Heeresmusikkorps improvisiert auf Schloss Merode

Von: Gudrun Klinkhammer
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Rund 200 Gäste genießen die feinen Klänge des Heeresmusikkorps Koblenz auf Schloss Merode. Auf der Treppe in der großen Schlosshalle stellten sich einige Musiker auf, um gemeinsam mit den anderen Profis, die sich im großen Raum verteilt hatten, das Konzert zu beenden. Foto: Gudrun Klinkhammer

Merode. Es war ein schöner Abend, auch wenn er ganz anders verlief, als zunächst erhofft. Das Heeresmusikkorps Koblenz unter der Leitung von Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe steuerte am Dienstagabend Merode an. Im Schlosshof nahmen die Profimusiker bei herrlichem Sonnenschein Platz und setzten an zum Marsch „viribus unitis“, bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt: „mit vereinten Kräften“.

Rund 200 Gäste, darunter Schlossherr Charles-Louis Prinz von Merode samt seiner Familie, verfolgten den Auftakt des vielversprechenden Benefizkonzerts.

Konzertant ging es dann weiter mit der Second Suite in F Opus 28 Nummer 2, komponiert von Gustav Holst. Die Akustik vor den Schlossmauern erwies sich als ausgezeichnet, nicht zu hallig und nicht zu trocken. Das Ambiente ist sowieso kaum zu toppen. Das Wort „wundervoll“ entfuhr Schütz-Knospe nicht nur einmal in ihren Ansagen.

Während die Akteure die feinen Klänge der Second Suite, die stellenweise an Debussy erinnert, gekonnt artikulierten, wanderte der Blick der Veranstalter fragend zum Himmel. Auch die brasilianischen Klänge von „Tico Tico“, arrangiert vom gebürtigen Dürener und ehemaligen Leiter des Koblenzer Musikkorps, Robert Kuckertz, halfen nicht mehr weiter. Dicke Wolken rückten immer näher.

Zwar hatten die Musiker ihre Regenjacken bereits im Anschlag, indem sie sie über die Sitzlehnen gelegt hatten, doch was nach einer guten halben Stunde Konzert folgte, das war ein glatter Wolkenbruch. Sowohl die Zuhörer als auch die Musiker klaubten alles zusammen und suchten ein trockenes Dach beziehungsweise stellten sich unter einen Torbogen.

In Windeseile verwandelten sich die ehrwürdigen Schlossräume in quirlige Aufenthaltsräume. Die Schlossbesitzer erwiesen sich als äußerst gastfreundlich, reichten Schalen mit Chips und Erdnüssen.

Als sich abzeichnete, dass der Regen so schnell nicht mehr weichen würde, entschlossen sich die Organisatoren, den Besuchern wenigstens noch ein Abschlussständchen zu spielen. Zwischen Instrumentenkoffern und Schlossinterieur stellten sich die Musiker auf, um einen weiteren Marsch und das Stück „Muss i denn, muss i denn“ zum Besten zu geben.

Mitveranstalter Josef Mohr bedankte sich bei Alexandra Schütz-Knospe und allen Beteiligten für den unvergesslichen Abend. Mohr: „Da soll noch mal einer behaupten, die Bundeswehr sei nicht flexibel und könne nicht improvisieren.“

Hauptveranstalter des außergewöhnlichen Benefizkonzerts in Merode war die im Großraum Düren tätige Sektion der Ritterschaft vom Heiligen Sebastianus in Europa, die sich insbesondere der Wahrung und Stärkung des christlichen Elements im Schützenwesen verschrieben hat. Der Erlös der Open-Air-Veranstaltung dient der fortgesetzten Beseitigung aus dem Jahr 2000 stammender Brandschäden am Schloss.

Die Eintrittskarten, die nun nicht in vollem Umfang ausgeschöpft werden konnten wegen des Wetters, können als Eintrittskarten beim nächsten Weihnachtsmarkt auf dem Schlossgelände genutzt werden. Dies gab der Veranstalter bereits vor dem Konzert wegen des Unsicherheitsfaktors „Wetter in Deutschland“ in den Medien bekannt.

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