Düren - Heiße Rockrhythmen heizen zu einem heißen Thema ein

Heiße Rockrhythmen heizen zu einem heißen Thema ein

Von: fjs
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Junge Gewerkschafter demonstrierten bei klirrender Kälte mit Transparenten und Rockrhythmen für die Ubernahme junger Auszubildender. Foto: fjs

Düren. Die heiße Rock-Musik kam gegen die klirrende Kälte kaum an. Bei arktischen Temperaturen griff die Jugend der IG Metall ein heißes Thema auf.

Mit der „Operation Übernahme” wollen die Metaller auf einen Missstand hinweisen, der aus der Sicht der Arbeitgeber so dramatisch nicht ist: Übernahme Auszubildender nach erfolgter Berufsausbildung.

Rund hundert junge und auch ältere Gewerkschafter waren am Freitagabend dem Aufruf zur Auftaktveranstaltung der „Operation Übernahme” auf den Kaiserplatz gefolgt. „Das Wetter kostet uns sicherlich einige Teilnehmer”, so Gewerkschaftssekretär Volker Kohlisch.

Während Paul Zimmermann und Jürgen Müller nochmals die IGM-Position darlegten, schauten sich einige wenige Arbeitgebervertreter aus der Distanz an, was die jungen Leute da als Realität im Pantomimenspiel vorstellten: ohne Perspektive und der Arbeitgeber-Entscheidung hoffnungslos ausgesetzt.

Hans-Harald Sowka, der Geschäftsführer der Vereinigten Industrieverbände Düren-Jülich-Euskirchen (VIV), wiegelte ab: „Die letzten Jahre waren gute Jahre für die Ausbildung, 2008 ein Rekordjahr und 2009 niedrigere Zahlen, weil weniger Abgänger aus den Schulen”.

Die Sorge der IGM-Jugend teilt Sowka ausdrücklich nicht. Er sieht keine Anzeichen dafür, „dass die Übernahmequote in den Keller rutscht”. Zwar schloss Sowka Probleme in einzelnen Unternehmen nicht aus, sah aber im Hinblick auf rückläufige Schülerzahlen ein berechtigtes Interesse der Unternehmer an Ausbildung und Übernahme. Für einige Branchen wie Metallindustrie und Papierverarbeitung bestehe eine tarifvertragliche Übernahmeverpflichtung für zwölf Monate.

Der VIV-Geschäftsführer drehte den Spieß um: dramatischer Rückgang der Schulabgängerzahlen und mangelnde Ausbildungsreife. Hier setze sein Verband an mit Sprachunterricht für Migrantenkinder, Mathe- und Technik-AG an Hauptschulen und der Unterstützung der Ausbildung beim Sozialwerk Dürener Christen.
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