Untermaubach - Hinter die Kulissen von Metsä Tissue

Hinter die Kulissen von Metsä Tissue

Von: Franz Sistemich
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Eine interessante Führung erl
Eine interessante Führung erlebten am Dienstag zwölf Leser unserer Zeitung bei Metsä Tissue in Kreuzau: Produktionsleiter Moritz Regel (links) und Verarbeitungsleiter Winfried Merken (rechts) informierten über die hohe Kunst der Produktion von hochwertigem Hygienepapier. Foto: Sistemich

Untermaubach. „Papier herzustellen ist einfach. Aber es so zu produzieren, dass es den Qualitätsanforderungen unserer Kunden entspricht, das ist die Kunst”, sagt Winfried Merken. Er ist der Verarbeitungsleiter von Metsä Tissue in Untermaubach.

Am Dienstagnachmittag nahm er sich weit über zwei Stunden Zeit, um mit Moritz Regel, dem Produktionsleiter der Kreuzauer Firma des finnischen Konzerns MetsäGroup, zwölf Lesern unserer Zeitung im Rahmen der DZ-Sommertour diese Kunst der Herstellung von Hygienepapier näherzubringen.

Die Papiermacher öffneten so manche Tür des 90.000 Quadratmeter großes Werkes, in dem 460 Menschen arbeiten. Am imposanten Kesselhaus vorbei, das unteranderem mit Kohle und Gas befeuert wird, ging es zur Stoffaufbereitung. Weiß ist es dort, wo der Zellstoff in einem offenen Pulper, einer Art Bottich, aufgelöst wird, damit er an den verschiedenen Papiermaschinen zu Küchen- oder Toilettenpapier verarbeitet werden kann. Auch Altpapier wird verarbeitet. Es wird in Aggregaten aufgelöst und muss in verschiedenen Sortiereinheiten von Fremdkörpern gesäubert werden. Auch den Farbenpartikeln muss der Garaus bereitet werden: „Dies wird durch das Flotationsdeinkingverfahren ermöglicht”, erzählt Regel.

Noch ist es relativ ruhig auf dem Betriebsrundgang. Dann wird es aber laut. Moritz Regel und Winfried Merken führen die DZ-Leser zu den Papiermaschinen. PM 3 und vor allem die PM 5, mit einer Rollenbreite von 5,34 Metern die größte im europaweit tätigen Konzern, beeindrucken die Besucher, die ein rotes Leibchen mit der Aufschrift „Visitor” tragen und sich jetzt Stöpsel in die Ohren stopfen. Der Schutz vor Lärm ist für die Mitarbeiter an den Maschinen und in anderen Bereichen des Unternehmens vorgeschrieben. Stichwort Arbeitssicherheit.

„Sie steht bei uns an erster Stelle”, sagt Winfried Merken. Und Moritz Regel fährt fort: „Es folgen Qualität und Umwelt.” Wenn diese drei Anforderungen stimmen, ist Punkt Nummer 4 der Firmenphilosophie für beide Leiter die logische Konsequenz: die Effizienz. Die ist auch eine Folge von motivierten Mitarbeiter: „Wir informieren sie immer ausführlich über das Kreuzauer Werk und den Konzern”, erklärt Winfried Merken. Dadurch, sagt Regel weiter, würden die Mitarbeiter motiviert. „Motivierte Mitarbeiter identifizieren sich mit dem Produkt und das führt zur Qualität”, sagen Verarbeitungs- und Produktionsleiter.

Es geht weiter. Schließlich muss das Tissue verarbeitet werden. Zum Beispiel zu Küchenrollen. Die PM 3 stellt ausschließlich dieses Papier aus Zellstoff her. Auf der PM 5 werden dagegen verschiedene Tissuesorten auf Altpapierbasis hergestellt. Immer wieder wird die Qualität bis zur Auslieferung an den Kunden überprüft. Die Anforderungen der großen Einkaufsketten sind hoch. Ihnen muss Rechnung getragen werden.

Die Wünsche der Kunden finden sich auch im Verarbeitungsprozess wieder. Schmetterlinge, Wolken, Flip-Flops oder Gartenstühle werden auf Toilettenpapier und Küchenrollen gedruckt. Wenn die Abnehmer einen bestimmten Duft oder eine spezielle Farbe wollen: „Kein Problem. Wir können flexibel auf alle Wünsche unserer Partner reagieren”, weisen Winfried Merken und Moritz Regel auf die vielen Möglichkeiten des Kreuzauer Werkes hin.

Die Papierbahnen sind inzwischen zu Toilettenpapierrollen und Küchenrollen verarbeitet worden. Jetzt werden sie in einem Netzwerk von Transportstrecken zum Verpackungsbereich befördert. Dort werden sie oft in Beutel (und nicht in Flachfolie) verpackt: Die haben einen Griff. Deshalb greift der Käufer lieber zur Ware mit Griff. Bis er aber den Einkauf nach Hause tragen kann, haben die Gabelstaplerfahrer im Werk noch viel zu tun: Sie transportieren die vollen Paletten ins Lager, dann auf Lkw. Dann geht die Ware hinaus - von Kreuzau in die Einkaufsregale Europas.
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