Nörvenich - Hauptschule Nörvenich vor dem Aus

Hauptschule Nörvenich vor dem Aus

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
hs_nörv4_xxx
Kann im Schuljahr 2011/12 keine Eingangsklasse mehr gebildet werden, steht die Hauptschule Nörvenich vor dem Aus. Alternative Konzepte drohen an den rückläufigen Schülerzahlen zu scheitern. Foto: Abels

Nörvenich. Wie sieht die Schullandschaft im Kreis Düren angesichts dramatisch sinkender Schülerzahlen künftig aus? Ein Schulentwicklungsplan soll diese Frage beantworten.

Erste Ergebnisse sollen im Frühjahr vorliegen. Für die Hauptschule Nörvenich könnten sie zu spät kommen.

Denn bereits im März muss die Hauptschule dem NRW-Schulministerium die Zahl der Neuanmeldungen für das 5. Schuljahr mitteilen. Und wie schon für das laufende Schuljahr, in dem die Bildung einer Eingangsklasse mit zehn statt der notwendigen 18 Schüler nur mit einer einmaligen Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung möglich wurde, sieht die Tendenz nach einer Elternbefragung alles andere als gut aus. Unter den 40 Prozent der Eltern von Viertklässlern, die antworteten, will keiner sein Kind an einer Hauptschule anmelden.

Aufpeppen zu Lasten anderer Standorte unstatthaft

Gleichzeitig ist die Suche nach alternativen Schulformen zur Rettung des Standorts Nörvenich - die FDP kündigte im Schulausschuss noch einmal ein neues Konzept an - für Bürgermeister Hans Jürgen Schüller alles andere als der Königsweg. Denn nach Auskunft des Ministeriums müssen wie auch immer geartete Schulprojekte mindestens dreizügig starten. „Die dafür benötigte Schülerzahl werden wir nicht erreichen, zumal Nachbarstandorte auch nicht gefährdet werden dürfen. Das Aufpeppen unseres Standorts zu Lasten anderer ist also nicht statthaft.”

Bei den derzeit hochgerechneten Schülerzahlen würden selbst Kooperationsmodelle mit der ebenfalls bedrohten Hauptschule Vettweiß - beispielsweise eine Schule mit zwei Standorten - langfristig nicht zum Erfolg führen. „Wir haben einfach viel zu wenige Kinder”, bringt Schüller das Problem vieler Flächengemeinden unter 15.000 Einwohnern auf den Punkt, das schlimmstenfalls zum Aus beider Hauptschulstandorte führen könnte.

„Wir werden es auch in Zukunft nicht verhindern können, dass Eltern aus Binsfeld ihre Kinder nach Düren und Eltern aus Pingsheim ihre Kinder nach Lechenich zur Schule schicken”, verweist der Bürgermeister auf ein Problem, dass auch in der Nachbargemeinde Vettweiß latent ist.

Und dazu kommt noch die ungeklärte Frage, ob die 40 Prozent Schüler, die heute schon aus der Gemeinde Merzenich zur Hauptschule Nörvenich fahren, den weiteren Weg Richtung Vettweiß überhaupt akzeptieren würden. Konrektorin Karin Hennecke hält das für ebenso unrealistisch wie Bürgermeister Schüller eine von SPD und Grünen geforderte Kooperation mit der Gemeinde Kreuzau. Diese sei bei drei weiterführenden Schulen im Zentralort verständlicherweise zuerst einmal um den Erhalt des eigenen Standorts bemüht.

Und weil der Bürgermeister mit einer weiteren Ausnahmegenehmigung zur Bildung einer Eingangsklasse in Nörvenich nicht rechnet, bereitet er die Bevölkerung schon einmal vorsichtig darauf vor, wie die Zukunft aussehen könnte: „Ich habe keine Hemmungen zu sagen, dass ein ortsnahes Schulanangebot auch außerhalb der Gemeinde liegen kann.” Ohne Eingangsklasse 2011/2012 sei das Aus der Hauptschule besiegelt, ist Karin Hennecke sicher. Das Anmeldeverhalten der Eltern wird entscheiden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert