitten die Amerikaner im Hürtgenwalds schwere Verluste. Denn die Granaten explodierten in den Wipfeln der sehr dicht stehenden Bäume, Eisenstücke und scharfe Holzsplitter fielen herab, verstümmelten und töteten die unerfahrenen G.I.s, die erst lernen mussten, sich in tiefen Erdlöchern, die mit Baumstämmen abgedeckt waren, zu schützen.

Und deshalb sollte sich der Wanderer am Sonntag vielleicht auch noch auf dem Weg zum Jägerhaus aufmachen. Denn vom mit 566 Metern höchsten Punkt des Hürtgenwalds aus kann man bei guter Sicht bis nach Aachen und Elsdorf schauen, bei guter Fernsicht gar bis weit in das Aachener Land, die Rurebenen und die Niederlande schauen - praktisch als Entschädigung für den düsteren Teil der Wanderung am Ochsenkopf.

Doch auch das Jägerhaus war Schauplatz des Krieges: Bereits Ende September hatten Teile der 9. US-Division die Stelle eingenommen. Doch schnell voran kamen sie nicht. Die Deutschen schafften es, zunächst mit versprengten Kräften den dortigen Westwall zu besetzen und die Front zu stabilisieren.

Anmeldungen werden beim Nationalparktor in Heimbach unter der Rufnummer 02446/805790 erbeten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert