Hermann Schaaf geht in den (Un-)Ruhestand

Von: sj
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Hermann Schaaf (2.v.r.) wurde am Sonntag verabschiedet. Seine Nachfolger sind Achim Biergans und Silke Strunk (von links). Pfarrerin Vera Schellberg (r.) ist Leiterin des zuständigen Ausschusses. Foto: Johnen

Düren. Angefangen hat alles im Dürener Satellitenviertel. Im Osten der Stadt lag Anfang der 80er Jahre Einiges im Argen: Spielplätze waren mit Stacheldraht eingezäunt, die Fassaden ganzer Wohnblöcke bröckelten, Fenster waren undicht.

Es war die Geburtsstunde des „Bürgervereins Satellitenviertel“ – und die Geburtsstunde des Büros für Gemeinwesenarbeit der Evangelischen Gemeinde zu Düren.

Der Finanzwirt und Sozialarbeiter Hermann Schaaf, der 1980 seinen Dienst in der Jugendarbeit der Gemeinde angetreten hatte, war ein Mitarbeiter der ersten Stunde, baute das Büro mit auf, leitete es. Nach fast vier Jahrzehnten im Dienst wurde der 66-Jährige am Donnerstag im Haus der Evangelischen Gemeinde zu Düren verabschiedet. Viele Kollegen, Vertreter der Evangelischen Gemeinde, der Stadt Düren und der Sozialverbände nahmen an der Feierstunde teil. Auch viele Menschen aus dem Südosten der Stadt waren da, Bürger aus dem Norden, aus Mariaweiler, Anwohner der Rütger-von-Scheven-Straße: Vertreter aller Stadtteile und Wohnquartiere, in denen Schaaf und sein Team in den vergangenen Jahren Menschen dabei geholfen haben, sich selbst zu helfen.

Kernaufgabe des Büros für Gemeinwesenarbeit ist es nämlich, die Bürger bei der Organisation eigenständiger Bewohnerorganisationen zu beraten und zu unterstützen, damit die Menschen im Stadtteil sich selbst dafür einsetzen, Wohn- und Lebensbedingungen in benachteiligten Vierteln zu verbessern.

„Hermann Schaaf hat uns Politikern beigebracht, dass Stadtentwicklung nichts taugt, wenn sie nicht zugleich soziale Stadtentwicklung ist und die Bürger ihre eigene Stadt mitgestalten können“, dankte Dürens Bürgermeister Paul Larue (CDU) Schaaf für dessen Einsatz. Sei es im Südosten oder im Norden der Stadt: Es erweise sich als sinnvoll, wenn nach dem Auslaufen von Förderprogrammen hauptamtliche Kräfte die neu entstandenen Bürger-Netzwerke unterstützen. „Sie waren immer ein Kämpfer. Nicht parteilich, aber parteiisch. Sie waren ein Anwalt der Menschen“, bedankte sich Larue. „Du warst immer ein Kämpfer mit versöhntem Herz“, ergänzte Pfarrerin Vera Schellberg als Vorsitzende des für die Gemeinwesenarbeit zuständigen Ausschusses. „Du hattest die Bereitschaft, dich zu empören, Kritik zu äußern, uns manchmal auch zu erklären, wie das Leben wirklich ist“, bilanzierte Schellberg. Gleichzeitig sei stets auch die „Kraft der Hoffnung“ Schaafs Ansporn für die Arbeit gewesen.

Silke Strunk und Achim Biergans aus dem Team des Büros werden sich künftig dessen Leitung teilen. Ein Wunsch nicht nur des Bürgermeisters ging am Donnerstag in Erfüllung: Ein sichtlich gerührter Hermann Schaaf geht zwar in den Ruhestand, bleibt dem Büro, den Mitarbeitern und den Menschen aber beratend verbunden.

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