Hinter den Kulissen einer Glockengießerei

Von: Bruno Elberfeld
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Kunst aus der Glockengießerei: Galerist Andreas Stübs sowie die Fotografen Wilhelm Vonken, Paul Jacob, Gisela Scheffler, Jürgen Taeter und Achim Scheffler (v.l.) eröffneten gemeinsam mit vielen Gästen die Ausstellung „Glockengießen in Brockscheidt“. Foto: bel

Düren. Die Wände in der kleinen Galerie zieren Foto-Rahmen, die die Größe 60 mal 50 Zentimeter besitzen. In den Rahmen – 14 an der Zahl – sind Fotos in der Größe 30 mal 45 Zentimeter zu sehen. Sie alle sind in Schwarz-weiß gehalten.

Der Besucher könnte den Eindruck bekommen, Bilder aus der Vergangenheit zu sehen, aus einer Zeit, als es noch keine bunten, geschweige denn digitalisierte Fotos gab. Zunächst nimmt der Betrachter der Fotos Männer in Blaumännern wahr, die in einer großen Werkstatt arbeiten. Doch schon bald wird klar, dass im Zentrum des Geschehens nicht etwa die Menschen stehen, sondern Glocken.

Die Männer und Frauen der Fotografischen Gesellschaft Düren (FGD) haben eine der vier letzten Glockengießereien in Deutschland besucht. Sie ist in Brockscheidt in der Eifel zu finden. Die 14 Fotos, die in der Galerie Stübs in Kölner Landstraße 104 zu sehen sind, erzählen nicht nur von diesem Besuch, sondern auch von den zahlreichen Eindrücken, die die Fotografen auf Fotopapier gebannt haben.

„Das Glockengießen ist ein uraltes Handwerk“, erläuterte der Vorsitzende der FGD, Jürgen Taeter, „und diese Fotos hier haben einen dokumentarischen Anspruch.“ Die Besucher der Ausstellung sehen Fotos verschiedener Glocken, sehen aber auch fertige Exemplare. Nicht auf den Bildern zu sehen, ist allerdings das Glockengießen selbst. Schließlich spielt sich dieser Vorgang doch meist unterirdisch ab.

Beim Glockenguss sind in der Regel viele Zuschauer anwesend. Eine besondere Rolle spielen die Glocken in der Kirche. Pfarrer geben dem Guss der Glocke beispielsweise ihren Segen mit auf den Weg.

Weitere Ausstellungen

In der Galerie Stübs trug Fotograf Paul Jacob „Das Lied von der Glocke“, 1. Strophe, von Friedrich Schiller vor, passend zur Vernissage „Glockengießen in Brockscheidt“. „Fest gemauert in der Erden steht die Form aus Lehm gebrannt. Heute muss die Glocke werden, frisch, Gesellen, seid zur Hand!“ Ein Gruß Schillers an die Fotografische Gesellschaft Düren und die Besucher, die sich die Arbeit in einer Glockengießerei anschauen wollen.

Die Galerie Stübs, so erklärte der Vorsitzende der FGD, werde in Zukunft weitere Foto-Ausstellungen beherbergen. „Stübs wird ein Forum für Fotografen sein, nicht nur für die 50 Mitglieder unseres Vereins“, sagte Taeter. Positiv hinzukomme, ergänzte der Vorsitzende, dass Düren in Sachen Kunst eine weitere attraktive Anlaufstelle habe.

Die Ausstellung der Fotografischen Gesellschaft Düren ist noch bis Freitag, 23. Dezember, donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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