Düren - Heitere und ernste Blicke auf die Rolle der Frau

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Heitere und ernste Blicke auf die Rolle der Frau

Von: Bruno Elberfeld
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Mal heiter, mal ernst: Edith Börner sprach im Dürener Rathaus über den Stand der Gleichberechtigung. Foto: Elberfeld

Düren. Zur Feier des Tages tranken einige ein Gläschen Sekt. Und Grund genug zum Anstoßen gab es für die Frauen, die sich am Sonntag im Dürener Rathaus trafen: 90 Jahre Frauenwahlrecht und 60 Jahre Gleichstellung im Grundgesetz.

Am Weltfrauentag hatte die Stadt Düren zum Empfang ins Rathausfoyer gebeten.

„Frauen sind ein Megatrend”, kündigte die Frauenbeauftragte der Stadt, Gilla Knorr, das Herzstück der Feier an: den Auftritt der Kabarettistin Edith Börner. „Seien Sie doch mal ganz ehrlich, meine Damen: Wenn Ihr Mann, durch die vielen Sendungen im Fernsehen animiert, kocht, dann reicht doch keine Einbauküche mehr. Der braucht Platz”, nimmt Börner gleich einmal das starke Geschlecht auf die Schippe.

Die Lacher sind ihr gewiss, obwohl sie mit den Männern recht sachte umgeht, bissige Angriffe sind der Powerfrau offenbar fremd. Die Wirtschaft, so Börner, braucht unbedingt Fachkräfte. Hoch qualifizierte Frauen suchen einen Job, kriegen ihn aber nicht, weil sie Kinder haben.

„Wie, Sie sind schwanger? Das geht aber nicht! So enden leider viele Vorstellungsgespräche”, sagt Börner plötzlich ganz ernst. Dann holten die Bosse doch lieber Frauen aus Osteuropa oder aus Indien. „Was bleibt den Verschmähten anderes übrig, als sich zu verkleiden?”, fragt die Kabarettistin. Wie, das zeigte sie über Video-Beamer.

Da bekamen die Besucherinnen deutsche Frauen in östlichen Gewändern zu sehen, eine zum Mädchen geschrumpfte Frau mit Kleidergröße 164. „Sie alle haben eine Chance, eingestellt zu werden, denn sie untergraben den Betriebsfrieden nicht”, stellt Börner lapidar fest. Wo der Nachwuchs herkommen soll? „Na, dafür müssen die Frauen dann doch sorgen, wer sonst?”

Den weiblichen Gästen, die der Einladung der Stadt gefolgt waren, machte es sichtlich Spaß. Unbecell Kocer etwa hält derartige Veranstaltung für eine gute Sache: „Das sollte öfter passieren, weil das Frauen stark macht gegen die weltweite Benachteiligung.”

Frauen sind belastbar, aber diese Stärke in der Doppelbelastung von Familie und Beruf sollte von den Männern nicht ausgenutzt werden, ist die einhellige Meinung an diesem Sonntag im Dürener Rathaus.

Bürgermeister Paul Larue bemängelte, dass Frauen im Ehrenamt überrepräsentiert seien, in öffentlichen Ämtern aber bei weitem in der Minderzahl. Gilla Knorr unterstrich die Bedeutung des Weltfrauentags als den Tag im Jahr, der den Forderungen der Frauen öffentlich Nachdruck verleihen könne.

Mit einem gewissen Stolz blickte sie in die Geschichte der Frauenbewegung zurück. Man dürfe sich aber auf den Lorbeeren nicht ausruhen, sondern müsse so lange weiter kämpfen, bis die Gleichberechtigung in allen gesellschaftlichen Bereichen Realität geworden sei.
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