Heimbachs Rat lehnt Trasse ab

Von: Franz Sistemich
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Heimbach. Der Rat der Stadt Heimbach hat sich am Donnerstagabend gegen die neue Trassenführung der 380-kv-Leitung des geplanten Pumpspeicherkraftwerks durch das Heimbacher Stadtgebiet ausgesprochen.

Wie berichtet, will der Bauherr, der Stadtwerkeverbund Trianel, auf eine Hochspannungsleitung im Heimbacher Stadtgebiet verzichten und nun den Strom unterirdisch transportieren. Durch das Odenbachtal soll das Kabel Richtung Blens und Hausen geführt werden. In Hausen soll es in der Hausener Straße bis zum Abzweig Mühlenberg und weiter durch das Sündertal und zur K48 bis westlich Wollersheim verlegt werden. Zwischen dem Nideggener Stadtteil und Vlatten auf Heimbacher Gebiet soll das Erdkabel an die Hochspannungsleitung angeschlossen werden.

Bis auf die beiden Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen votierten alle übrigen Ratsvertreter gegen diese Variante 5.3. Drei Gründe führten Rat und Politik an: Es sei nicht absehbar, welche gesundheitlichen Gefährdungen (elektromagnetischen Felder) für die Bevölkerung bestünden. Es sei auch zu bezweifeln, dass die Erdverkabelung technisch möglich sei, da nach derzeitigem Kenntnisstand noch keine Leitung dieser Länge als Erdkabel verlegt worden sei.

Schließlich sei eine Leitungsverlegung in der engen Hausener Straße wegen der vorhandenen unterirdischen Entwässerungskanäle, Wasserleitung, Niederspannungs- und Straßenbeleuchtungskabel nicht möglich. CDU-Fraktionsvorsitzender Gerd Linden sprach von einer „wilden Ignoranz“, mit der Trianel das Projekt ungeachtet der zu erwartenden Probleme in der Hausener Straße – oder wie von UWV-Ratsherr Josef Jörres für den Bereich zwischen Rur und L249 angemerkt – vorantreibe und auch gesundheitliche Gefahren außer Acht lasse.

Dr. Harro Höger, der SPD-Sprecher, betonte, dass Heimbach ja nicht nur gegen die Erdverkabelung sei, sondern auch eine Hochspannungsleitung über sein Gebiet ablehne. Arno Krischer, der Fraktionsvorsitzende der Grünen, sprach sich wieder für das Kraftwerk aus und meinte nach mehrmaligen Nachfragen von Bürgermeister Bert Züll, dass seine Fraktion, wenn Beweise vorliegen würden, auch gegen eine Trassenführung durch die Hausener Straße sei.

Die Bürger der Stadt Heimbach werden im kommenden Jahr nicht mit höheren Gebühren belastet. Sowohl die Friedhofsgebühren als auch die für Straßenreinigung und Winterdienst bleiben konstant, obwohl es in beiden Fällen zu Unterdeckungen gekommen ist. Billiger werden die Gebühren für den Abfall. Sie werden um gut fünf Prozent fallen. Zwar wird der Gebührenhaushalt ein Defizit von rund 9000 Euro aufweisen. Diese können aus der Rücklage ausgeglichen werden, die wiederum eine Gebührensenkung erlaubt.

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