Heimatmuseum ist ein wahres Schmuckstück

Von: Margret Vallot
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Der Vereinsvorsitzende Günther Hamboch (73) in der Schusterwerkstatt, die so in Merzenich in alter Zeit mal existiert hat. Foto: Margret Vallot
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Das Merzenicher Heimatmuseum ist architektonisch sehr reizvoll. Hier ein Blick in den Innenhof. Foto: Magret Vallot

Merzenich. Mehrmals im Jahr lädt der Merzenicher Heimat- und Geschichtsverein zu Ausstellungen in sein Museum ein. In diesem Mai werden gleich zwei Ausstellungen eröffnet: Eine Bilderschau für die Freunde der schönen Künste und eine Ausstellung mit Modellen von Lastkraftwagen und Traktoren, für eher an Technik interessierte Menschen. Doch auch wenn es gar keine Ausstellung gibt, ist das Heimatmuseum einen Besuch wert.

Das Museum von Merzenich, das ist die bereits 1688 urkundlich erwähnte Hofanlage Engelen mitten im Ort. Dort sieht der Vereinsvorsitzende Günther Hamboch (73) mehrmals die Woche nach dem Rechten. Die Anlage war Mitte der 1980er Jahre sehr heruntergekommen. In ehrenamtlicher Arbeit, finanziell unterstützt von Gemeinde und Landschaftsverband, wurde sie wieder hergerichtet.

Heute lässt sich dort nachempfinden, wie die bäuerlichen Vorfahren der Merzenicher einmal gelebt haben. In dem aus Lehmfachwerk bestehenden Wohnhaus gibt es original möblierte Wohnräume zu besichtigen. Außerdem eine Schlafkammer, eine Küche, eine Backstube und eine Räucherkammer. Alles so, als hätten die Bewohner die Räume gerade erst verlassen.

In den Nebengebäuden sind alte Handwerksbetriebe wie Schusterei und Schmiede untergebracht. In der Scheune ist die Einrichtung der ehemaligen Merzenicher Mühle ausgestellt, deren komplette Einrichtung mit Mahlgang, Weizen- und Haferquetsche voll funktionstüchtig ist. „Frisch gemahlenes Mehl hat einen besonderen, sehr guten Geschmack“, weiß Günter Hamboch aus Erfahrung.

Geschlossene Anlage

Wohl 2000 Quadratmeter groß ist die Anlage, von allen vier Seiten geschlossen. „Die Russlanddeutschen, die krieg ich hier gar nicht mehr raus“, erzählt der Museumschef lachend. Aber auch ältere Merzenicher fühlen sich dort angenehm an längst vergangene Kindheitstage erinnert. Überall liegen Geräte aus Küche und Hof herum, die es heute längst nicht mehr gibt. Ein Archiv und einen fest angestellten Archivar, das können sich eigentlich nur Städte von der Größe Dürens leisten. In Merzenich wird diese Arbeit ehrenamtlich vom Heimat- und Geschichtsverein geleistet: Es gibt ein Archiv, das alles sammelt, was mit Merzenich und seinen Ortsteilen zu tun hat. Mehrere tausend Fotos sind dort, dazu Texte aus Zeitungen, Urkunden und Objekte.

Im Archiv verbringt Günter Kirstein (70) drei Mal die Woche seine Freizeit. Zur Zeit ist er vollauf damit beschäftigt, Dokumente und Fotos von Morschenich, das bald dem Braunkohlebagger weichen soll, einzuordnen. „Wir können nichts kaufen, wir haben nur das, was die Menschen uns geben“, sagt Kirstein. Alle Schätze werden, penibel geordnet, in Panzerschränken aufbewahrt. Wer etwas über seine Merzenicher Vorfahren wissen möchte, ist hier richtig.

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