„Herrschaft Merode“ feiert ihr 840-jähriges Bestehen

Von: kin
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Auch nach 840 Jahren ist das Schloss Merode immer noch der Mittelpunkt der Herrschaft. Dazu gehören neben Merode noch die Orte Echtz, Konzendorf, Geich, Obergeich, Schlich und D‘horn. Foto: Kinkel
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Prinz Henri-Albert de Merode, Ortsvorsteher Albert Trostorf und Philipp Schmitz-Schunken (von links). Foto: Kinkel
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Ende 1944 wurde Merode zu 90% zerstört. Foto: Kinkel
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Ende 1944 wurde Merode zu 90% zerstört. Foto: Kinkel
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Bei einem Festessen mit 180 Gästen durfte natürlich auch eine Torte nicht fehlen - selbstverständlich in den Meroder Farben Rot und Gelb. Foto: Kinkel

Merode. „Es ist sehr ungewöhnlich, dass die gleiche Familie von Anfang an vor Ort ist. Erst auf dem mittelalterlichen Lehnsgut, später in einem Schloss. In Merode ist das so.“ Prinz Henri-Albert de Merode (38) kennt die Geschichte seiner Familie genau.

Aber auch der Meroder Ortsvorsteher Albert Trostorf (50) und Philipp Schmitz-Schunken (31) von der Dorfgemeinschaft sind mit der Historie „ihres“ Dorfes bestens vertraut. Im Jahr 1174 wurde Merode in einer Maastrichter Urkunde zum ersten Mal erwähnt, in diesem Jahr feiert die Herrschaft, zu der außerdem noch die Orte Echtz, Konzendorf, Geich, Obergeich, Schlich und Dhorn gehören, also ihren 840. Geburtstag.

30 Kaiser kamen vorbei

„Unsere Familie“, erzählt Prinz Albert-Henri, „hat unter Kaiser Barbarossa hier ein Lehnsgut erhalten. Unsere Aufgabe war, den Menschen einen gewissen Schutz zu gewährleisten.“ Die Herrschaft lag damals an einer strategisch wichtigen Straße, der Aachen-Frankfurter-Heer-straße. Mindestens 30 deutsche Kaiser zogen durch die Herrschaft Merode nach Aachen, auch die Jakobspilger waren auf der Heerstraße unterwegs nach Santiago de Compostela. Philipp Schmitz-Schunken: „Die Aachen-Frankfurter-Heerstraße ging mitten durch die Herrschaft. Heute ist die Buslinie 237 die ‚Herrschaftslinie‘. Sie führt durch alle Dörfer bis nach Düren.“

Während der Kaiserzeit habe sich die Herrschaft Merode gut entwickelt, erzählt Prinz Henri-Albert. Die Familie de Merode benannte damals den Stadthalter von Aachen, es gab enge Kontakte zu Friedrich Barbarossa. „Irgendwann sind wir mit dem Kaiser nach Flandern gezogen. Man kann sagen, dass wir eine belgische Familie mit rheinischen Wurzeln sind. Merode ist unser Ursprung, unsere Wiege.“

„Viele schlechte Zeiten“

Mit dem wachsenden Einfluss des Herzogs von Jülich ist die politische Bedeutung der Herrschaft Merode weggefallen. Und trotzdem war das Schloss immer Mittelpunkt des Ortes. Ortsvorsteher Albert Trostorf: „Bis zum Zweiten Weltkrieg war Merode eigentlich immer gleich. Erst danach haben sich neue Wohngebiete und Straßen entwickelt. Die Entwicklung nach dem Krieg endete mit der Eingliederung in die Gemeinde Langerwehe.“

Die beiden Weltkriege, aber auch der 30-jährige Krieg und der spanische Erbfolgekrieg, betont Trostorf, hätten die Geschichte von Merode stark geprägt. Genau wie der Brand des Schlosses im Jahr 2000, bei dem 80 Prozent des Gebäudes zum Teil erheblich beschädigt worden sind. „Merode hat viele schlechte Zeiten erlebt“, weiß Trostorf, „aber genau dann ist die Dorfgemeinschaft auch immer noch enger zusammengewachsen.“ Das ist auch heute noch spürbar.

500 der 750 Bürger von Merode sind Mitglied der Dorfgemeinschaft, etwa genau so viele Mitglieder hat auch der Förderverein des Schlosses. Prinz Albert-Henri: „Eine funktionierende Dorfgemeinschaft ist gerade auch in Zeiten einer immer stärker alternden Gesellschaft wichtig. Einander Helfen, seine Wurzeln nicht vergessen, dass kann für einen Ort sehr viel Halt bedeuten.“

Im Jubiläumsjahr hat die Dorfgemeinschaft Meroder Fahnen, wie es sie schon im 12. Jahrhundert gegeben hat, mit vier roten Balken auf goldenem Grund anfertigen lassen. In allen Ortsteilen der Herrschaft und im Schlosspark steht ein ganz besonderer Baum. Schmitz-Schunken: „Es ist die Birne von Merode, die um das Jahr 1800 dem damaligen Grafen von Merode gewidmet wurde.“

Guter Zusammenhalt

Überhaupt, erklärt Schmitz-Schunken, sei der Zusammenhalt zwischen allen sieben Orten der Herrschaft sehr gut.

Für die Zukunft wünschen sich Philipp Schmitz-Schunken und Albert Trostorf ein paar Einwohner mehr und ein Dorfgemeinschaftshaus. Ziele, die auch die Dorfkonferenz so formuliert hat. Philipp Schmitz-Schunken: „Mehr Einwohner deshalb, weil es dann gelingen kann, das soziale Leben im Ort zu stärken. Aber nicht zu viele. Denn das, was Merode auch ausmacht, ist die Tatsache, dass hier jeder jeden kennt.“

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