Heistern - „Haus Horst“ seit fast 140 Jahren in Familienbesitz

„Haus Horst“ seit fast 140 Jahren in Familienbesitz

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
Christa Heinen
Christa Heinen führt den Familienbetrieb „Haus Horst“ in Heistern in der vierten Generation. Foto: Sandra Kinkel
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Der Betrieb ist seit seiner Gründung vor fast 140 Jahren in Familienbesitz.

Heistern. „Ich war als Kind mehr bei meinen Großeltern in der Gaststätte als woanders. Dort war ja auch immer etwas los.“ Christa Heinen lächelt. Ein Leben ohne „ihr Haus Horst“ kann sich die rüstige 75-Jährige und begeisterte Köchin überhaupt nicht vorstellen.

Gemeinsam mit ihrem Mann Wilhelm Josef führt sie seit 39 Jahren den Betrieb im Langerweher Ortsteil Heistern, seit fast 140 Jahren ist die Gaststätte im Besitz ihrer Familie – und das ohne Unterbrechung.

„Wir werden wohl die Letzten sein, die das Restaurant führen“, sagt Christa Heinen. „Unsere Kinder haben andere berufliche Wege eingeschlagen.“ Und auch bei Christa und Wilhelm Josef Heinen sah es zunächst nicht so aus, als würden sie einmal ihre ganze Liebe und Arbeitskraft in „Haus Horst“ stecken. Eigentlich hatte nämlich eine Cousine von Christa Heinen das Lokal vom gemeinsamen Großvater übernommen. „Erst als sie Witwe wurde und den Betrieb nicht mehr weiterführen konnte, haben wir ihn übernommen.“

Als Christa Heinens Großvater Johann Horst den Betrieb von seinem Vater Wilhelm übernommen hat, war „Haus Horst“ das, was man im besten Sinne eine Kneipe nennt. „Es gab einen großen Thekenbereich und einen Saal, in dem viele Feste gefeiert worden sind“, erzählt Christa Heinen. „Und im Angebot waren Russenei, Wurst mit Pommes frites und Schnittchen mit Kartoffelsalat.“ Es sei früher vollkommen normal gewesen, sich auf ein oder zwei Bier in der Kneipe zu treffen. „Das kennt man heute kaum noch. Der Thekenbetrieb spielt fast überhaupt keine Rolle mehr.“

Das war Christa Heinen auch schon vor 40 Jahren klar, als sie den Familienbetrieb übernommen hat. „Ich habe keine Sekunde überlegt, als meine Cousine mich gefragt hat. Ich habe sofort zugesagt, den Betrieb zu übernehmen. Ich hänge einfach zu sehr an diesem Geschäft. Und das war schon immer so.“ Und obwohl sie ja nicht in der Gastronomie gelernt und Ehemann Wilhelm Josef als gelernter Elektriker auch keine Erfahrungen in dieser Branche hatte, haben die Heinens die Ärmel hochgekrempelt und angefangen zu arbeiten. Christa Heinen: „Die Gaststätte war ziemlich heruntergewirtschaftet. Wir mussten uns das Vertrauen unserer Kundschaft wieder ganz neu erarbeiten.“

Christa Heinen hat Kurse an der Hotelfachschule im bayerischen Alt-Ötting belegt und dort richtig Kochen gelernt. „Ich wollte von Anfang an aus Horst ein Speiselokal machen“, sagt Christa Heinen. „Und das habe ich auch gemacht.“ Von Beginn an hat Christa Heinen immer mit frischen Produkten gekocht, feine Saucen sind ihre Spezialität. „Manchmal bringt mein Mann mir 40 Kilogramm Kalbsknochen, die ich dann zu einer Soße mache. Bei uns steht immer ein Kessel auf dem Herd, in dem Knochen und Gemüsereste als Basis für eine Soße kochen. Mein Mann nennt mich manchmal ‚Frau Frisch‘.“

Schwierige Personalsuche

Auch wenn sie sehr an ihrem Betrieb hängen und sich auch nach fast 40 Jahren sehr über das Lob der Gäste, die gerne nach Heistern kommen, freuen, suchen die beiden nach einem Käufer für „Haus Horst“. „Ich liebe meinen Beruf und den Umgang mit den Gästen“, sagt Christa Heinen, „aber es wird natürlich auch immer anstrengender.“ Darüber hinaus sei es im Laufe der Jahrzehnte auch immer schwieriger geworden, Personal für die Küche zu finden. Wenn sich ein geeigneter Käufer für „Haus Horst“ findet, sind die Heinens auch bereit zu verkaufen. Aber wenn ich den Betrieb in gute Hände abgeben kann, werde ich es auch tun. Auch wenn es mir sehr schwer fallen wird. “

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