Heimspiel für Paul Panzer in der Arena

Von: Annika Johnen
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„Danke, Düren! Es ist schön, zu Hause zu sein“: Paul Panzer begeisterte seine Fans in der Arena Kreis Düren. Foto: Johnen

Düren. „Woher kommen wir?“ Auf diese zentrale Frage der Philosophie hat Paul Panzer eine einfach Antwort: „Von drusse!“ Mit diesen Worten läutete der Comedian in der ausverkauften Arena Kreis Düren seine Reise in die Menschheitsgeschichte ein und sorgte sofort für lautes Gelächter.

Wie gewohnt im Retro-Blümchenhemd im Stil der 70er Jahre gewandet, stellte er sich philosophische Fragen zum Leben des Menschen – von der Steinzeit bis hin zum Ende der Welt. Immer mit Blick auf das ganze „Univertzum“, aber doch stets auch familiär, schaffte es der in Düren geborene Kölner immer wieder, die Arena zum Lachen zu bringen. Und so manchem der 2200 Besucher kamen vor Lachen sogar die Tränen.

Das Wunder des Lebens

„Das Wunder des Lebens – schön, aber auch eklig“, kommentierte Panzer die Geburt seines Sohnes Bolle und fragte sich zugleich: „Warum legen wir Menschen keine Eier? Wär‘ doch viel praktischer!“ Immer wieder stellte er fest: „In der Steinzeit war alles viel unkomplizierter, es gab nie so viel Theater wie heute.“

„Sogar die Kinderwiegen sind mittlerweile vollelektronisch, alles hochtechnisiert“, verspottete er die übertriebene Technik von heute und schlug sofort einen gekonnten Bogen zu einer großen Problematik unserer Gesellschaft, dem Magerwahn: „Wo hast du heute noch Knochenmobiles wie in der Steinzeit? Außer auf der Fashionweek?“ Panzer schaffte es auch bei heiklen Themen, das Publikum mit seiner direkten Art zu begeistern.

Übertriebene Sorge um Kinder, Autos, übertriebene Sicherheit – mit viel Selbstironie und Beispielen mitten aus dem Leben machte der Comedian die Zuschauern wieder und wieder aufmerksam auf die paradoxen Übertreibungen im Leben. Seien es Autos mit Felgen, die so groß sind, dass man ein Rollgerüst zum Säubern braucht, oder Kinder, gegen die Felix Baumgartner noch leicht bekleidet war. Seiner Ironie sind zudem auch das Ordnungsamt und der „Heini von der Chicorée“ (Mann von der Security), bei seinen zahlreichen Anspielungen auf die unverhältnismäßigen Sicherheitsmaßnahmen in unserer Gesellschaft, zum Opfer gefallen.

„Du darfst ja heute nix mehr! Wartet noch fünf Jahre, dann reitet St. Martin auf nem Schaumstoffpony um ne Wunderkerze“, lautete Panzers überspitzte Vorstellung von der Zukunft.

Das Thema Mann-Frau fehlte auch nicht. Vom Verhalten des Mannes bis hin zum Wandel der Berufe und der Hochzeit, bei der „heute der Reis fliegt und morgen die Tassen“, nahm er alle Klischees auf die Schippe. Besonders ging Panzer aber auf die Suche nach dem Sinn des Lebens ein, auf die er sich mit Horoskopen, Bleigießen und nächtlichen Anrufen bei Wahrsagerinnen begab.

Seinen naiven Scharfsinn bewies Panzer zudem bei seiner Antwort auf chinesische Weisheiten wie: „Wenn du loslässt, hast du beide Hände frei.“ „Erklär das ‚mal einem Gerüstbauer“, wetterte er. Ganz bodenständig kam er zu seiner persönlichen Erkenntnis: „Wir haben nur eine Aufgabe im Leben: glücklich zu sein. Aber wir regen uns ja ständig über alles Mögliche auf“. Gesellschaftskritisch präsentierte sich der 41-jährige publikumsnah und verabschiedete sich mit den Worten: „Danke, Düren! Es ist schön, zu Hause zu sein“.

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