Heidi Nolden stellt nach zehnjähriger Schaffenspause wieder aus

Von: Bruno Elberfeld
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Künstler unter sich und in ein Bild vertieft: Malerin Heidi Nolden im Gespräch mit ihrem Laudator Karl Hackstein. Foto: Bruno Elberfeld

Nideggen. „Das war so“, erinnert sich Heidi Nolden, die nach zehnjähriger Schaffenspause wieder ins Ausstellungsgeschäft eingestiegen ist, „meine beiden Enkel mussten beschäftigt werden und da hatte ich den Einfall, sie doch mit Fäden malen zu lassen. Immer nur Pinsel – ist ja langweilig.“

Und so kam die Malerin zu einer neuen Maltechnik, von der sie bis dato noch nichts gehört, nichts gesehen und nichts gelesen hat: Malen mit Fäden, dicken und dünnen, langen und kurzen, egal aus welchem Material. Man tunkt den Faden in eine Farbe, Acryl oder Acryl-Harzfarbe, zieht ihn über das Papier, lässt ihn tanzen oder auch kurze Zeit verweilen.

Das Papier hat vielleicht vorher schon farbige Konturen, mit Pinsel aufgetragen oder mit Papier auf Papier gedruckt. Die Formen dieser Drucke sind nicht vorhersehbar. Das Auge des Malers entscheidet über die Figurtauglichkeit des Produkts. Kann daraus eine Gestalt zum Leben erweckt werden? Viele Versuche wandern in den Papierkorb, wenn die Form auf dem Blatt absolut nichts hergibt.

Laudator Karl Hackstein erinnerte sich an eine Aussage Karl Lagerfelds, der von seinen Zeichnungen etwa 90 Prozent in den Papierkorb wandern lässt. „Malerei birgt das Risiko des Scheiterns in sich“, erklärte Hackstein.

An den Wänden des Dürener Tors kann der Besucher auf 21 Gemälden, Klein- und Mittelformaten, in dezenten, zurückhaltenden Farben Lebewesen erkennen, zierlich und filigran. Dem Betrachter ist es überlassen, den Gebilden Namen zu geben und mit ihnen eigene Geschichten zu entwickeln. Da laufen Tiere oder tierähnliche Fabelwesen durch eine bizarre Landschaft, ein Mensch ist in Hundebegleitung, ein menschenähnliches Wesen sitzt auf einer Bank im Dialog mit einem Vierbeiner.

Menschen im Gespräch untereinander, ein Tanzpaar, auf Papier gebannt bei eng getanztem Tango, Kommunikation zwischen einem Vogel und einem Hasen, eine Frau „pitscht“, zögert durch Überschlagen der Beine ihren Toilettengang hinaus. Heidi Nolden kann berichten, wie sie ihre Gemälde rein technisch macht. Sie braucht Papier, Farbe, Druck und Fäden. Ist da eine Idee für ein Werk im Kopf? Fehlanzeige. Es ist, so betont sie immer wieder, ein farbiges Zufallsprodukt, dem sie zum Schluss mit farbigen Fäden Konturen verleiht. „Es ergibt sich halt so!“, ist ein beliebter Satz der Malerin.

In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war Nolden eine bekannte Ikonenmalerin. Ihre Exaktheit und Detailtreue spiegelte sich auch in ihren Buchillustrationen wider. Jetzt geht sie wieder an die Öffentlichkeit mit einer neuen Technik, weg von vorgegebenen Strukturen, gepaart mit neuen Ideen, hin zu einer neuen künstlerischen Freiheit.

Zu sehen ist die Schau bis zum 14. August, mittwochs von 14 bis 18 Uhr, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.

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