Heimbacher Fotograf hält Entrümpelungsaktion von Flüchtlingen fest

Von: Bruno Elberfeld
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Bernd Nörig (l.) und Peer Krischbin(r.) mit den Helfern Maher Omar, Sharif Mahammadi und Fadi Shaheen (v.l.) Foto: bel

Heimbach. Da gibt es immer wieder Heimbacher Bürger, die sich etwas einfallen lassen, damit ihre Stadt ins Gespräch kommt. Peer Krischbin, einer der Protagonisten in dieser Denker-Szene, hatte – so berichtete er in seiner Rede anlässlich der Vernissage im Haus Furche in der Hengebachstraße – die Idee, das seit Jahren leerstehende Gebäude von Flüchtlingsmännern auf freiwilliger Basis entrümpeln zu lassen.

Krischbin ist Pate einer armenischen Familie. Und beim Essen mit dieser Familie ereilte ihn der „Geistesblitz“. Viele Flüchtlingsfrauen präsentierten seit langem Köstlichkeiten aus ihren Herkunftsländern. Warum sollten sie das nicht gemeinsam in einem Haus in Heimbach gemeinsam tun?

Eine Location musste her. Das Haus der Magdalena Furche stand seit Jahr und Tag leer. Es war vor einiger Zeit in den Besitz der Stadt Heimbach übergegangen. Bürgermeister Peter Cremer stimmt dem Vorhaben zu. Sechs Männer – Abubakar Sylla Din aus Burkina Faso, Alan Dalawi aus dem Irak, Fadi Shaheen und Maher Omar aus Syrien, Siedaas Katal aus der Türkei sowie Sharif Mahammadi aus Afghanistan – befreiten das Haus auf freiwilliger Basis innerhalb von vier Tagen von Müll und alten Möbeln, eine Hilfsaktion von Flüchtlingen. Schutzhelme und Sicherheitsschuhe wurden gespendet.

Die Aktionen hielt Fotograf Bern Nörig mit seinem Fotoapparat fest. Zur Erinnerung hängen jetzt sieben großformatige Lichtbilder. Eines zeigt die Fassade des Hauses, aus den restlichen sechs sind die Porträts der sechs Entrümplungshelfer zu erkennen. Der Kommentar von Krischbin, Mitglied der Gruppe „Augenweide“ und Moderator der Vernissage: „Ich schwöre 1000 Eide, die Fotos sind eine Augenweide.“

Für Peer Krischbin, Bernd Nörig und viele andere Aktive war diese Aktion ein Zeichen dafür, dass Männer und Frauen, die aus Angst um Leib und Leben aus ihrer Heimat geflohen sind, mit klugen Projekte integriert werden können, indem sie notwendige Dinge in den Zufluchtsorten verrichten.

Den Besuchern der Vernissage gingen die Frage durch den Kopf: Was passiert mit dem Haus? Kann das Haus ein Ort der Begegnung für Flüchtlinge werden, wo sie kochen, spielen und werkeln könnten? Schlüssige Antworten gab es keine. Die Verantwortlichen der Stadt, so glaubten einige Gäste zu wissen, würden zunächst ein Gutachten erstellen lassen. Das Ergebnis des Gutachtens könnte zwei Entscheidungen zur Folge haben: Abriss oder Weiterverwendung nach Instandsetzung. Die Entscheidung wird nicht leicht sein, denn auch in Heimbach ist das Stadtsäckel recht leer.

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