Heimbach - Heimbach erlebt einen denkwürdigen Tag

Heimbach erlebt einen denkwürdigen Tag

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Spatenstich für ein 43-Millionen-Euro-Projekt: Offiziell wurde am Freitag der Bau des Feriendorfes „Eifeler Tor” in Heimbach begonnen. Foto: Sistemich

Heimbach. Aika ließ sich bitten. Über dem Heimbacher Staubecken zog der Weißkopfadler der Greifvogelstation Hellenthal mehrere weite Kreise. Die Lockrufe von Falkner Karl Fischer ignorierte der stattliche Vogel zunächst. Doch dann erlag er den Verlockungen seines Herrn und schwebte der illustren Gästeschar entgegen.

Denn oberhalb des Staubeckens und neben der Staumauer der Rurtalsperre Schwammenauel warteten zahlreiche Prominente auf Aika: Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar und Landrat Wolfgang Spelthahn beispielsweise wie auch Heimbachs Bürgermeister Bert Züll und Managing-Direktor Don van Schaik. Und mit ihnen viele andere Gäste.

Sie waren gekommen, um Zeuge zu sein: Am Freitag erfolgte der Spatenstich für den Bau des luxuriösen und autofreien Feriendorfs „Eifeler Tor” mit seinen 84 Appartements und 96 Villen. Bei strahlendem Sonnenschein und frischem Wind griff die Prominenz zum Spaten - doch erst, nachdem Aika die Urkunde herangeflogen hatte, mit der Spatenstich offiziell genehmigt wurde. Die Prominenz hatte es nicht leicht. Der Boden war hart, nur wenige Erdkrumen landeten auf der Schaufel.

Beschwerlich wie der Tritt auf das Arbeitsgerät war auch der Weg zur Realisierung des touristischen Projektes, mit einem Volumen von 43 Millionen Euro das größte in Nordrhein-Westfalen. Denn: Von der ersten Aufstellung eines Bebauungsplanes bis zum Freitag vergingen 33 Jahre. Drei Jahrzehnte gab es nur Planungen, vor drei Jahren wurde es dann konkreter.

Bürgermeister Bert Züll zeichnete kurz den Ablauf der vergangenen 36 Monaten nach: Im April 2007 stellte der ehemalige Dürener Landrat Adi Retz als Projektentwickler mit Vertretern der niederländischen Firma Dormio aus Arnheim dem Bürgermeister die erste Skizze vor. Wenige Monate später stießen die Überlegungen auch bei den Ratsvertretern auf große Zustimmung.

Stadt und Unternehmen gingen im April 2008 an die Öffentlichkeit, jetzt erfolgte der Spatenstich. Ende 2011, Anfang 2012 sollen die ersten Gäste ihren Urlaub im neuen Ferienpark genießen können. Der Bürgermeister freut sich schon darauf, sie willkommen zu heißen. Auf diesen Augenblick freut sich auch Don van Schaik. Denn der Niederländer, der Managing von Dormio Leisure Department, machte in seiner Ansprache keinen Hehl daraus, dass die weltweite Finanzkrise auch dem ehrgeizigen Projekt in Heimbach beinahe geschadet hätte: „Vertrauen war nötig, um Investoren zu finden, damit das Projekt gebaut werden kann.”

Die Arnheimer fanden nicht nur genügend Käufer für Appartements und Villen, sondern mit dem Bauunternehmer Ten Brinke aus Bocholtz, der Rabobank und einem privaten niederländischen Investor weitere Geldgeber: „So können wir heute diesen denkwürdigen Tag feiern”, freute sich Don van Schaik. „In der kleinsten Stadt Nordrhein-Westfalens wird die größte touristische Investition getätigt”, freute sich Regierungspräsident Lindlar und bescheinigte den Niederländern Seriosität, denn sonst hätten ihnen die Banken keine Gelder genehmigt.

Die offizielle Baugenehmigung brachte Wolfgang Spelthahn mit, der Rat und Stadt Heimbach lobte, mit der uneingeschränkten Unterstützung des Projektes ein kraftvolles Zeichen wie bei der Internationalen Kunstakademie gesetzt zu haben: „Feriendorf und Akademie sind Meilensteine für Nationalpark und Region”, wies der Landrat auch auf den wirtschaftlichen Nutzen hin, den Heimbach und die Eifel ziehen können.

Vielleicht ist Deutschland in zwei, drei Jahren auch um eine Biersorte reicher: Im Feriendorf wird in einem Brauhaus ein Heimbacher Pils gebraut werden.
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