Hausnotruf: 50 Minuten auf Hilfe gewartet

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Ein Knopf, der im Notfall für Hilfe sorgen soll: Immer mehr Menschen im Kreis Düren nutzen den Hausnotruf im Alltag. Foto: biky/stock
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Karl Kintzel Erik Lehwald und Dirk Hucko vom Caritasverband (von links). Foto: gkli

Düren. Milly Blatzheim besitzt seit gut zwei Jahren einen Hausnotrufknopf. Den Auslöser legte sich die 69-Jährige beim Anbieter DRK (Deutsches Rotes Kreuz) zu, um sich im Alltag sicherer zu fühlen. Die Seniorin leidet an Herzrhythmusstörungen.

Milly Blatzheim schildert: „Am Sonntagmorgen saß ich auf dem Sofa, mir war elend, und ich konnte mich nicht bewegen.“ Zum ersten Mal überhaupt drückte sie den Alarmknopf. Milly Blatzheim schilderte der Stimme, die aus der Lautsprecheranlage tönte, ihren Zustand und dachte, dass eine Schwester des DRK „schnellstmöglich“ vor der Tür stehen würde. „Schnellstmöglich“ sei nämlich genau das Wort, das ihr genannt worden sei, als ihr das Angebot für den Hausnotruf unterbreitet wurde.

Doch die Zeit am Sonntag verstrich, der Gesprächspartner am anderen Ende der Verbindung hatte sich verabschiedet. Milly Blatzheim: „Nach einiger Zeit ging es mir besser.“ Die Schwester, die 50 Minuten nach Auslösen des Alarmknopfes zu ihr kam, habe berichtet, dass sie von einem Dürener Außenort in den Kernort fahren musste, um Unterlagen und den Wohnungsschlüssel von Milly Blatzheim abzuholen. Milly Blatzheim stellt nun das System des DRK in Frage.

Ilona Schäfer, Pflegedienstleiterin beim DRK, erklärt: „Wenn der Funk gedrückt wird, meldet sich die Zentrale in Würselen.“ Dort wird eingeordnet, was zu tun ist. An einem Wochentag, sagt Schäfer weiter, würden die Mitarbeiter direkt in Düren starten. „Am Wochenende fahren unsere Mitarbeiter von zu Hause los und müssen in Düren in der DRK-Geschäftsstelle die Haustürschlüssel der hilfebedürftigen Person abholen.“ Auf jeden Fall würden die Kunden aber im Erstgespräch darüber informiert, dass die DRK-Mitarbeiter bis zu 45 Minuten benötigen, um den Kunden zu erreichen. Und genau das, sagt Schäfer, wolle man ab sofort im Rahmen der Qualitätssicherung für den Kunden zusätzlich noch schriftlich fixieren.

Dirk Hucko, Geschäftsführer des Caritasverbandes, erklärt den Ablauf des Hausnotrufdienstes in seinem Haus so: „Wenn einer unserer Kunden den Knopf drückt, dann läuft der Alarm in der Zentrale in Mönchengladbach auf. Die Mitarbeiter dort entscheiden, was gemacht wird.“ Mit dem Eingang des Notdienstes öffnet sich im Computer in der Zentrale die Kundenakte. So wird sofort sichtbar, welche Vorgeschichte der Anrufer hat. Der jeweilige Bereitschaftsdienst nehme immer einen ganzen Satz Schlüssel mit, so dass er sofort zum Kunden fahren könne.

Karl Kintzel, Teamleiter des Hausnotrufdienstes ergänzt: „Der Aufbewahrungsort der Schlüssel ähnelt bei uns einem Hochsicherheitstrakt.“ Hat der Mitarbeiter in der Zentrale nicht den Rettungswagen alarmiert, sondern eine Caritas-Schwester, dann werde mit dem Kunden so lange Kontakt gehalten, bis der Helfer eine Rückmeldung durchgegeben habe. Dirk Hucko zu den Anfahrtzeiten: „In der Regel dauert es bei uns 15 bis 20 Minuten, dann ist jemand vor Ort.“ Beim Malteserhilfsdienst wird ebenfalls die Verbindung zum Kunden so lange gehalten, bis Hilfe vor Ort ist. Die Anfahrtzeit dauert im Schnitt 30 Minuten. Der Verband bekräftigt, wie die anderen Anbieter auch, dass der Hausnotrufdienst nicht mit dem Rettungsdienst verwechselt werden darf.

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