Himmel, Erde und Reinigungskräfte im Hoesch-Museum

Von: Stephan Johnen
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Dr. Renate Goldmann begrüßte
Dr. Renate Goldmann begrüßte Özlem Altin, David Claerbout und Bojan Sarcevic (von links) vor der Eröffnung der neuen Ausstellung. Foto: Johnen

Düren. Historische Tage erleben Menschen nicht alle Tage. Am Sonntag könnte es aber geschehen. In Düren. Davon ist die Direktorin des Leopold-Hoesch-Museums überzeugt.

„Für das Museum ist es ein historischer Tag. Die Arbeit der vergangenen Jahre kommt zusammen”, verlieh Dr. Renate Goldmann am Freitag schon ihrer Vorfreude Ausdruck.

Um 12 Uhr wird am Sonntag die neue Ausstellung „Unsere Werte - Neuzugänge in Sammlungen und Stiftungen” eröffnet. Anschließend nimmt David Claerbout den Peill-Preis entgegen und die Stipendiaten Özlem Altin und Bojan Sarcevic stellen sich vor . Auch der neue Bestandskatalog von Hoesch- und Papiermuseum liegt druckfrisch vor. Der 9. September ist sozusagen der Kulminationspunkt vielschichtiger und langwieriger Bemühungen. Wenn man mag: ein historischer Tag.

Die Ausstellung widmet sich den annähernd 1000 Neuzugängen der vergangenen Jahre und den Beständen der beiden Häuser. Dabei stehen besonders Zustiftungen, Schenkungen und Neuerwerbungen im Zentrum des Interesses. „Wir glauben an die Künstler und an die Kunst”, ging Renate Goldman auf viele Neuzugänge ein, die nun einem breiten Publikum präsentiert werden sollen. Von der Münze aus dem achten Jahrhundert bis zu Werken zeitgenössischer Kunst soll die Vielfalt der Sammlungen und Stiftungen aufgezeigt werden. Peter Manstein rekonstruiert mit Hilfe künstlerischer Elemente und einem Plan der Ausgrabungen unter der Annakirche die Bedeutung der Stadt als Teil der Krönungsstraße.

Zur Vielfalt tragen auch die Stipendiaten der Peill-Stiftung und der designierte Preisträger bei. Özlem Altin (geboren 1977) beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit dem menschlichen Körper. Ihre Werke bestehen aus Objekten, Bildern und Fotografien. Immer wieder setzt sie Übermalungen ein, um ihre Bilder und Alltagsrealität zu reflektieren. Bojan Sarcevic (1974) nutzt für seine Ausstellung „Rhombic Oath” neben Räumen im Hoesch-Museum auch den Sakralraum der Annakirche. Eine Skulptur aus Onyx soll sich in die liturgische Atmosphäre des von Rudolf Schwarz entworfenen Gotteshauses einpassen. Die Günther-Peill-Stiftung vergibt seit dem Jahr 1986 Förderstipendien an junge Künstler, die über einen Zeitraum von zwei Jahren eine monatliche Unterstützung und abschließend die Gelegenheit zu einer Ausstellung samt Katalog im Leopold-Hoesch-Museum erhalten.

David Claerbout, der designierte Peill-Preisträger, hat zwei monumentale Räume im Museum gestaltet. Der Film „Sunrise” ist ein Dialog zwischen Moderne und Romantik. Zwischen diesen zwei Positionen steht eine rumänische Putzkraft. In welche Richtung sich der Feudel am Ende des klanggewaltigen Films neigt, bleibt offen. Bildgewaltig ist die Fotoinstallation „The Algiers Section of A Happy Moment”. Gezeigt wird ein Augenblick - aus 500 Perspektiven zwischen Himmel und Erde. „Es ist wichtig, dass ich nicht mehr dazu sage”, lädt Claerbout Interessierte ein, sich überraschen zu lassen.

Eröffnung und Verleihung des Peill-Preises

Während der Eröffnung der Ausstellung „Unsere Werte - Neuzugänge in Sammlungen und Stiftungen” wird am Sonntag ab 12 Uhr auch die Ausstellung der Günther-Peill-Stiftung eröffnet.

David Claerbout nimmt den mit 25 000 Euro dotierten Peill-Preis aus den Händen von Dr. Eberhard Peill entgegen. Auch die Stipendiaten Özlem Altin und Bojan Sarcevic werden vorgestellt.
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