Heimbach - Heimbach: Eine zweite Heimat für Regisseur Stephan Meyer

Heimbach: Eine zweite Heimat für Regisseur Stephan Meyer

Von: Gudrun Klinkhammer
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Eine Szene aus dem neuen Stephan-Meyer-Film: „Der Hafenpastor und das graue Kind“ mit Jan Fedder in der Hauptrolle, der am 16. Januar um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt wird. Foto: NDR/Degeto/Sandra Hoever
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Der Regisseur Stephan Meyer lebt in Köln und Heimbach. An der Eifel schätzt er vor allem die Natur und die Möglichkeit, wandern zu gehen. Foto: Gudrun Klinkhammer

Heimbach. Lächelnd lehnt sich Stephan Meyer auf der Sitzbank im Stadtcafé in Heimbach zurück. Seinen Beruf als Regisseur sieht er völlig unspektakulär. Schon viele Filme hat er abgedreht. Er lernte das Geschäft bereits als Schüler kennen. Heute lebt er in Heimbach und Köln und genießt diesen Gegensatz von Stadt- und Landleben.

Über sein neues Projekt „Der Hafenpastor und das graue Kind“ mit Jan Fedder in der Hauptrolle gibt er gerne Auskunft.

Zweiter Hafenpastor-Dreh

Mit einem „grauen Kind“ bezeichnen Sozialbehörden Babys beziehungsweise Kinder, die aus sozial extrem schwierigen Verhältnissen stammen. In der Regel sind die jungen Erdenbürger unterentwickelt, körperlich sowie geistig. Ihre Prognose ist schlecht, ihre Haut meist fahl und grau. Der neue Film mit dem Schauspieler Jan Fedder als „Hafenpastor“ in der Hauptrolle beschäftigt sich mit genau diesem Thema. Der Titel des 88-minütigen Streifen, der am Freitag, 16. Januar, um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt wird, lautet daher „Der Hafenpastor und das graue Kind“.

Mit Jan Fedder hat Stephan Meyer im Jahr 2012 bereits die erste Folge des „Hafenpastors“ gedreht. Darin kümmerte sich der Geistliche der St.-Pauli-Kirche in Hamburg, Pastor Stefan Book (Jan Fedder), um eine dunkelhäutige Abiturientin, die nach Afrika abgeschoben werden soll. Am 12. September 2012 sahen 5,25 Millionen Zuschauer diesen Film.

In der zweiten Folge geht es um eine 16-Jährige aus der Alkoholiker-Szene, die mit ihrem unwesentlich älteren Freund ein Baby in die Welt setzt.

An die Begehung der St. Pauli-Kirche vor dem zweiten Filmdreh erinnert sich Stephan Meyer noch sehr genau: „Im letzten Winter, als wir den Film vorbereiteten, lebten in der St.-Pauli-Kirche 300 Lampedusa-Flüchtlinge. Diese Bilder vergesse ich nicht. Überall in der Kirche waren Menschen.“

Die Arbeit als Regisseur beschreibt Stephan Meyer nüchtern als „Handwerk“. Bereits als Schüler schnupperte er Theaterluft, als Komparse half er an den Städtischen Bühnen in seiner Heimatstadt Frankfurt aus. Nach dem Abitur in Frankfurt studierte er Germanistik, den Kontakt zum Theater hielt er aufrecht. Irgendwann arbeitete er für Fritz Rémond, den damaligen Leiter des „Kleinen Theaters am Zoo“ in Frankfurt als Regieassistent und studierte an der Filmhochschule in München.

„Nach dem Diplomabschluss begann die Ochsentour“, erinnert sich Stephan Meyer. Bei der Bavaria in München heuerte er als Regieassistent an und lernte die Praxis und den Alltag des Geschäfts kennen. Nach einigen Arbeiten als Regisseur begann er auch Drehbücher zu verfassen, so etwa zur TV-Reihe „Die Knapp-Familie“ (1980/1983) oder zum TV-Film „In Teufels Küche“ (1990). Es folgten viele weitere zum Teil preisgekrönte Arbeiten. Unter anderem erhielt Stephan Meyer den Adolf-Grimme-Preis in Silber.

Eine denkwürdige Entstehungsgeschichte besitzt der Film „Ein Sommer in Rom“, der 2014 auf den Markt kam. Der Stoff über einen deutschen Zeitungs-Korrespondenten in Rom existierte schon eine Weile, wollte aber partout nicht in Produktion gehen. Stephan Meyer erinnert sich: „Das Drehbuch enthielt eine eher kleine Geschichte mit allerlei komischen Situationen, die aber leider zum Gähnen langweilig und altbacken erzählt war.“ Das Material wurde komplett neu geschüttelt und gerüttelt. Und dem Regisseur war klar: „Diese Geschichte lebt stark von der Besetzung, von Schauspielern, die richtig Komödie können.“ Mit Thomas Heinze und Esther Schweins in den Hauptrollen gelang das Kunststück, und der Film wurde zum großen Erfolg.

Auf die Frage, welches Projekt bisher das Wichtigste war, antwortet der Regisseur wie ein Sportler: „Das wichtigste Projekt ist immer das nächste.“ In Heimbach, wo er seit einigen Jahren eine zweite Heimat gefunden hat, schätzt er die Natur und die Freizeitmöglichkeiten. „Eigentlich war ich immer ein Großstadtmensch und hätte wetten können, dass das Landleben gar nicht mein Ding ist“, erzählt der Regisseur. Doch weit gefehlt.

Die Spaziergänge durch die Natur weiß er inzwischen zu schätzen: „Andere Menschen zahlen einen Haufen Geld dafür, dass sie hier Urlaub machen können.“ Auch entdeckte der humorvolle Filmemacher in Heimbach seine Heimwerkerseite: „Der große Baumarkt in Düren ist für mich zum beliebten Ausflugsziel geworden.“

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