Helfer mit technischem Know-how gesucht

Von: Stephan Johnen
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Helfer mit technischem Know-how gesucht: Das THW ist zwar eine Bundesanstalt, die Mitarbeiter in den Ortsverbänden allerdings sind Ehrenamtler. Nachwuchs ist jederzeit willkommen. Foto: Stephan Johnen

Düren. Ob Einsatz nach dem Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Langerwehe, Sicherung eines ausgebrannten Mehrfamilienhauses an der Euskirchener Straße in Düren und Bergung eines gekenterten Boots auf dem Rursee: Das Fachwissen der ehrenamtlichen Helfer ist gefragt. An Arbeit mangelt es für die Mitglieder des Technischen Hilfswerks nicht.

Allein die 85 Mitglieder des Ortsverbandes Düren haben im vergangenen Jahr 5500 Dienststunden geleistet, durchschnittlich war jeder Helfer etwa 150 Stunden im Jahr auf technisch-humanitären Einsätzen oder bei Fortbildungen. Der Ortsverband hat jüngst seinen 60. Geburtstag gefeiert – und wünscht sich wie die drei anderen Ortsververbände im Kreis Düren auch für die Zukunft kräftige Schultern, auf denen die Lasten verteilt werden können.

„Wir haben aktuell keinen Personalmangel“, antwortet Jan Richarz vom THW Düren auf die Frage, ob sich das Aussetzen der Wehrpflicht bei der Nachwuchsgewinnung bemerkbar macht. „Aber wir können jeden Interessenten gebrauchen. Die Wehrpflicht war für uns entscheidend“, fügt er hinzu. Etwa 70 Prozent aller Mitglieder kamen statistisch in der Vergangenheit als sogenannte Wehrersatzdienstleistende zum THW und verpflichtete sich dort für mehrere Dienstjahre.

Das war in Düren so, aber auch bei den Ortsverbänden in Jülich, Hürtgenwald und Nörvenich. Der 31 Jahre alte Jan Richarz kam ebenfalls auf diesem Weg zum THW. „So konnte ich früher mit meinem Studium beginnen und gleichzeitig etwas für die Gesellschaft tun“, sagt er. Der Ortsverband hat zuletzt zwölf neue Mitglieder ausgebildet. „Das war eher die Ausnahme denn die Regel“, bilanziert Ortsbeauftragter Guido Heinen. Viele angehende THW-Helfer hatten ihre Freunde mitgebracht. „Für die Zukunft müssen wir uns etwas einfallen lassen, das wird nicht immer so sein“, sagt Heinen.

Der Ortsverband hat bereits damit begonnen. Neben einer Stärkung der Jugendarbeit setzt das THW auch auf Öffentlichkeitsarbeit. Die Dürener haben sich erstmals am Orchideensonntagszug beteiligt, sie stellten sich gemeinsam mit dem THW-Kameraden aus den anderen Ortsverbänden auf dem Dürener Rathausvorplatz vor – und sie rühren im Internet die Werbetrommel. „Nach der Grundausbildung stehen einem je nach eigener Neigung alle Türen zur fachlichen Aus- und Weiterbildung offen“, sagt Rolf Heistert, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Und abwechslungsreiche Aufgaben gebe es beim THW wirklich genug.

„Orten, Retten Bergen“ – umschreibt das THW seine Hauptaufgaben. „Wir rücken an, wenn es technisch kompliziert wird und schweres Gerät benötigt wird“, erklärt Jan Richarz. Das THW verfügt beispielsweise auch über Architekten und Statiker, die als Fachberater zu Einsätzen der Feuerwehr gerufen werden und vor Ort einschätzen, ob ein Haus noch betreten werden kann oder nicht. Grundlegende technischen Hilfeleistungen kann jeder Verband ausüben.

Darüber hinaus haben die Ortsverbände ihre eigenen Fachgruppen: Die Dürener beispielsweise verfügen unter anderem über Bergungstaucher und eine Beleuchtungsgruppe, mit dem Abstützsystem Holz des Hürtgenwalder THW können marode Decken und instabile Wände abgestützt werden, die Jülicher haben sich auf Wassergefahren spezialisiert und in Nörvenich gibt es eine Räumgruppe. Die Einsätze erfolgen meist in der Nachbarschaft – aber auch deutschlandweit und international.

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