Heimbach: Ein Masterplan für das Rurstädtchen

Von: Gudrun Klinkhammer
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An Ideen mangelt es nicht: Die brachliegenden Treibhäuser „Über Rur“ könnten beispielsweise für Märkte reaktiviert werden. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Professor Peter Jahnen zeigte innovative Ideen auf, die sehr begrüßt wurden.

Heimbach. Wie wird die Stadt Heimbach, die einst als das „Mallorca der Kölner“ galt und inzwischen arg in die Jahre gekommen ist, wohl in zehn Jahren aussehen? Wird die Hengebachstraße verkehrsberuhigter sein? Wird das Rurufer zur Flaniermeile? Bereits 2012 gab es für die kleinste Stadt NRWs einen Masterplan, allerdings versandeten die Ideen zunächst, der Plan wurde nicht weiter verfolgt.

Nach der Bürgermeisterwahl 2014 wurde der Plan reaktiviert. Dieses „Integrierte Handlungskonzept“ enthält rund 20 Ideen, die Mitarbeiter des Aachener Planungsbüros „Heinz Jahnen Pflüger“ im Haus des Gastes in Heimbach vorstellten. Dr. Frank Pflüger moderierte, Professor Peter Jahnen referierte.

Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer begrüßte und diskutierte mit. Dabei kam eine sehr emotionale Seite von ihm zum Vorschein. Für seine engagierten Aussagen erhielt er viel Applaus. Cremer: „Wenn wir nicht investieren, dann haben wir verloren. Wir brauchen eine Qualitätsoffensive.“ Kritik aus Ortschaften wie Hergarten oder Blens wies er entschieden zurück: „Millionen sind in den vergangenen Jahren in die einzelnen Ortschaften geflossen, jetzt ist Heimbach dran.“

Jahnen führte den Zuhörern verbesserungswürdige Punkte vor Augen. Mängel gebe es in der Gastronomie und auch im touristischen Angebot. Jahnen: „Die Leute gehen die Hengebachstraße hoch, werden immer langsamer, drehen um und das war es dann.“ Die Gäste im Resort Eifeler Tor zum Beispiel würden eher nach Monschau geschickt als nach Heimbach.

Das müsse sich ändern. Jahnen: „Stellen sie 50 Räder ans Resort, damit können die Gäste bis in den Kernort hinunter rollen. Und abends werden sie mit dem Bus wieder zurückgefahren.“ Zudem würden in Heimbach kleine Rundwege fehlen, auch gebe es keine guten Verbindungswege etwa zwischen Rurufer und Hengebachstraße. Das Rurufer sei in die Jahre gekommen und brauche eine Überarbeitung.

Großes Thema sei auch der Verkehr. Da es sich bei der Hengebachstraße aktuell um eine Landstraße handelt, sei die Möglichkeit zu prüfen, diese auf eine kommunale Straße zurückzustufen. Das hätte den Vorteil, dass die Stadt Heimbach selbst für die Verkehrsführung verantwortlich zeichne, sie allerdings auch für die Pflege und damit für die Kosten verantwortlich sei.

Der Leerstand in der Hengebachstraße liegt derzeit bei 18 Prozent, eine vergleichsweise hohe Zahl. Stellplätze gibt es laut Jahnen in Heimbach ausreichend, jedoch würden diese von Anliegern zu den Haupteinkaufszeiten blockiert und nicht für Käufer freigehalten. Gleiches gilt für den großen Parkplatz, auf dem Märkte abgehalten werden. Jahnen: „Mit den Märkten verbauen sie sich die vorhandenen Parkplätze.“

Viel besser sei es, etwa die brachliegenden Treibhäuser „Über Rur“ zu reaktivieren, dem Ganzen ein Café anzuschließen und an dieser Stelle unter Dach regelmäßig Märkte abzuhalten.

Weiter sprach der Fachmann die Möglichkeit an, Raum für Betreutes Wohnen zu schaffen. Man könnte den Bauhof in die alte Gummifabrik verlagern und anstelle des Bauhofes ein neues, entsprechendes Gebäude errichten, so dass Heimbacher auch im Alter in ihrem Ort wohnen bleiben könnten.

Möglich sei das eventuell auch im Haus Schönblick, wenn der Besitzer denn mitspiele. Auch könnten um das Haus Schönblick herum neue Einkaufsmöglichkeiten entstehen, als Kontrapunkt zum Kernort. Jahnen: „In Heimbach wird nur 53 Prozent der möglichen Ausgaben getätigt, das ist viel zu wenig.“

Auch die Umgestaltung des Kreisels am Bahnhof wurde angesprochen sowie die Offenlegung des Heimbachs in der Hengebachstraße. Cremer: „In drei Wochen muss der Entwurf dem Regionalrat vorliegen, mit der Bewilligung können wir dann im Frühsommer rechnen.“

Im Herbst könnten die Pläne weiter vorangetrieben werden, mit der Umsetzung diverser Maßnahmen ist dann in den nächsten Jahren zu rechnen. 2020 soll die Maßnahme abgeschlossen werden. 6,6 Millionen Euro möchte die Stadt Heimbach bei der Bezirksregierung beantragen, der Eigenanteil der Stadt würde bei 1,98 Millionen in den kommenden fünf Jahren liegen.

Das sind etwa 400.000 Euro pro Jahr, wovon 300.000 Euro Investitionszulagen entnommen werden könnten, so dass aus dem laufenden Haushalt pro Jahr 100.000 Euro entnommen werden müssten. Aufgrund dieser Maßnahme hoffen die Verantwortlichen auf viele private Investoren, die mitziehen.

Ein Sanierungsberater soll mit einer festen Stundenzahl und einem festen Büro in Heimbach angesiedelt werden, der mögliche Investoren berät, beispielsweise in Sachen Fördergelder.

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