Hinter den Kulissen: Bundesliga-Tanzturnier der Lateinformationen

Von: Gudrun Klinkhammer
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Auch hinter den Ohren, hier zum Beispiel von Nicole Güttler, muss braune Farbe aufgetragen werden, damit das Aussehen stimmig wirkt. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Rund zwei Stunden lang dauert der Schmink-, Bräunungs- und Schwärzprozess. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Schilder weisen den Weg hinter den Kulissen in die passende Richtung. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Die getapte rechte Hand des Mannes sorgt dafür, dass ihm die Tanzpartnerin bei extremen Figuren nicht entgleitet. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Noch ist die Hand der Tänzerin vor dem Spiegel hellhäutig. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Der Mann packt die Frau am Handgelenk und wirft sie zu Boden. Dann schleudert er sie um die eigene Achse, im Uhrzeigersinn, immer und immer wieder. Das Publikum ist begeistert und applaudiert, was die Handinnenflächen hergeben. Damit derartige atemberaubende Tanzaktionen im Kollektiv und synchron gelingen, die Frau dem Griff des Mannes dabei nicht entgleitet und ungewollt auf dem Allerwertesten quer durch die Halle segelt, braucht es vor allem eins: „Grip“, also einen festen, sicheren Griff.

Um eben diesen Grip und vor allem auch um ein glänzendes Aussehen kümmerten sich die Tänzer der ersten Bundesliga-Lateinformation am Samstagnachmittag in den Umkleideräumen in der Arena Kreis Düren.

Zum vierten Turniertag der Liga ging es in die Halle, in der seit zehn Jahren die Formationsgemeinschaft (FG) Aachen/Düsseldorf die Heimturniere ausrichtet. Erst nach intensiven Vorbereitungen betraten in Düren mit dem A-Team von Grün Gold Bremen der amtierende Weltmeister und mit den Aachen/Düsseldorfern der amtierende Europameister das glatte Parkett, das einen Tag zuvor eigens aus Ludwigsburg angeliefert und in der Arena verlegt worden war.

Rund zwei Stunden dauerte es, bis Tänzerinnen wie etwa Nicole Güttler vom A-Team FG Aachen/Düsseldorf fertig geschminkt, gebräunt und geschwärzt ist. Die Körperbräune wird bereits Tage vorher mit Selbstbräunungscreme hergestellt, die Bräune an Hand und Gesicht kurz vor dem Auftritt aufgeschminkt. Christian Marx, 25 Jahre alt und wie seine Teamkollegin Nicole Güttler im Berufsleben als Mitarbeiter einer Bank unterwegs, erklärt dazu: „Vor allem, wenn man mit Kunden zu tun hat, müssen die Hände gepflegt und natürlich aussehen.“ Da ist Schminke und Bräune Fehl am Platz.

Damit die Haare der Akteure, die die heißen, lateinamerikanischen Rhythmen wie Samba, Rumba, Chachacha, Paso Doble und Jive interpretieren, rabenschwarz werden, wird Schwarzspray oder sogar schwarze Schuhcreme eingesetzt. Für den Grip sorgt an den Handgelenken der Frauen und an den Händen der Männer hautfarbenes Tape.

Dieses Klebeband wird sorgfältig angelegt, bevor es auf die Fläche geht. Denn dieses richtig angelegte Tape verhindert, dass die Frauen bei rasanten Bodenfiguren fliegen gehen. Auch werden die Sohlen der Tänzerinnen, die aus Wildleder sind, gewissenhaft präpariert.

Mit kleinen Stahlbürsten wird das Leder vor jedem Auftritt aufgeraut, damit es den nötigen Halt auch bei schnellsten Schrittkombinationen bietet. Sitzen Schminke und glitzernde Make-up-Accessoires, dann laufen und tanzen sich die Akteure in den Fluren und Räumen hinter der Bühne warm und zeigen, dass auch auf kleinem Raum guter Sport betrieben werden kann.

Schnell sind die Kleider angelegt und dann heißt es raus und alles geben. Der Trainer der Aachen/Düsseldorfer, Oliver Seefeld, freute sich auf den Auftritt seines Teams. Er lächelte gelassen und auf die Frage, was sich die Tänzer in den Momenten kurz vor dem Auftritt noch zurufen, sagt er: „Manchmal heißt es ,Absatz- und Knöchelbruch‘.“

Rund 1500 Besucher sahen das Turnier, die meisten kamen nicht zum ersten Mal. Mit ihrer gesamten Familie verfolgte Sandra Wilden aus Düren, selbst einmal Tänzerin, das Tanzspektakel. Ebenso wie sie waren ihr Mann Hubert und die beiden Kinder Anna und Paula fasziniert von den fantastischen Darbietungen aller acht Teams.

Sandra Wilden freut sich, dass derartige Turniere in Düren stattfinden und ihre beiden Mädchen vom Tanzsport ebenso begeistert sind wie sie selbst: „Die beiden, sechs und vier Jahre alt, sind absolut aufmerksam und zeigen überhaupt keine Müdigkeit.“

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