Historie der SPD beim Jubiläum im Blick

Von: Ingo Latotzki
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Hat die Historie der SPD aufgearbeitet: Der Dürener Sozialdemokrat Felix Röhlich. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Felix Röhlich ist das, was man mit Fug und Recht als Urgestein der Dürener SPD bezeichnen darf. Röhlich, 84, war natürlich vergangene Woche in Leipzig, als seine Partei sich selbst und ihren 150. Geburtstag feierte.

Mit dem Geschäftsführer der Kreis-SPD, Hartmut Simmelink-Weinstein hat Röhlich den Ort besucht, an dem 1863 der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein gegründet wurde.

Der Gedenkstein erinnert auch an Ferdinand Lassalle, der damals Hauptinitiator war und heute als einer der SPD-Gründerväter gilt. Noch mehr als dieser historische Platz hat Felix Röhlich die Rede von Joachim Gauck beeindruckt. „Besser kann kein Sozialdemokart über die SPD sprechen“, sagte Röhlich und zollt dem Bundespräsidenten mit einem langen Kopfnicken nachträglich noch Beifall.

Röhlich ist, wenn man so will, das historische Gewissen der örtlichen SPD. Von ihm erschien 1998 das Buch „Ein langer Weg“ (Hahne & Schloemer-Verlag); es zeichnet die Geschichte der Sozialdemokratie im Kreis Düren nach. Auch wenn Röhlich sich damals allein zwei Jahre intensiv mit Recherchen beschäftigt hat, ist er aber keinesfalls nur der Mann für die Vergangenheit.

Dass seine Partei wie andere auch Nachwuchsprobleme hat, macht ihm Sorgen. „Wir müssen die jungen Leute pflegen, ganz besonders“, sagt er. Dass seiner Partei – wie anderen auch. Mitglieder fortlaufen, sieht er ebenso. Er sagt: „Früher hatten die Menschen mehr Spaß daran, sich einzubringen und zu diskutieren.“

Röhlich ist seit 1952 in der SPD, er hat einen großen zeitlichen Überblick. Anfang der 1970er Jahre, erzählt er, gab es im Vorfeld der Stadtratswahl „lange und heiße Diskussionen bei der Kandidatenkür“.

Heute sei man froh, überhaupt genug Kandidaten zu finden. Dass sich die Leute vor einigen Jahrzehnten noch mehr einbrachten, belegt Röhlich an einem Fall, der sich Ende der 60-er Jahre zutrug. In Düren wurde darüber diskutiert, ob am Jesuitenhof ein kombiniertes Hallen- und Freibad gebaut werden soll. Die SPD wollte das und sammelte Unterschriften. Das wäre so auch heute noch denkbar. Mehr Vorstellungskraft ist indes vonnöten, dass die SPD seinerzeit eine Zinkbadewanne auftrieb, in die sich der spätere Bürgermeister Josef Vosen setze. Dann sogen die Sozialdemokraten durch die Wirtelstraße. „Gäbe es da heute noch?“, fragt Felix Röhlich – und er scheint nicht ernsthaft eine Antwort zu erwarten.

Vosen ist für Röhlich im Übrigen jemand, der die SPD geprägt hat. Ähnlich wie Gerhard Fuß, der von 1947 bis 58 Kreisvorsitzender war und Hans Iven, mit der Röhlich gemeinsam eine Maschinenbauschlosser-Lehre absolviert hat. Auch der Name Dietmar Nietan fällt – der Dürener sitzt aktuell für die SPD im Bundestag und wird das mit größter Wahrscheinlichkeit auch nach der Wahl im September noch tun.

Am Dienstag feiern sie ihren Geburtstag – und bestimmt wird Felix Röhlich noch die eine oder andere Anekdote beisteuern.

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