Nörvenich - Herbert Pelzer veröffentlicht seinen ersten Roman „Wie ein neues Familienmitglied“

Herbert Pelzer veröffentlicht seinen ersten Roman „Wie ein neues Familienmitglied“

Von: Sandra Kinkel
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Herbert Pelzer aus Nörvenich arbeitet er gerade an seinem zweiten Buch. Foto: Sandra Kinkel

Nörvenich. Geschichte, vor allem auch die regionale Historie, ist Herbert Pelzers großes Steckenpferd. Der 61-Jährige ist stellvertretender Vorsitzender des Nörvenicher Geschichtsvereins, in der Schule war Geschichte sein Lieblingsfach.

„Ich hatte einen sehr guten Lehrer“, sagt Pelzer. „Der hat meine Liebe zur Geschichte geweckt.“ Für den Geschichtsverein hat Pelzer schon zwei Veröffentlichungen geschrieben, jetzt ist mit „Durch die Jahre“ sein erster Roman erschienen – basierend auf einer wahren Begebenheit, der Geschichte des Juden Josef Treu. Diese Geschichte hat ihre Wurzeln im Dürener Land, wo genau möchte Herbert Pelzer nicht verraten. „Weil es keine Rolle spielt“, sagt er. „Diese Geschichte hätte sich überall so oder so ähnlich in Hitler-Deutschland ereignen können.“ Im Frühling 1927 wird der Viehhändler Josef Treu aus dem Gefängnis in Aachen entlassen.

Voller Zuversicht wagt er einen Neustart. Er lernt Paula kennen, die Liebe seines Lebens. Doch gerade zu der Zeit, als ihre zweite Tochter geboren wird, übernehmen die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland. Jung und voller Lebensmut trifft die jüdische Familie die Angst, die Demütigung und der Verrat hart. Sie verfolgen den sich rasant vollziehenden Wandel, der sich nicht nur in den großen Städten vollzieht, sondern auch in den Eifeldörfern, in denen die Familie Treu, ihre Verwandten und Bekannten leben. Doch noch weigern die Josef und Paula Treu sich verzweifelt, ihre Heimat zu verlassen.

Und wagen am Ende doch den Schritt in die Ungewissheit, in eine neue Welt. Josef begibt sich zunächst alleine auf den langen und beschwerlichen Weg nach Mexiko, um sich eine neue Existenz aufzubauen und Paula und den Kindern Sicherheit bieten zu können, sobald es ihnen gelingt ihm zu folgen. Die Vorfreude auf ein Wiedersehen und ein neues Leben in Freiheit ist groß. Ungleich größer sind die Gefahren und Hindernisse, denen sich Paula ausgesetzt sieht.

Angehörige in Mexiko

„Ich kannte diese Geschichte“, sagt Herbert Pelzer. „Sie hat mich tief bewegt, deswegen habe ich sie recherchiert. Dass ich dieses Buch geschrieben habe, war fast schon eine logische Konsequenz.“

Der Hobby-Historiker hat Angehörige der Treus in Mexiko ausfindig gemacht. „Die Nachkommen der Treus sind total begeistert, dass ich dieses Buch über ihre Vorfahren geschrieben habe. Sie sagen, dass ich ihnen damit ein Fenster in ihre eigene Vergangenheit geöffnet habe.“

Auch wenn sein erster Roman auf einer wahren Geschichte beruht, sind viele der Personen, die in dem Buch vorkommen, frei erfunden. Pelzer: „Manchmal gibt es reale Vorbilder, sehr oft habe ich mir die Menschen aber auch wirklich ausgedacht.“ Es sei ihm ein besonderes Anliegen gewesen, die damalige Zeit zu schildern. „Und es hat mir großen Spaß gemacht, beim Schreiben Menschen zum Leben zu erwecken und Orte mit Fantasienamen zu erfinden.“

Etwa ein Jahr lang hat Herbert Pelzer an seinem Buch gearbeitet, danach hat er 15 Verlage angeschrieben. „Ich habe bewusst kleinere Verlage ausgesucht, die auch einen regionalen Bezug haben. Und am Ende habe ich zwei Zusagen bekommen.“ Als er sein fertiges Buch, dessen Cover ein Foto von Josef Treu zeigt, zum ersten Mal in der Hand gehalten habe, sei das schon ein „sehr besonderer Moment“ gewesen. „Ein bisschen hatte ich das Gefühl, ein neues Familienmitglied begrüßen zu können. Und ich bin mir sicher, dass ich mich sehr freue, wenn ich es eines Tages in einer Buchhandlung liegen sehe.“

Herbert Pelzer hat das Schreiben des Romans so viel Freude gemacht, dass er schon an seinem zweiten Werk arbeitet. Diesmal geht es, so viel kann der Autor schon verraten, um die frühen 60er Jahre in Deutschland. „Und die Geschichte ist völlig frei erfunden.“

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