Heuser: Investitionen mit Augenmaß und nicht auf Pump

Von: Jörg Abels
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Seit 2008 ist Hermann Heuser erster Bürger der Gemeinde Niederzier. Ein Amt, das er gerne behalten möchte. Foto: Jörg Abels

Niederzier. Die „Balance zwischen dem Wünschenswerten und dem finanziell Machbaren“ zu halten, hat für Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser oberste Priorität. Der 58-jährige SPD-Politiker ist stolz, an der Spitze einer der ganz wenigen schuldenfreien Kommunen in NRW zu stehen. Und schuldenfrei soll die Gemeinde Niederzier auch in Zukunft bleiben.

Geordnete Finanzen haben für ihn Priorität. „Ich lehne es grundsätzlich ab, Kinder und Enkel zu belasten“, spricht sich Heuser explizit gegen die Aufnahme von Krediten aus und bedauert, dass die CDU diesen in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der SPD beschrittenen Weg offenbar verlassen will.

„Wer das Lehrschwimmbecken Hambach trotz immenser Sanierungskosten erhalten und mehr Grünpflege will, muss dem Bürger auch sagen, wie er das finanzieren will“, entgegnet er auf Forderungen der Opposition. Heusers Weg ist ein anderer: Obwohl die Energiewende auch in Niederzier ihre Spuren hinterlassen hat und die Steuern längst nicht mehr so üppig wie früher fließen, will er den Bürger auch in Zukunft nicht zusätzlich belasten, weder bei den Gebühren noch bei den kommunalen Abgaben. Steuererhöhungen werde es absehbar mit ihm nicht geben, kündigt er an.

Das heißt nicht, dass Heuser alles dem Spardiktat unterwerfen und nicht weiter in die Infrastruktur investieren will. Aber er will dies wie in der Vergangenheit mit Blick auf den U3-Ausbau der Kindergärten, die energetische Sanierung und den Innenausbau der Grundschulen, die Erweiterung der Gesamtschule und bei der Kanalsanierung „mit Augenmaß“. „Niederzier ist eine Vorzeigekommune und wird es bleiben“, ist der Verwaltungsfachmann, der seit 42 Jahren im Niederzierer Rathaus tätig ist, nicht zuletzt angesichts des Erfolgs auch der „Neuen Mitte“ überzeugt.

Wenn Hermann Heuser von der weiteren Verbesserung der Infrastruktur spricht, denkt er beispielsweise an eine schrittweise Aufwertung der Altortslagen, an die Erschließung der Innenbereiche mit Stichstraßen, ohne dass der dörfliche Charakter verloren geht. Auch die Erweiterung des Gewerbegebietes Rurbenden/Talbenden hat er nicht aus den Augen verloren. „Dies kann aber nur Zug um Zug geschehen und unter der Voraussetzung, dass die Bahnhofstraße entlastet und die Zufahrt ins Gewerbegebiet über die Industriestraße mit einer zusätzlichen Linksabbiegerspur auf der B 56 aus Richtung Jülich verbessert wird.“

Dem örtlichen Bedarf in den sieben Orten angepasst will Heuser neue Wohngebiete erschließen, zu allererst im Umfeld der „Neuen Mitte“, um der weiterhin großen Nachfrage an dieser zentralen Stelle der Gemeinde gerecht zu werden. Den demografischen Wandel hat er ebenso im Blick wie den strukturellen im Rheinischen Revier. „Wir müssen kommunale Leistungen und die Infrastruktur an die Bevölkerungsentwicklung anpassen“, betont der SPD-Politiker. Die Schaffung von barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum für ältere Menschen steht dabei ebenso auf seiner Agenda wie der Ausbau der Ganztagesangebote in den Kitas und Grundschulen, deren Existenz solange gesichert sei, wie ausreichend Schüler angemeldet werden.

Heuser steht ausdrücklich hinter dem Tagebau Hambach als größtem Arbeitgeber in der Gemeinde, will aber schon jetzt alles dafür tun, einen Strukturbruch nach Auslaufen des Tagebaus zu vermeiden. Sein Ziel ist es, neue Arbeitsplätze auch in Kooperation mit benachbarten Kommunen in interkommunalen Gewerbegebieten zu schaffen. Und interkommunale Zusammenarbeit kann er sich auch auf Verwaltungsebene in nachgelagerten Bereichen ohne Publikumsverkehr vorstellen. „ich möchte die Verwaltung noch mehr zum bürgerfreundlichen Dienstleister ausbauen, der viele Angebote auch online vorhält.“

Ob Hermann Heuser seinen 2008 begonnenen Weg fortsetzen kann, entscheiden die Wähler der Gemeinde am 10. November.

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