Düren - Helmut Gote: Gut Essen, um sich fit und gesund zu fühlen

Helmut Gote: Gut Essen, um sich fit und gesund zu fühlen

Von: Sandra Kinkel
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Zwei Männer mit viel Leidenschaft für gutes und gesundes Essen: Koch Helmut Gote und Professor Ingo Froböse von der Sporthochschule in Köln sind in Birkesdorf aufgetreten. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Wussten Sie, dass 750 Milliliter Olivenöl schlappe 5000 Kalorien haben? Oder eine Tüte Chips mal eben mit fast 1000 Kalorien zu Buche schlägt? Oder dass drei Viertel aller Deutschen schon einmal eine Diät gemacht haben? „Essen ist die schönste Hauptsache der Welt“, hat Professor Ingo Froböse, Chef des Zentrums für Gesundheit an der Sporthochschule Köln am Montagabend in der Festhalle Birkesdorf gesagt.

Froböse war auf Einladung der „DAK Gesundheit“ mit Koch Helmut Gote zu Gast in Düren – und hat zum Glück nicht nur über zu viele Kalorien in Olivenöl, Butter und Chips erzählt. Im Gegenteil: der Abend mit Koch und Sportprofessor war informativ, sehr lecker und überaus amüsant. Über 300 Männer und Frauen waren begeistert.

Beide Männer, Ingo Froböse und Helmut Gote, sind 58 Jahre alt, 1,80 Meter groß, der eine (Froböse) wiegt 72 Kilogramm, der andere (Gote) gut 20 Kilogramm mehr. Der Sportprofessor macht sechs Mal in der Woche Sport (Laufen, Radfahren, Muskeltraining). Koch Gote geht dreimal in der Woche ins Schwimmbad. Zum Baden, wie Froböse frotzelt, zum drei Kilometer Schwimmen, wie Gote betont.

Natürlich geht es bei dem Abend in der Festhalle um Sport und natürlich geht es um Kochen, vor allem geht es aber um eine maßvolle Ernährung mit frischen und gesunden Produkten. Deswegen hat Helmut Gote auch zwei Kochplatten dabei, als er auf die Bühne kommt. „Um lecker zu kochen“, sagt er, „braucht es keine riesige Technik. Und leckeres Kochen kann schnell und einfach sein. Das will ich ihnen heute zeigen.“ Deswegen gibt es im Laufe des Abends unter anderem schwarze Linsen mit Chinakohl und Lammhüfte mit grünen Bohnen und Kartoffeln.

Von Professor Ingo Froböse gibt es dazu wertvolle Tipps für eine gesunde Ernährung. „Dass drei Viertel aller Deutschen schon einmal eine Diät gemacht haben“, so Froböse, „ist ein Zeichen dafür, dass bei uns etwas falsch läuft.“ Deutschland entwickele sich zu einer Nation der Nichtbeweger. „Bei uns geht die Entwicklung immer mehr zu vorbereitetem und immer weiter weg von frischem Essen. „Dabei ist Essen doch auch Kultur. Wir müssen vielmehr auf die Qualität unseres Essens achten. Und die hat nichts mit der Größe der Portionen zu tun.“

„Kalorische Restriktion“ ist Froböses Zauberwort. Damit meint er, sich eben nicht ganz satt zu essen, sondern auf 30 bis 50 Prozent der Kalorien zu verzichten.“ Der Mensch, so der Professor, dürfe sich seinen Körper nicht zum Feind machen. „Wir müssen essen, um fit und gesund zu sein, aber eben richtig.“ Zum Frühstück empfiehl Ingo Froböse Kohlenhydrate und Fette („Auch ein Auto kann nicht mit leerem Tank losfahren“), mittags nähr- und vitaminstoffreiche Kost und abends eiweißreiches Essen (zum Beispiel die Linsen mit Schafskäse von Helmut Gote).

„Wichtig ist, dass Sie auf Zwischenmahlzeiten verzichten“, sagt Froböse. „Ich weiß, dass wir Deutschen eine Mümmelgesellschaft sind und eigentlich dauernd essen, aber Sie sollten vier bis fünf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten haben. Und in der Zeit auch keine Limonade oder Latte macchiato trinken.“

Helmut Gote hat an dem Abend in Birkesdorf eine Lanze für das Genießen im Alltag gebrochen. „Von gutem Essen werden Sie nicht dicker als von schlechtem“, so der Koch. „Also sorgen Sie dafür, dass ihr alltägliches Essen besser wird.“ Das ganze Jahr über würden die Deutschen versuchen, möglichst wenig Geld für Lebensmittel auszugeben. „Und Weihnachten kaufen sie dann Hummer und Kaviar. Das ist Quatsch.“

Qualität muss nicht teuer sein

Qualität, so Gote, müsse überhaupt nicht teuer sein. „Nehmen Sie meine Linsen. Für dieses Gericht brauchen sie keine teuren Zutaten. Aber sie brauchen gute Zutaten. Ich nehme französische Puy-Linsen, ganz frische rote Zwiebeln und knackigen Chinakohl.“

Auch bei Salz und Pfeffer, ergänzt Gote, komme es auf die richtigen Produkte an. „Einfaches Meersalz schmeckt deutlich besser als herkömmliches Industriesalz und ist nicht wesentlich teurer. Auch frische Kräuter könnten Essen viel schmackhafter machen. „Estragon ist in der deutschen Küche total unterschätzt“, sagt Gote. Und hat zum Schluss noch einen Tipp parat: „Probieren Sie doch einfach einmal neue Gewürze aus. Ich empfehle Piment.“

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