Abenden - Heißer Streit im kühlen Busch: Ärger um ein Waldgebiet

Heißer Streit im kühlen Busch: Ärger um ein Waldgebiet

Von: Gudrun Klinkhammer
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Für Dr. Nils-Christian Hakert ist das Maß voll. Er sagt: „Hier gibt es Anlieger, die nehmen tatsächlich das Recht in die eigenen Hände.“ Foto: gkli
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Aufgetürmter Reisig soll verhindern, dass ungebetene Gäste im Kühlenbusch auf Trampelpfaden herumlaufen, auf denen es nicht gestattet ist.

Abenden. „Das Maß ist voll“, sagt Dr. Nils-Christian Hakert. Er ist verärgert. Der Grund: Es gibt derzeit viel Wirbel um den Kühlenbusch. Das Waldgebiet bei Abenden, das auch gerne als „Hausberg“ des Ortes beschrieben wird, hat seit einigen Jahren einen neuen Besitzer, eben Dr. Nils-Christian Hakert.

Über eine Anzeige fand das Ehepaar Hakert die Immobilie Haus Kühlenbusch, ein repräsentatives Gebäude, das einst der Familie Schoeller gehörte. Zur Immobilie zählen rund 100 Hektar Wald. Damit handelt es sich per Gesetz automatisch um eine Eigenjagd. Nils-Christian Hakert und seine Frau renovierten das in die Jahre gekommene Gebäude und warfen auch ein Auge auf das Waldgebiet, bei dem es sich entweder um ein FFH (Fauna-Flora-Habitat)-Gebiet oder ein Naturschutzgebiet handelt.

Hakert: „Auf derartig geschützten Flächen ist das Betretungsrecht eingeschränkt, nur auf ausgewiesenen Wegen dürfen sich die Besucher bewegen.“ Der promovierte Diplom-Kaufmann verweist auf Schilder, die seit 1998 nicht erneuert wurden, auf denen die Gesetzeslage detailliert erklärt wird und auf denen als Strafmaß immer noch eine Summe von bis zu 100000 DM (!) genannt wird.

Der Vorbesitzer des Anwesens setzte die Vorgaben wohl nicht um. Daher: Frische Spuren von Mountainbikern macht Hakert täglich aus, zu lebensgefährlichen Unfällen kam es im steilen Gelände ebenfalls schon mehrfach. Trampelpfade kreuz und quer durch das geschützte Gebiet gehörten in den vergangenen Jahrzehnten zum Alltagsbild.

Um nichts falsch zu machen und um endlich das Gesetz korrekt umzusetzen, lud Nils-Christian Hakert 2014 Vertreter sämtlicher Behörden und Institutionen an einen Tisch ein. Vertreten waren die Untere Landschaftsbehörde und die Biologische Station des Kreises Düren, die Stadt Nideggen, Vertreter des Eifelvereins, des Jagdpächters und der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft. Alle zusammen erarbeiteten eine Karte und einen Plan, trafen Absprachen und legten eine Aufgabenverteilung für den Kühlenbusch fest.

Zum Beispiel gibt es einen E-Mail-Verkehr zwischen Nils-Christian Hakert und Lutz Dalbeck von der Biologischen Station des Kreises Düren, der beinhaltet, dass vor allem auch die Biologische Station Interesse hat, illegale Trampelpfade zu schließen, um etwa den Uhu zu schützen. Hakert: „Im Kühlenbusch ist nur ein einziger Weg offiziell ausgewiesen, der auch vom Eifelverein gepflegt wird, das ist der Wanderweg 37.“

Schon der Vorbesitzer versuchte illegale Pfade zu sperren, in dem er einzelne, dicke Bäume umsägte und über diese illegalen Pfade legte. Hakert: „Die so genannten X-Holzfällungen wurden jedoch mehrfach weggesägt, das ist Sachbeschädigung.“ Aus diesem Grund habe man nun Reisighaufen aufgestapelt, die nicht so einfach weggeräumt werden können. Was Hakert am meisten ärgert: „Hier gibt es Bürger, die nehmen tatsächlich das Recht in die eigenen Hände.“

Auch weitere Vorwürfe wie etwa das Fällen von Bäumen weist der Kaufmann von sich. Teile des Waldes müssten verjüngt und Douglasien entfernt werden, das sei notwendig und kostspielig. Hakert kritisiert mit Blick auf die Vergangenheit auch mangelnde Kommunikation von Seiten der Stadt und sagte ferner: „Von speziellen politischen Vertretern werde ich wie eine Sau durchs Dorf gejagt, das ist das Allerletzte, zumal ich mich rechtlich auf der sicheren Seite bewege und von Beginn an alle Beteiligten ins Boot geholt habe.“ Keiner habe das Kreuz, ihn direkt anzusprechen oder gar zu sagen: „Dem Hakert haben wir Unrecht getan.“

Hoffnungen setzt der 49-Jährige nun auf den neuen Bürgermeister von Nideggen, Marco Schmunkamp und dessen Politik. Hakert: „Der macht einen gradlinigen Eindruck und holt alle an einen Tisch, das ist gut so, darüber freue ich mich sehr.“

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