Kreis Düren - Herbstumfrage der Handwerkskammer: Die meisten sind noch zufrieden

Herbstumfrage der Handwerkskammer: Die meisten sind noch zufrieden

Von: Jörg Abels
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Stellten die Herbstumfrage der
Stellten die Herbstumfrage der HWK vor: Hauptgeschäftsführer Peter Deckers und Uwe Günther (r.) von der Kreishandwerkerschaft. Foto: Abels

Kreis Düren. Peter Deckers bemühte einen Vergleich, der passender zum Wetter dieser Tage nicht hätte sein können: „Es ist außergewöhnlich sonnig, aber wir müssen uns ein bisschen wärmer anziehen”, fasste der neue Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen (HWK) die Stimmungslage und die Erwartungen in den Handwerksbetrieben des Kreises Düren zusammen.

Denn der bundesweit erkennbare konjunkturelle Abschwung ist mittlerweile auch im Kreis Düren ein wenig zu spüren. Während das Bau- und das Ausbaugewerbe davon profitieren, dass viele Hausbesitzer angesichts der historisch niedrigen Zinsen eher auf Sanierungen als auf Spareinlagen setzen, habe das Kfz-Gewerbe mit den Folgen der Abwrackprämie zu kämpfen, erklärte Uwe Günther, Geschäftsführer der Kreishandwerkschaft Rureifel. „Die Fahrzeuge sind moderner und müssen seltener in die Werkstätten.”

Und trotzdem: In der am Dienstag vorgestellten Herbstumfrage der Handwerkskammer Aachen bewerten immer noch 78 Prozent der 86 befragten Betriebsinhaber die Situation als gut oder befriedigend. Jeder fünfte Betrieb im Kreis Düren aber meldet bereits eine schlechtere Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Dass die Betriebe im Kreis Düren mit ihrer Geschäftsentwicklung weniger zufrieden sind als zum Beispiel die im benachbarten Kreis Euskirchen führt die Handwerkskammer auch auf die spezifische Ausprägung des Handwerks an der Rur zurück. „Die stärker von der Automobilzuliefererbranche und von der Exportindustrie geprägten Betriebe im Kreis Düren haben den allgemeinen Konjunkturabschwung deutlicher zu spüren bekommen”, erklärte Deckers.

„Nach dem rasanten Aufschwung der vergangenen zweieinhalb Jahre richtet sich die Mehrheit der Unternehmen in den kommenden sechs Monaten auf ein moderateres Tempo ein”, betonte Deckers mit Blick auf die vorliegenden Zahlen. 72 Prozent der Betriebe würden zwar auch weiterhin eine gute oder befriedigende Geschäftslage erwarten, erklärte der Hauptgeschäftsführer, überwiegend aber gingen die Inhaber von einer Konsolidierung des erreichten Niveaus aus.

In den vergangenen Sommermonaten lag die Auslastung der Handwerksbetriebe an der Rur bei durchschnittlich 82 Prozent. Auch das geht aus der Umfrage hervor. Jeder fünfte Betrieb im Kreis Düren meldete gestiegene Auftragseingänge, 30 Prozent wachsenden Umsatz, ein Drittel aber auch rückläufige Erlöse. Dementsprechend sieht die Beschäftigungssituation aus. In 65 Prozent der Betriebe blieb die Belegschaft konstant, 18 Prozent stellten neue Mitarbeiter ein. Damit könnte aber nun erst einmal das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Denn in puncto weiterer Neueinstellungen sind die Betriebe an der Rur eher zurückhaltend. Viele Unternehmen haben bereits zwischen 2010 und 2011 auf die gute Auftragslage reagiert und Mitarbeiter eingestellt; vorausgesetzt sie haben die benötigten Fachkräfte auch gefunden.

Denn, und das stellten Deckers und Günther heraus, aktuell werden im Kammerbezirk noch knapp 1000 Fachkräfte gesucht, darunter 122 in den Elektroberufen, 96 im Bereich Installation/Heizungsbauer, 81 Tischler, 66 im Kfz-Handwerk, 58 Metallbauer und 50 Dachdecker. Dem Mangel begegnen die Betriebe mit verstärkten Ausbildungsbemühungen. Und es werde versucht, Migranten, FH-Absolventen und Abiturienten für das Handwerk zu begeistern.
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