Kreuzau - „Highland Games“: Auf dem Sportplatz fliegen Steine und Stämme

„Highland Games“: Auf dem Sportplatz fliegen Steine und Stämme

Von: Anne Welkener
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Die Hobby-Schotten müssen sich ordentlich ins Zeug legen: Der „Stone of Manhood“ ist nur eine von elf Disziplinen, die am Samstag bei den „Highland Games“ von den Extremsportlern gemeistert werden müssen. Foto: Welkener
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Auch der „Caber Toss“ ist eine beliebte Disziplin bei den schottischen Spielen. Foto: Welkener

Kreuzau. Die„Highland Shadows“ Kreuzau laden am Samstag, 12. August, zu ihren dritten „Highland Games“ ein. 16 Teams haben bereits gemeldet. In neuen und alten Disziplinen müssen die Teilnehmer unter anderem schwere Steine oder Baumstämme bewegen.

Andreas Mettler hockt sich neben eine 50 Kilo schwere Steinkugel, stützt das linke Knie auf den Boden und umfasst den Stein mit beiden Armen. Er verzieht vor Anstrengung das Gesicht, als er seinen linken Oberschenkel als Rampe benutzt und darüber die schwere Kugel hinaufzieht. Er hievt sie auf den anderen Oberschenkel und richtet sich mühsam auf.

Den ersten Kraftakt hat der 44-Jährige, den alle nur Butcher rufen, geschafft. Aber damit ist die schottische Disziplin „Steinheben“ noch nicht gemeistert. Über mehrere Meter trägt der Vettweißer die Kugel, hebt sie noch mal deutlich an, um sie letztendlich auf einem Podest, das ihm fast bis zur Brust reicht, abzulegen.

Disziplinen wie diese gibt es bei den „Highland Games“ zahlreiche. Fünf traditionell schottische Aufgaben und sechs artverwandte aber etwas abgewandelte Herausforderungen warten auf die Teilnehmer. Zum dritten Mal haben der Vereinsvorsitzende Björn „Shadow“ Heck und seine Mitstreiter von den „Highland Shadows“ Kreuzau das Event auf die Beine gestellt, der sich unlängst zum Publikumsmagneten entwickelt hat. 16 Teams sind bereits gemeldet, am Wettkampftag selbst können sich Kurzentschlossene auch noch im Sechserteam (inklusive einem Ersatzspieler) melden.

Die „Highland Shadows“ selbst gehen nicht an den Start. Sie stellen elf Schiedsrichter, kümmern sich um Theke, Grill, Cafeteria, das Rahmenprogramm für Groß und Klein und helfen in den anderen Teams aus, falls mal ein Sportler fehlen sollte. Auf Hilfe von anderen Vereinen, erklärt der Vorstand nicht ohne Stolz, sei man bei der Organisation und Durchführung nicht angewiesen. 50 bis 60 Leute des 94-köpfigen Vereins packen kräftig mit an.

Mit dieser Mitgliederzahl haben sich die „Highland Shadows“ Kreuzau in den drei Jahren ihres Bestehens zum zweitgrößten Verein Deutschlands entwickelt. Noch mehr Kiltträger gibt es nur bei den „Highländern vom Niederrhein“. Auf diesen und andere Vereine treffen die Kreuzauer bei zehn bis zwölf Wettkämpfen im Jahr. Ihr bisher größter Erfolg: der dritte Platz bei der NRW-Landesmeisterschaft. Nur ein Punkt trennte sie von den Zweitplatzierten, und die Sieger verzeichneten sechs Punkte mehr.

„Im Jahr vorher waren wir auf Platz sieben, nun auf dem dritten und nächstes Jahr“, kündigt Björn Heck grinsend an, „sind wir dran.“ Aber schon den dritten Platz geschafft zu haben, macht ihn und sein Team stolz: „Mit nur zwei Jahren Wettkampferfahrung ist das schon eine Leistung.“

Nicht nur der Verein, auch dessen „Highland Games“ haben sich sowohl in der Szene als auch in der Region etabliert. „Die Veranstaltung war beim ersten Mal schon so ein Zuschauererfolg, dass wir beim zweiten Mal noch drauflegen mussten“, erzählt Andreas „Butcher“ Mettler, der als Schatzmeister im Vereinsvorstand tätig ist.

Zwei Zahlen lassen gut erahnen, welche logistische Leistung hinter dem Event steht: Neben 90 Strohballen wird auch ein Wasserbecken mit 13.000 Litern das Wettkampfgelände, den Sportplatz am Monte Mare, zieren. „So ein Becken haben nur wir. Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass wir vom Aufbau her den schönsten Platz haben“, ist der Vorsitzende Björn Heck überzeugt.

Aber wie viele werden dieses Jahr kommen? Klappt alles mit den neuen Disziplinen? Wie wird das Wetter? Während die letzten Vorbereitungen laufen, werden diese Fragen wohl ungeklärt bleiben.

Aber wenn Heck und seine Kollegen von ihrem Wettkampf erzählen, sind Vorfreude und Begeisterung deutlich spürbar. Und mit Blick auf 2018 gibt es zusätzlich zu den „Highland Games“ noch ein ganz neues Ereignis, auf das sich die Sportler freuen: Für Herbst ist endlich eine gemeinsame Reise nach Schottland geplant.

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