Herrlich authentische Mundart-Stücke beim Mahnes-Theater

Von: Laura Huppertz
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„Der Ladysitter“: Opa Archie (2. v. l.) erwartet nach 20 Jahren im Gefängnis zu Hause direkt eine Überraschung. Foto: Laura Huppertz

Boich. „Vorhang auf und Bühne frei“ hieß es am Freitag für die Laiendarsteller des Mahnes-Theaters Boich zur Premiere ihrer diesjährigen Stücke. Einmal jährlich werden an mittlerweile neun Terminen Tür und Tor für die Besucher geöffnet. Bereits im zwölften Jahr spielt das Ensemble in dem Bürgerhaus Boich und schaffte es auch in diesem Jahr wieder, die Zuschauer mit viel Witz und Humor zu begeistern.

So herrschte von Beginn an eine gute und heitere Stimmung im Saal. Gespielt wurden, wie die Jahre zuvor zwei Stücke an einem Abend, und zwar in Mundart. Dazwischen gab es eine kurze Umbaupause. Das erste Stück „Golden Görlies“ wurde von der Gruppe bereits einmal vor zehn Jahren gespielt und am Freitag mit neuer Besetzung noch einmal präsentiert.

Es handelt von drei Damen im Altenheim, die ihre Pflegerin mächtig auf Trab halten. Als eines Tages die Kinder einer Dame zu Besuch kommen und das Haus von der Mutter überschrieben haben möchten, nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Eine Herausforderung für die Lachmuskeln stellt auch das zweite Stück „Der Ladysitter“ von Bernhard Spehling dar.

Als Opa Archie nach einem 20-jährigen Gefängnisaufenthalt endlich entlassen wird, freut er sich auf einen ruhigen Abend in der leeren Wohnung seines Enkels. Da dieser jedoch wegen seines Junggesellenabschieds keine Zeit mehr hat, seinem Opa die Menschen seiner Nachbarschaft und seine Verabredungen vorzustellen, beginnt hier eine amüsante Verwechslungskomödie. So sieht sich der arme Mann mit mehreren „Ladys“ konfrontiert und versucht, der verzwickten Lage Herr zu werden.

Die etwa 25 Mann starke Theatergruppe rund um Gründer Addy Waider formierte sich 2004 nach dem Bau des Bürgerhauses, in das eine Theaterbühne integriert wurde. Addy Waider, der bisher nur Bühnenerfahrung als Sänger bei Karnevalsauftritten gesammelt hatte, war sofort begeistert von der Idee, eine Theatergruppe ins Leben zu rufen. Und so hatten sich bereits zwei Tage später 15 bis 18 Personen gefunden, die sich an dem Projekt beteiligen wollten.

Tägliche Proben

Mittlerweile gibt es zwei Gruppen, die unabhängig voneinander proben und jeweils ein Stück präsentieren. Die Proben beginnen bereits kurz nach Ostern und intensivieren sich bis kurz vor der Aufführung auf tägliches Einstudieren der Rollen. Die Stücke selbst werden bei Verlagen bestellt und eigenhändig vom Ensemble in Mundart übersetzt. Gerade das macht den Charme der Stücke aus, denn mit der Sprache und den Schauspielkünsten der Darsteller wirken sie herrlich authentisch und packen den Zuschauer von Beginn an.

Die Schauspieler im Alter von 25 bis 77 Jahren sind bis nach Köln bekannt und ziehen regelmäßig Besucher von dort an. Weitere Aufführungen sind zu den folgenden Terminen vorgesehen: 13., 14., 15. Oktober sowie 20., 21., 22. Oktober. Freitags beginnt die Vorstellung um 19.30 Uhr, samstags um 19 Uhr und sonntags bereits um 17 Uhr. Zwar sind die Aufführungen immer gut besucht, aber es gibt noch einige Restkarten.

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