Hilfe für fremdsprachige Opfer häuslicher Gewalt

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Die Dürener Frauenärztin Dr. Jadigar Kesdogan (rechts) ist Vorsitzende des Fördervereins „Goldrute“. Unterstützt wird sie durch ihre Stellvertreterin Hava Zaimi, die im Zentrum für Sozial- und Migrationsberatung der Evangelischen Gemeinde tätig ist, und weitere engagierte Frauen. Foto: Dietmar Engels

Düren. Viele Opfer häuslicher Gewalt tun sich schwer damit, Hilfe zu suchen. Dies gilt umso mehr, wenn es Verständigungsprobleme gibt. Speziell für fremdsprachige Gewaltopfer ist deshalb vor drei Jahren bei der Evangelischen Gemeinde das Projekt „Migratinnen-Netzwerk gegen häusliche Gewalt“ gestartet – mit Mitteln des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Diese „Anschubfinanzierung“ ist ausgelaufen. Engagierte Frauen haben deshalb einen Förderverein gegründet, der die Fortführung der Arbeit sicherstellen soll.

Vorsitzende des Vereins „Goldrute“ ist die Dürener Frauenärztin Dr. Jadigar Kesdogan, die schon viele Opfer häuslicher Gewalt in der Sprechstunde hatte. Ihre Stellvertreterin ist Hava Zaimi vom Zentrum für Sozial- und Migrationsberatung der Evangelischen Gemeinde zu Düren.

In den letzten drei Jahren sind elf Frauen verschiedener Nationalität zu „Brückenbauerinnen“ ausgebildet worden. Sie sind zwischen 27 und 54 Jahre alt und leben seit fünf bis 34 Jahren in Deutschland. Die Frauen kommen aus unterschiedlichen sozialen und beruflichen Bereichen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie sich der hilfsbedürftigen Frauen annehmen, die auf verschiedene Weise mit dem Hilfsdienst in Kontakt treten. Dr. Kesdogan: „Am Anfang stand eine mehr theoretische einjährige Ausbildung durch Fachkräfte. Seit zwei Jahren sind die Brückenbauerinnen in der aktiven Betreuung von Migrantinnen, denen Gewalt angetan wurde“.

In 34 Fällen wurde Hilfe geleistet. Das hört sich wenig an, doch muss man wissen, dass so eine Hilfestellung ein langwierige Sache sein kann. Hava Zalmi: „Die Betreuerinnen müssen erst gut zuhören und ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Das braucht seine Zeit“. Dr. Kesgodan: „Dabei ist es außerordentlich hilfreich, wenn sich die Betreuerin mit der Hilfesuchenden gut verständigen kann“.

Die Betreuerinnen brauchen brauchen professionelle Hilfe, wenn sie ihre Arbeit gut machen wollen. Um das sicher zu stellen bittet der Verein „Goldrute“ um finanzielle Unterstützung. Dr. Kesdogan: „Schön wäre es natürlich auch, wenn die Brückenbauerinnen zumindest ihre Auslagen ersetzt bekommen.“ Die Betreuerinnen arbeiten ehrenamtlich. Sie unterliegen der Schweigepflicht und gehen sehr behutsam vor, damit keine zusätzlichen Probleme entstehen. Natürlich kennen sie alle bestehenden Hilfsangebote und werden vermittelnd tätig.

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