„Haus Horn“: Unsichere Zukunft

Von: Fred Schröder
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Willi Zehnpfennig (l.) präsentiert mit einem Aussteller ein Motorrad aus dem Jahr 1941. Foto: fjs

Oberzier. Wenn der „Initiativkreis Haus Horn“ ruft, haben meist die Besitzer alter Traktoren, Landmaschinen oder betagter Fahrzeuge aller Art offene Ohren. So war es auch bei der 19. Oldtimer-Ausstellung rund um das historische Haus an der Siefstraße. „Nein, es sind nicht so viele wie sonst“, sagt Willi Zehnpfennig als ein maßgeblicher Organisator des Treffens.

„Nein, es sind nicht so viele wie sonst“, sagt Willi Zehnpfennig als ein maßgeblicher Organisator des Treffens. Die tropische Hitze forderte eben auch hier ihren Tribut. Verständlich, denn wer hat schon große Lust, sich bei Temperaturen um die 40 Grad auf den tuckernden Trecker zu setzen? Und dennoch: Auch diesmal waren die „alten Freunde“, wie Zehnpfennig sie nennt, dabei.

„Das ist fast schon eine Familie“, erklärt Zehnpfennig mit Blick auf die Gruppe der „Adler“-Sammler; jene Motorrad-Enthusiasten, die sich zusammengefunden haben, um die in Frankfurt zwischen 1948 und 1957 gebauten Motorräder zu pflegen und fahrbereit zu halten. Die Firma Adler baute nicht nur Motorräder, sondern auch Fahrräder und Schreibmaschinen sowie Bürogeräte aller Art. Später übernahm Grundig das Unternehmen, das inzwischen aber von der Bildfläche verschwunden ist.

Zu den „alten Freunden“ zählen die Oberzierer auch den Besitzer eines Original-Käfers aus dem Jahr 1960. „Mit noch 30 PS“, sagt der Besitzer und erzählt: „Als mein Vater das Auto kaufte, hatte der noch Winker. Wenige Tage später kam der Käfer mit 34 PS auf den Markt und Vater musste statt der Winker Blinkleuchten einbauen“. Noch heute läuft das betagte Auto mit dem damaligen Original-Kennzeichen des Kreises Erkelenz.

Die Oldtimer-Ausstellung ist die einzige Veranstaltung, die vom reichhaltigen Angebot des Initiativkreises übriggeblieben ist.

Weihnachts- und Häkelmarkt wurden eingestellt, der Backofen bleibt kalt und auch das Schmiedefeuer ist aus. Das „Haus Horn“, das der Gemeinde gehört und vom Initiativkreis unterhalten wird, muss um seine Zukunft bangen. „Anfangs waren es an die 20 Leute, heute ist noch eine Handvoll übriggeblieben“, klagt Willi Zehnpfenning. „Wir werden alle älter; es fehlt einfach der Nachwuchs“, bedauert er. Viel wurde gestiftet und gebaut im „Haus Horn“, das auf kleinem Raum beim näheren Hinsehen wie ein „Dorf im Dorf“ wirkt. Die wenigen Aktiven hatten wieder Zelte aufgebaut, Bänke und Tische bereitgestellt, damit die Oldtimer-Freunde mit den Besuchern ins Gespräch kommen konnten. „Es wäre schade, wenn das, was hier aufgebaut wurde, nicht weiter geführt würde“, sieht Zehnpfennig der Zukunft von „Haus Horn“ mit einem Anflug von Resignation entgegen.

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