„Haus Maria” ist eröffnet

Von: Stephan Johnen
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Das Team von „Haus Maria”: Raymund Schreinemacher wünschte Sabine Dahlmeyer (Mitte) und ihren Kolleginnen einen guten Start. Foto: Johnen

Düren. Nicht ohne Grund ist keine Geringere als die Gottesmutter Namenspatronin des neuen Mutter-Kind-Hauses auf dem Gelände des Kinderheims St. Josef.

„Maria war eine sehr junge Mutter, die mit widrigen Lebensumständen zu kämpfen hatte. Aber sie hat die Schwangerschaft angenommen und Ja zum Kind gesagt”, sagte Heimleiter Raymund Schreinemacher am Donnerstag bei der Eröffnung des „Hauses Maria”. In der neuen Einrichtung wird jungen Frauen, die ohne fremde Hilfe nicht in der Lage wären, ihr Kind rund um die Uhr zu versorgen und es großzuziehen, unter die Arme gegriffen. Eine Million Euro hat das Kuratorium des Heims als Träger in den Neubau investiert. Ein sechsköpfiges Team um Sabine Dahlmeyer kümmert sich um die Mütter und ihre Kinder.

„Egal, wie widrig die Umstände sind: Abtreibung und damit Tötung kann keine Antwort auf Schwangerschaft sein”, fuhr Schreinemacher vor Gästen aus Politik, Jugendhilfe, Verwaltung und Kirchengemeinde fort. „Das âHaus Maria´ ist ein kompromissloses Ja zum Leben.” Oder mit den Worten von Dürens Bürgermeister Paul Larue: „Dieses Haus singt die Melodie des Lebens.” Die Einrichtung sei eine notwendige Ergänzung in der Jugendhilfelandschaft der Region und ermögliche es, Mütter, die vielleicht selber noch Kinder sind, auf ihrem Weg zu unterstützen, sie zu begleiten, sagte Larue. Zwei Bewohnerinnen sind bereits in das Haus eingezogen, eine Frau hat vor wenigen Tagen entbunden.

Ungewollte, unerwartete Schwangerschaften habe es schon immer gegeben. Das sei kein Drama. „Dramatisch wird es, wenn die Großfamilie nicht mehr wie einst den nötigen Rückhalt bieten kann”, sagte Raymund Schreinemacher bereits im April beim Richtfest des Hauses. Nun ist es die Aufgabe von Sabine Dahlmeyer und ihrem Team, Müttern den nötigen Rückhalt zu bieten.

„Wir wollen jungen Schwangeren die Möglichkeit geben, ihr Leben auf eigene Füße zu stellen”, erklärte die Gruppenleiterin. Viele von ihnen kämen aus zerrütteten Verhältnissen, die Versorgung, Pflege und Erziehung eines Kindes überfordere die jungen Mütter oftmals. Auch die Fähigkeit, eine Mutter-Kind-Beziehung zu entwickeln, sei keine Selbstverständlichkeit. Dort setzt die Arbeit im „Haus Maria” an, in einem behüteten, aber kontrollierten Rahmen. „Wer fit ist, kann bei uns autark leben”, sagte Sabine Dahlmeyer. Das Team unterstütze die Mütter und ihre Kinder mit ganz konkreter Hilfe bei Problemen im Alltag, aber auch bei der Ausbildungsplatz- und Stellensuche und beim Nachholen eines Schulabschlusses.

Aufgenommen werden Mütter bis 30 Jahre. Das Konzept sieht vor, dass sie je nach Bedarf bis zu zwei Jahre im „Haus Maria” leben können. In dieser Zeit sollen die Frauen auch mit dem bestehenden Hilfsnetzwerk in Stadt und Kreis vertraut gemacht werden. Das Team will Müttern, die soweit sind, eine eigene Wohnung zu beziehen, anschließend auch bei der Herbergssuche helfen und sie beim Übergang in diesen Lebensabschnitt tatkräftig begleiten. Aber das ist Zukunftsmusik. Zumindest heute noch.
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