Hilfprojekt: „Nichts tun ist nicht meine Sache“

Von: Sandra Kinkel
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Edward Schulz in seinem Büro zu Hause in Düren. Der Mann ist ständig im Einsatz, an diesem Wochenende beim Dürener Stadtfest. Foto: S. Kinkel

Düren. Edward Schulz ist ein freundlicher, ein fröhlicher Mann. Und er ist ein sehr hilfsbereiter Mann, einer der immer genau da anpackt, wo Not am Mann ist. Vor 26 Jahren ist Edward Schulz mit seiner Familie aus Kirgistan in der damaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen.

„Wir sind Spätaussiedler“, sagt er. „Meine Eltern haben mit uns Kindern immer Deutsch gesprochen und gesagt: ‚Irgendwann kehren wir zurück in unser deutsches Vaterland‘.“

Edward Schulz ist in Kasachstan geboren, in Kirgistan aufgewachsen und in der Ukraine beim Militär gewesen. Dort, erzählt der Vater von fünf Kindern, habe er sehr viele Freunde, Weggefährten von früher. Und vielleicht ist genau deshalb auch sein Engagement für Dürens Partnerstadt Stryi entstanden.

Schulz ist Mitglied der „Evangelischen Baptistenbrüder-Gemeinde“ in Düren mit knapp 700 Mitgliedern, übrigens fast alle Spätaussiedler. „Unsere Gemeinde betreut Hilfsprojekte auf der ganzen Welt“, erzählt Schulz nicht ohne Stolz. „Derzeit begleiten wir den Bau eines Krankenhauses in Bolivien.“ Seit 2016 koordiniert Schulz die Hilfsprojekte seiner Gemeinde, irgendwann hat Bürgermeister Paul Larue (CDU) den Kontakt zu Stryi hergestellt.

„An meinen ersten Besuch kann ich mich noch genau erinnern“, erzählt Schulz. „Wir waren in einem Waisenhaus mit 50 Kindern. Die Fenster waren notdürftig geschlossen, es gab keine sanitären Anlagen. Ich war entsetzt.“ Schulz hat nicht lange überlegt. „Für 2400 Euro konnte damals das Nötigste repariert werden. Und meine Gemeinde hat dieses Geld sofort bewilligt.“

Seitdem ist Schulz regelmäßig in Stryi. Bis 2014 hat er selbst jedes Jahr mindestens drei Hilfstransporte in die Westukraine begleitet. „In den Krankenhäusern sind die Zustände immer noch katastrophal. Zum Glück spenden alle drei Dürener Kliniken immer wieder Betten und Geräte, die in Düren nicht mehr benötigt werden.

Das ist eine große Hilfe.“ Seit sieben Jahren organisiert die Dürener Gemeinde ein großes Ferienlager für 150 Kinder in den Karpaten. „Auch das Zelt, in dem die Jungen und Mädchen untergebracht sind, ist eine Spende aus Düren“, sagt Edward Schulz.

In seinem Geburtsland Kirgistan war Edward Schul zuletzt 1991. „Ich bin mit der Gewissheit aufgewachsen, dass Deutschland meine Heimat ist“, sagt er. „Und das fühle ich heute auch.“

Neben seinem Engagement für die Kirchengemeinde gehört Schulz zu den Mitbegründern der Freien Christlichen Schule in Düren und ist Vorstandsmitglied von Schul- und Förderverein. Vor einigen Jahren hat der gelernte Industriemechaniker noch ein Studium angefangen und vor sechs Monaten seinen Master in Bauingenieurwesen gemacht.

„Nichts tun ist absolut nicht meine Sache“, sagt er. „Ich möchte weiterkommen, etwas erreichen.“ Zeit für Hobbys bleibt da nicht wirklich viel, aber eine große Leidenschaft hat Edward Schulz dann doch. Er reist gerne. In seinem Arbeitszimmer stehen mehrere Regal voller kleiner Fähnchen. „Da sind die Länder, die ich schon bereist habe“, sagt Schulz lächelnd. Und ich bin sicher, dass da noch einige hinzukommen.“

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