Nörvenich - Hauptschulstandort Nörvenich akut gefährdet

Hauptschulstandort Nörvenich akut gefährdet

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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Durch rückläufige Schülerzahlen in ihrer Existenz bedroht: die Hauptschule Nörvenich. Foto: Abels

Nörvenich. Quo vadis Hauptschule Nörvenich? Rückläufige Schülerzahlen infolge des demographischen Wandels und ein immer geringer werdendes Interesse an der Schulform selbst gefährden die Zukunft des Standorts und rufen die Gemeinde auf den Plan, sich als Schulträger Gedanken über Auswege und Alternativen zu machen.

Werden derzeit noch 174 Schüler unterrichtet, so sinkt die Zahl bis zum Schuljahr 2015/2016 auf unter 150. Schon für das kommende Schuljahr steht die Bildung einer Eingangsklasse im fünften Schuljahr in Frage.

Mit lediglich zehn Anmeldungen liegt die Hauptschule deutlich unter der vom Land geforderten Mindeststärke von 18 Schülern. Ganze sieben der zehn Anmeldungen stammen aus dem Gemeindegebiet, während einige Eltern benachbarte Schulstandorte favorisieren.

„Zeit gewinnen”

Nach einem Gespräch mit Schulrat Lemoine bei der Bezirksregierung Köln ist Bürgermeister Hans Jürgen Schüller verhalten zuversichtlich, dass die Bildung der Eingangsklasse ausnahmsweise genehmigt wird.

„Damit würden wir Zeit für weitergehende Überlegungen gewinnen”, betont der Bürgermeister, der nüchtern betrachtet spätestens ab dem Schuljahr 2011/2012 Kooperationen mit den beiden übrigen Hauptschulen im südlichen Kreisgebiet, im benachbarten Vettweiß und in Kreuzau, für unabdingbar hält, schließlich hätten alle drei Schulen ähnliche Probleme.

Gleichzeitig rät Schüller eindringlich davon ab, mit hohen Investitionen verbundene Experimente einzugehen, ohne zu wissen, in welche Richtung die künftige Landesregierung in punkto Hauptschule tendiert.

Welche Alternativen gibt es? Die Umwandlung der Haupt- in eine Ganztagsschule kommt angesichts der geringen Schülerzahlen wohl nicht in Frage - das NRW-Schuzlministerium setzt eine dauerhaft gesicherte Zweizügigkeit voraus -, und sie ist laut Leiterin Karin Hennecke wohl auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

Die Gründung einer Verbundschule - der organisatorische Zusammenschluss von Real- und Hauptschule - hat gleich mehrere Haken. Zum einen müsste ein Realschulzweig erst noch gegründet werden, zum anderen müssten beide Zweige zusammen dreizügig geführt werden.

Das aber lassen die Schülerzahlen auch im Bereich der Realschüler aus dem Gemeindebereich nicht zu, von den eingeschränkten räumlichen Kapazitäten der jetzigen Hauptschule ganz zu schweigen. Gleiche Hindernisse sprechen gegen die Umwandlung in eine Gesamtschule, die sogar vierzügig sein müsste.

Solange die Einzügigkeit gesichert sei empfiehlt Schulrat Josef Lemoine vom Kreis Düren auch keinen Schulverband mit anderen Gemeinden anzustreben. Gerade für Hauptschüler seinen kleinere, überschaubare Systeme besser als große und eine individuelle Förderung eher gegeben. Er kommt zu dem Schluss, das jetzige System in Nörvenich beizubehalten und das Ergebnis der anstehenden Strukturdebatte zur Zukunft der Hauptschule abzuwarten.

Während Ingola Schmitz von der FDP fordert, das Angebot der Schule so zu erweitern, dass sie auch attraktiv für Eltern aus anderen Kommunen wird, warnt Bürgermeister Schüller davor, jetzt in einen interkommunalen Kampf um jeden Schüler einzusteigen, mit dem Ziel den eigenen Standort gegen andere zu verteidigen.

„Angesichts der demographischen Entwicklung ist jetzt ein gemeindeübergreifendes Konzept vonnöten”, appelliert Schüller zur Besonnenheit. Die SPD regt derweil bereits einen Schulverbund mit Vettweiß an. Drei Schuljahre könnten in Nörvenich, drei in Vettweiß unterrichtet werden, erklärt ihr Sprecher Peter Erken.

In welche Richtung die weiteren Überlegungen gehen, hängt aber erst einmal von der Entscheidung des Düsseldorfer Schulministeriums ab, auch mit zehn Schülern eine Eingangsklasse für das Schuljahr 2010/2011 zu genehmigen. Schulleiterin Karin Hennecke plant zumindest einmal in diese Richtung.

Weniger Grundschulkinder, aber steigender Betreuungsbedarf

Die Grundschulen in Nörvenich und Eschweiler über Feld besuchen derzeit noch 438 Schüler. Bis zum Schuljahr 2014/2015 wird die Zahl auf insgesamt 360 sinken (-17,8 Prozent).

Ungeachtet des Wahlverhaltens der Eltern trifft der Rückgang den Standort Nörvenich stärker. Dort wird ein Rückgang von mehr als 20 Prozent erwartet, so dass die derzeitige Dreizügigkeit zurückgefahren werden muss.

Von einer „positiven Entwicklung” spricht der CDU-Fraktionsvorsitzende Stephan Küpper bei der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS). In Nörvenich werden im kommenden Schuljahr rund 70 Ganztagskinder die OGS besuchen. 75 Plätze stehen zur Verfügung. Darüber hinaus können weitere 15 so genannte Mittagskinder bis 13.15 Uhr betreut werden.

In Eschweiler über Feld (50 Plätze) werden im Ganztagsbereich im kommenden Schuljahr 37 Kinder erwartet, so dass die Zahl der „Mittagskinder” (derzeit 20) begrenzt werden muss, obwohl dieses Angebot gerne 35 Eltern in Anspruch nehmen würden.

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