Heimbach löst Probleme ruhig und sachlich

Von: Franz Sistemich
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Die Burg Hengebach prägt wie der Wald und die Rur mit das Heimbacher Stadtbild. Foto: sis

Heimbach. Der kleinsten Stadt an der Rur und im Kreis geht es wie den meisten Städten und Gemeinde im Bundesland: Der Stadtsäckel ist leer. Und er wird leer bleiben. Sehr leer sogar.

Doch in der Kommune mit Burg und Wallfahrtskirche, Kloster und Stausee, Wald und Fluss hat sich trotz der finanziellen Misere in den vergangenen Jahren einiges getan. Heimbach hat sich gemausert, ist lebendiger geworden.

Ruhig ist es dagegen im Heimbacher Stadtrat. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich der Ex-Grüne und Ex-PDS-Mann Ernst Dmytrowski, jetzt Ernst Rabe heißend und aus der Stadt fortgezogen, mit den CDU-Granden Hans-Günther Pütz und Hubert Kleinschmidt erbitterte Wortgefechte lieferte, Ratssitzungen sich in die Länge zogen.

Im Heimbacher Kommunalparlament geht es gesittet, ruhig zu. Die Parteien tauschen ihre Argumente aus in einer sachlich angenehmen Form. Möglicherweise ist dies auch ein Verdienst des Bürgermeisters. Bert Züll sieht sich nicht als Verwaltungschef mit christdemokratischem Parteibuch.

Züll bevorzugt nicht seine Partei. Die anderen Fraktionen und die Grünen werden genauso ausführlich informiert wie die CDU-Kommunalpolitiker. Er nimmt sie mit ins Boot.

Kein Wunder, dass ein Vertreter einer anderen Partei sich gegen Versuch seiner Parteifreunde aus einer Nachbarkommune wehrte, Züll im Wahlkampf anzugreifen. Für die Grünen, die erstmals wieder alle Wahlbezirke besetzen können, sagte beispielsweise Arno Krischer, der Spitzenkandidat: „Bert Züll arbeitet gut, deshalb unterstützen wir seine Wiederwahl als Bürgermeister, ohne dass wir einen Abstrich von unserer Politik machen.”

Züll sieht die Verwaltung als Dienstleister für den Bürger an, kann, wenn er ein Ziel im Interesse der Stadt verfolgt, hartnäckig sein. In Heimbach war deshalb die Verwunderung doch groß, dass die Freien Demokraten eine Gegenkandidatin aufstellten. Gisela Breuer ist 65 Jahre alt, seit 2004 im Heimbacher Stadtrat, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Hausfrau Die FDP zeigt Flagge, obwohl die Siegchancen gen Null tendieren dürften.

Nach dem 30. August, da braucht man kein Prophet zu sein, geht es in Heimbach ruhig und sachlich weiter, um die anstehenden Probleme zu lösen: Das Feriendorf beispielsweise, das Züll gleich nach seinem Amtsantritt aus der Schublade holte und dessen Spatenstich im Frühjahr 2010 erfolgen soll, bringt nicht nur Gäste, sondern stellt an die Stadt große Anforderungen. Ein Punkt: Die Infrastruktur muss verbessert werden. Da sind sich alle Parteien einig. Zuvor werden sie aber noch um jede Stimme der Wähler kämpfen. Sachlich. Bis jetzt hat sich Züll nur einmal geärgert: „Die SPD behauptet in ihrem Programm, sie habe gegen den Landschaftsplan gestimmt. Stimmt nicht. Sie hat im Rat für ihn votiert.” Doch auch das wird wohl nach der Wahl vergessen sein.
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