Herzstück der Polizei wird bald zur Großbaustelle

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
7012003.jpg
Blicke hinter die Kulissen der Kreispolizeibehörde: Die Leitstelle wird in den nächsten Monaten umgebaut und modernisiert. Foto: smb
7011994.jpg
Uwe Drechsler öffnet für die DZ die Waffenschränke, in denen Pistolen und Maschinenpistolen gut gesichert lagern. Foto: smb
7011997.jpg
Außerdem zeigt er, was alles in einem Streifenwagen zu sehen ist. Foto: smb

Kreis Düren. Das Herzstück der Polizei wird bald zu einer großen Baustelle. Die Leitstelle – also der Ort, an dem alle Anrufer der 110 ankommen und von dem aus die Einsätze der Streifenwagen via Funk koordiniert werden – wird modernisiert. Eine „Ersatzleitstelle“ ist schon eingerichtet worden, der Umzug soll bald vonstattengehen.

Drei bis vier Polizeibeamte sind pro Dienstschicht rund um die Uhr in der Leitstelle im Einsatz. Sie haben die Monitore im Blick, wissen, wo welcher Einsatzwagen sich gerade befindet, und welcher den nächsten Einsatz, den ein Anrufer gerade gemeldet hat, übernehmen kann. „Und natürlich steht die Leitstelle auch immer im Kontakt mit dem Rettungsdienst“, erklärt Polizeisprecher Willi Jörres.

Er und Wachleiter Uwe Drechsler erinnern sich noch daran, dass die Leitstelle früher ein Ein-Mann-Betrieb mit Klemmbrett und Kladde war. Aber diese Zeiten sind längst vorbei. Damals fuhren die Polizisten schließlich auch noch mit einem VW-Käfer auf Streife.

Wenn ein Wagen mit Blaulicht und Martinshorn durch die Stadt oder übers Land braust, dann hat er vorher bei der Leitstelle eine „Sonderrechtsfahrt“ beantragt. Das passiert zum Beispiel bei einem Unfall oder wenn ein Menschenleben in Gefahr sein könnte, also immer dann, wenn Eile geboten ist. Bei Rotlicht über eine Kreuzung fahren oder gegen die Einbahnstraße fahren ist dann zum Beispiel erlaubt. „Aber immer nur unter gebührender Berücksichtigung der öffentlich sicheren Ordnung“, betont Uwe Drechsler. Für Berufsanfänger seien das gar keine einfachen Fahrten, ein bisschen Erfahrung sei sehr hilfreich.

Es gibt aber auch Momente, in denen zwar Eile geboten ist, das Martinshorn aber besser ausbleibt, zum Beispiel um einen Einbrecher, der sich noch in der Umgebung aufhält, nicht auf das Eintreffen der Beamten aufmerksam zu machen.

Sechs Streifenwagen werden von der Leitstelle aus mindestens koordiniert. Meistens sind es mehr, und auch die Hundeführer und Bezirksdienstbeamte stehen in engem Kontakt zu der Leitstelle. „Dazu kommen außerdem noch zivile Einsatzfahrzeuge, die für den Beobachter nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind“, erklärt Jörres. In den Streifenwagen haben die Polizisten alles bei sich, was sie im Einsatz brauchen. Dort finden sich unter anderem Messräder für die Vermessung von Unfallstellen, Feuerlöscher, Lampen, Besen, Absperrband, ein Gerät für die Kartenzahlung und eines für den Alkoholtest. Auch Schlagstöcke und Pfefferspray gehören zu Ausrüstung.

Die Pistole haben die Beamten immer am Körper. In der Polizeistation gibt es gesicherte Schränke, in denen die Waffen nach Dienstschluss eingeschlossen werden. „Es ist auch erlaubt, die Waffe mit nach Hause zu nehmen“, erklärt Uwe Drechsler. Dann sei es aus Sicherheitsgründen für den Beamten jedoch Pflicht, die Waffe in mehrere Teile zu zerlegen und diese an unterschiedlichen Stellen zu positionieren.

Anders als die „P99“ führen die Beamten die Maschinenpistolen im normalen Einsatz nicht mit sich. Sie lagern in einem verborgen gelegenen Tresor und werden nur bei Einsätzen wie einem Raubüberfall oder anderen schweren Straftaten mitgeführt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert