Düren - Hin und weg von der „gespielten” Jugend

Hin und weg von der „gespielten” Jugend

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
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Dusko Goykovich, Henning Gailing, Martin Sasse (v.l.) und Paul Hochstädter (nicht im Bild) spielten ein tolles Konzert. Foto: Elberfeld

Düren. Der Mann an der Bühne genoss offensichtlich das Konzert im Foyer der Evangelischen zu Düren. Selbstvergessen lauschte er der Musik, spielte auf seinen Oberschenkeln einmal den Flügel, dann wieder ahmte er die Griffe auf dem Kontrabass nach, trommelte im Takt des Schlagzeugs.

Die Trompetensoli formte er mit seinen Lippen. Er selbst spiele kein Instrument, erzählte er in der Pause, aber bei dieser Musik sei er immer ganz hin und weg.

So oder so ähnlich ging es mehr oder weniger allen Gästen, die auf Augenhöhe um die Jazzmusiker geschart waren. „Planet Jazz” war es gelungen, das bekannte Martin Sasse Trio zusammen mit dem berühmten Trompeter Dusko Goykovich zu verpflichten. Die Musiker legten auf dem Weg nach Berlin einen Zwischenstopp in Düren ein. Schnell verbreitete sich Jazz-Club-Atmosphäre der Fünfziger- und Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts.

Martin Sasse (Klavier), Henning Gailing (Kontrabass), Paul Hochstädter (Schlagzeug) und Dusko Goykovich (Trompete und Flügelhorn) machten das Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis. Auf Wunsch der Musiker waren die Instrumente nicht an Verstärker angeschlossen. Die Vier schienen mit ihren Instrumenten verwachsen, gaben sich ihnen mit Haut und Haaren hin. Pianist Sasse gilt als einer der größten „Shooting Stars” der vergangenen Jahre in Deutschland. CD-Produktionen, erfolgreiche Tourneen, Festival- und Fernsehauftritte können ein Lied davon singen.

Gailing bearbeitete den Kontrabass mit wuchtigen Basslinien, wechselte geschickt in filigrane Spielweisen, dem Tun eines Derwischs nicht unähnlich. Und dann der junge Paul Hochstädter, noch recht neu in der Formation, beherrschte das Schlagzeug abgebrüht wie ein Routinier.

Der Bekannteste der vier Musiker in der Jazzszene ist wohl Dusko Goykovich mit seiner unnachahmlichen Spielweise auf Trompete und Flügelhorn. Die lebende Jazzlegende hat schon mit allen Größen des Jazz gespielt. Auch heute noch hat der 79-Jährige einen vollen Terminkalender wie zu der Zeit, als er mit den Orchestern Max Gregers, Kurt Edelhagens und Peter Herbolzheimers durch die Lande zog. Verblüffend jugendlich und agil, entspannt und überzeugend präsentierte er sich den Jazzfreunden am Freitagabend. „Ich spiele, was ich fühle, was ich denke”, erklärt er seinen Erfolg. Planet Jazz hat mit dem Engagement des Martin Sasse Trios und Dusko Goykovichs für die Musikkultur in Düren ein Highlight gesetzt.
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