„Heidewitzka, Herr Kapitän“ heißt es zum Auftakt der Session

Von: Bruno Elberfeld
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Saxophonist Engelbert Wrobel aus Abenden rockte das Haus der Stadt bei der musikalischen Sessionseröffnung mit kölschen Liedern. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. Schon mit „Heidewitzka, Herr Kapitän“ eröffneten Renold Quade und das „Symphonische Blasorchester Orchester“ der Musikschule Düren das offene Singen der „Quade-Chöre“. Die Gäste im Haus der Stadt kannten die Texte, die seit Jahren und Jahrzehnten den Rhein rauf und runter gesungen wurden und werden.

„Wer soll das bezahlen? oder „Wir kommen alle in den Himmel“ – aktueller können auch heutige Lieder beileibe nicht sein.

Veranstalter der musikalischen Sessionseröffnung waren – wie alle Jahre zuvor – die „Cappella Villa Duria“ unter ihrem Chef Johannes Esser und die „Närrischen Norddürener“, deren Chef Professor Dr. Heribert Schmidt die Veranstaltung nicht nur moderierte, sondern mit eigenen Wort- und Liedbeiträgen dirigierte und aufs Köstlichste amüsierte.

Dabei vergaß Schmidt nicht die Nachdenklichkeit, die schon immer zu einem echten Karneval dazugehörte. „Drenk doch ene met!“ – ein im Rheinland gern gesungenes Lied. Heribert Schmidt interpretierte diese Aufforderung durchaus ernst. „Wenn Sie einen Flüchtling sehen“, forderte er die Besucher auf, „reichen Sie ihm ein Glas, wie das in Köln immer üblich war.“

In seinen Beiträgen zeigte sich der Moderator durchaus als jemand, der die Kommunalpolitik im Blick hat. Bürgermeister Paul Larue prophezeite er im Beisein seiner Gattin und des aktuellen Prinzenpaars, Wimar I. und Ute I. (Wysluch), die baldige Selig- oder gar Heiligsprechung, denn wer so lange mit einer „Ampelmehrheit“ regiere, dem verweigere der Vatikan keinesfalls die verdienten Meriten.

Ein musikalischer Höhepunkt war der Auftritt von Engelbert Wrobel aus Abenden. Der Saxofonist wird weltweit als einer der besten seiner Zunft gehandelt. Auf der Bühne und beim Bad im Publikum zeigte er bisher wenig bekannte Talente in karnevalistischer Betätigung auf seinen „Tröten“, wie er seine Instrumente schon mal bezeichnet. Wrobel zelebrierte seinen Auftritt im karnevalistischen Outfit, sprach rheinisches Platt mit Nordeifeler Färbung und begeisterte die Menschen mit Songs und Ohrwürmern aus Kölle, in der Mehrzahl Lieder von den „Bläck Fööss“.

Einen gewaltigen Kracher präsentierten die Veranstalter mit Jutta Gersten aus der närrischen Domstadt. Mit ihrem Akkordeon, ihren Liedern, ihren Anekdötchen wurde sie Teil des Publikums, hatte Kontakt zu „Alfons“ in der ersten Reihe, nahm Männer und Frauen auf die Schippe. „Humor ist im Karneval eine ernste Sache“, überschrieb sie den Fastelovvend. Locker überschritt sie, 84 Jahre, fit, scharfzüngig und schlagfertig, die ihr zugeteilte Zeit.

Martin Schopps erzählte und sang trefflich von den Freuden und Leiden seines Lehrerdaseins. Kanak- und SMS-Sprache, Missverständnisse durch Sprache, das Einstellungsgespräch mit Überprüfung der Zahlen bis Zehn, dies alles hinterfragte und begeisterte. Den „Närrischen Norddürenern“, den Hofsängern, an ihrer Spitze Johannes Esser, oblag das große Gemeinschaftssingen zum Schluss. „Wenn es Nacht wird über Düren“ – ein Erinnerungslied, fünf Tage vor dem 16. November, das ist auch Karneval.

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