Lüxheim - Heiligenhäuschen: Nach dem Abriss ist vor dem Wiederaufbau

Heiligenhäuschen: Nach dem Abriss ist vor dem Wiederaufbau

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
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Der Nörvenicher Architekt Christoph Kruppa hat erste Pläne für den Wiederaufbau des zerstörten Muttergotteshäuschens in Lüxheim vorgelegt. Foto: B. Giesen
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Ein Modell im Maßstab 1:50 soll am Sonntag in der Bürgerhalle erstmals gezeigt werden. Foto: B. Giesen

Lüxheim. Wenn am Sonntag in Lüxheim die Stimmen zur Landtagswahl ausgezählt werden, könnte es vielleicht sein, dass die Wahlbeteiligung etwas höher ausfallen wird als üblich. Immerhin gibt es für die Lüxheimer einen besonderen Grund, die Bürgerhalle aufzusuchen, in der sich das Wahllokal befindet: Erstmals werden die Pläne für den Wiederaufbau des abgerissenen Muttergotteshäuschens gezeigt.

Entworfen hat die Pläne der Nörvenicher Architekt Christoph Kruppa, der das Muttergotteshäuschen mit Bedacht im Stil der heutigen Zeit wieder aufbauen will. Kruppa hat ein Rundgebäude skizziert, das einen Radius von 1,20 Meter aufweist und nicht nur den Bezug zum abgerissenen Bildstock herstellt, sondern auch auf die Zerstörung selbst verweist.

So hat er beispielsweise den nach Osten ausgerichteten Rundbau mit einer Schürze ummantelt, die symbolisch als Schutz für das Muttergotteshäuschen gedacht ist und an deren Frontseite das aus dem Schutthaufen gerettete Kreuz des früheren Bildstocks angebracht werden soll.

Noch nicht berücksichtigt in der ersten Skizze sind Lichtfenster in der Schürze. Kruppa: „Die Sonnenstrahlen, die morgens durch diese Fenster fallen, würden die Muttergottes symbolisch ‚wecken‘.“ Im neuen Muttergotteshäuschen selbst hat Kruppa Fenster eingearbeitet, die wie Risse wirken. „Das soll widerspiegeln, was dem Gebäude passiert ist“, erklärt Kruppa. Natürlich wird auch die Muttergottes-Statue ihren Platz in dem Rundbau finden.

Die Statue, ebenfalls nach dem Abriss aus dem Schutthaufen geborgen, war von einem Restaurator aus Inden/Altdorf aufwändig restauriert worden. Bei den Plänen von Kruppa handelt es sich zunächst um einen Vorschlag, der mit den Lüxheimer Bürgern nun diskutiert werden soll.

Nach der ersten Vorstellung des Modells im Maßstab 1:50 plus einer Beschreibung, soll es dann ausführlich bei einer Informationsveranstaltung am Samstag, 27. Mai, um 19 Uhr in der Bürgerhalle vorgestellt werden. Dann wird auch Christoph Kruppa seinen Vorschlag erläutern und beispielsweise erklären, warum die geplante Schürze eine Höhe von fünf Metern erhalten soll.

Beim Wiederaufbau setzt Kruppa auf alte Feldbrandsteine, die größtenteils aus Abbrucharbeiten im Bereich des Tagebaus Garzweiler stammen. Um mögliche rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden, hat sich die Lüxheimer Initiative für den Wiederaufbau des Muttergotteshäuschens um Maria Hürtgen entschieden, die nach dem Abriss gesicherten Steine nicht zu verwenden.

Fünfstellige Summe

Entscheiden sich die Lüxheimer für den Entwurf, kann der Bauantrag gestellt werden. Vorgesehen ist, das Muttergotteshäuschen auf Gemeindegrund in der kleinen Parkanlage neu zu errichten. Die genauen Kosten für die Wiedererrichtung des Muttergotteshäuschens sind noch nicht ermittelt. Kruppa schätzt aber, dass sie den vierstelligen Bereich überschreiten werden.

Die ersten Spenden konnte die Gruppe um Maria Hürtgen bereits sammeln. Ihr Ziel ist es, den Wiederaufbau so schnell wie möglich zu realisieren.

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