Hildegard Knef kommt auch beim Jazz-Publikum an

Von: heb
Letzte Aktualisierung:
13869295.jpg
Hildegard Knef mal ganz anders: Die Hits der Sängerin und Schauspielerin kamen im Jazz-Kostüm daher. Die Gruppe „Jasslab de Cologne“ zeigte im Rahmen der Reihe „Planet Jazz“ eine ganz spezielle Hommage der Chansonnière. Foto: Hendrik Buch

Düren. Wer unter dem Titel „Eins und Eins“ den original Hildegard-Knef-Sound erwartet hatte, der hätte vielleicht von der Hommage an eine der größten deutschen Künstlerinnen der Nachkriegszeit im Keller des „Komm“-Kulturzentrums enttäuscht sein können.

Das Original war es aber auch nicht, was das Sextett „Jasslab de Cologne“ für ihren Auftritt innerhalb der Reihe „Planet Jazz“ versprochen hatte. Ihr „Modern Jazz“ interpretierte die Chansons der Schauspielerin, Autorin und Sängerin ganz anders. Es spielte einen frechen bis teilweise disharmonischen Stil, der so gar nicht der Heile-Welt-Romantik der 50 und 60er-Jahre-Kunst entsprochen hätte.

Mit cleveren Mitteln versuchten die Jazzer dabei, den alten Charme aufzugreifen und in ihren eigenen Stil zu übersetzen. So nutzte beispielsweise Frontfrau „Barbara Barth“ teilweise ein kleines Megafon, um den kratzigen Sound alter Schallplatten zu imitieren. Auch die Bühnendekoration entführte das Publikum mit stoffbespannten Lampenschirmen in die früheren Jahre der Bundesrepublik.

Neben der Sängerin standen an diesem Abend zudem Sebastian Büscher am Tenorsaxofon, Markus Koch an der Trompete, Bassist Moritz Götzen, Vincent Deckstein am Schlagzeug sowie am Klavier Georg Ruby auf der Bühne. Letztgenannter hatte als selbst ernannten „Alterspräsident“ der Formation Hildegard Knef noch selbst kennengelernt und berichtete während des Konzerts von seinen persönlichen Eindrücken über die Künstlerin.

Liebe zur Musik

Mit seiner Liebe zu ihrer Musik und Kunst hatte er indes auch die restliche Formation sichtbar angesteckt, die die Chansons in teilweise sehr freie Improvisationen und Muster verpackte, die es wohl selbst geübten Knef-Hörern auf den ersten Ton schwer machte, die Lieder auf Anhieb zu erkennen. Das Dürener Publikum erfreute sich trotzdem am Sound der Gruppe.

Dass auch Hildegard Knef selber Gefallen an einer Jazz-Version ihrer Lieder gefunden hätte, davon zeigte sich Pianist Ruby überzeugt. „Hildegard Knef hat sich in ihrer Kunst und in ihren Zeiten immer wieder neu erfunden und neu erfinden müssen“, erinnerte er, „und nun erfinden wir eben ihre Musik neu.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert