Hausstudium in Mariawald

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:

Mariawald. Immer mehr wird er sichtbar, der eigenständige Kurs, den Abt Josef Vollberg und die Mönche des einzigen deutschen Trappisten-Klosters in Mariawald ansteuern.

Nachdem die Ordensleute zumindest beim Stundengebet und in der Messfeier die Rückkehr zu den bei Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils im Oktober 1962 gültigen Normen weitgehend abgeschlossen haben, geht es nun darum, das Leben in der Abtei weiter zu festigen: Gelehrte wie der Neutestamentler Professor Dr. Klaus Berger und der Philosoph Professor Dr. Robert Spaemann sollen der Abtei auf dem Höhenrücken des Kermeter oberhalb von Heimbach bei der internen Ausbildung von Mönchen auf dem Weg zum Priestertum helfen.

„In angemessener Ruhe”

Mit einem Festakt im geschlossenen Kreise soll das erste Semester in Mariawald am Festtag Mariä Lichtmess am heutigen Dienstag eröffnet werden. Abt Josef zu den Hintergründen: „Grund für das Hausstudium ist, dass die Mönche in der klösterlichen Gemeinschaft verbleiben und in der ganz hervorragend ausgestatteten Bibliothek des Klosters ihre Studien in angemessener Ruhe betreiben können.”

Bisher hatten Mariawalder Patres meist an auswärtigen Hochschulen studiert - der heutige Abt etwa an der des Zisterzienser-Klosters Heiligenkreuz im Wienerwald. Andere Mönche wiederum waren zuvor in deutschen Bistümern als Weltpriester tätig und hatten ihre Ausbildung unter anderem in diözesanen Priesterseminaren genossen. Die neue Ausbildung soll im Übrigen nicht nur dem eigenen Nachwuchs offen stehen: „Wenn ihre Oberen es genehmigen”, heißt es in einer Erklärung der Gemeinschaft für die Presse, „können auch Mönche andere Klöster und Kleriker aus Instituten geweihten Lebens am Hausstudium in der Abtei Mariawald teilnehmen.”

Das Studium soll in aller Regel zehn Semester umfassen; die Prüfungszeiten sind darin enthalten. In Seminaren, Vorlesungen, Tutorien und Repetitorien wird nach dem Willen des Abtes und seiner Mitbrüder „eine solide philosophische, theologische, historische und sprachliche Ausbildung” zur heiligen Priesterweihe führen. Die Studienordnung richtet sich nach den Weisungen und Anregungen, die von den Päpsten seit Leo XIII. bis Johannes Paul II. gegeben worden sind.

Maßgebend sind die entsprechenden Regeln (Canones) des allgemeinen Kirchenrechts und die Grundlagen, die sich der Orden gegeben hat. Koordiniert werden die Studiengänge von Dr. Dr. Frank Erich Zehles, der mit seinem Bernardus-Verlag schon seit einiger Zeit in Mariawald ansässig ist.

Anwärter tragen kein Ordenskleid

Derzeit leben 16 Mönche in Mariawald. Zehn von ihnen haben entweder die ewigen oder die zeitlichen Gelübde abgelegt und sich so an das Kloster gebunden.

Drei weitere Trappisten üben sich als so genannte Novizen in einer zweijährigen Probezeit in das mönchische Leben ein.

Noch einmal drei junge Männer gehören momentan zu den „Postulanten” genannten Anwärtern. Im Gegensatz zu den anderen Mönchen tragen sie aber kein Ordenskleid, sondern Zivilkluft.
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