Düren - Heftige Kritik an der Decathlon-Entscheidung

Heftige Kritik an der Decathlon-Entscheidung

Von: cl
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Düren. Die Entscheidung des Stadtentwicklungsausschusses, den Weg zur Ansiedlung der französischen Sportmarkt-Kette Decathlon im „Großen Tal” freizumachen, sorgt für heftige Kritik.

In einem Brief an Bürgermeister Paul Larue sprechen der Einzelhandelsverband Aachen-Düren-Köln, die Interessenvertretung der innerstädtischen Immobilienbesitzer (IVI), die Werbegemeinschaft IG City und die Cityma Düren von einem Glaubwürdigkeitsverlust der Dürener Politik. Die Entscheidung pro Decathlon habe man „mit Erschrecken und großem Unverständnis” zur Kenntnis genommen.

Das Ja zu Decathlon widerspreche der noch vor kurzem von Seiten der Politik gewollten Entwicklung des Dürener Einzelhandels, heißt es in dem Schreiben. Darin sei die Sicherung gewachsener Strukturen, insbesondere der Dürener Innenstadt, festgeschrieben worden.

Mit der Decathlon-Entscheidung kehre die Politik von diesem Ziel ab und nehme damit in Kauf, dass in der Innenstadt bald Stillstand herrsche. Die Ansiedlung des Sportmarktes habe für die City einen erheblichen Kundenverlust zur Folge, gefährde die Branchenvielfalt und die Attraktivität des Zentrums.

Aus Sicht des Einzelhandelsverbandes und der anderen Briefunterzeichner ist das Decathlon-Sortiment zu 50 Prozent „innenstadtrelevant”, gehört also ins Zentrum der Stadt und nicht auf die „grüne Wiese”. Selbst ein von Decathlon bezahlter Gutachter habe „signifikante Auswirkungen für den innerstädtischen Handel” prognostiziert, heißt es in dem Schreiben weiter.

Auch in der CDU-Fraktion, die sich intern nur mit 12:10 Stimmen für Decathlon entschieden hatte, gehen die Diskussionen weiter. CDU-Mittelstandsvertreter Rolf Delhougne, der als einziger seiner Fraktion auch in der Abstimmung des Stadtentwicklungsausschusses mit Nein gestimmt hat, warf seinem Fraktionskollegen Rainer Guthausen Unglaubwürdigkeit vor.

Guthausen, der sich als Vorsitzender der IG City heftig gegen die Decathlon-Ansiedlung zur Wehr setzt, stimmte im Ausschuss dafür. „Es entspricht nicht meinem Demokratieverständnis, gegen die eigene Fraktion zu stimmen. Wenn die Mehrheit eine andere Meinung vertritt als ich, dann habe ich das als Mitglied einer Fraktion zu akzeptieren”, erklärte Guthausen sein Abstimmungsverhalten.
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