Nörvenich - Hauptschule Nörvenich kämpft gegen das drohende Aus

Hauptschule Nörvenich kämpft gegen das drohende Aus

Von: Jörg Abels
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Hoffen, dass die Hauptschule Nörvenich noch eine Zukunft hat: Lehrerin Heidemarie Pachur-Beinling (l.) und Rektorin Karin Hennecke. Foto: Abels

Nörvenich. Die Situation ist ernst. Die Zahl der Kinder, die an der Hauptschule Nörvenich angemeldet werden, ist stark rückläufig. Schon im laufenden Schuljahr konnte eine 5. Klasse nur Dank einer Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung Köln gebildet werden.

Und für 2011/12 sieht es nach einer Elternbefragung nicht viel besser aus. Aufgeben aber kommt für das 16-köpfige Kollegium um Rektorin Karin Hennecke nicht infrage. Auch wenn allen Beteiligten klar ist, dass es eine weitere Ausnahme nicht geben wird und ohne Eingangsklasse das Aus der Schule besiegelt wäre.

„Wir können nur hoffen, dass die Eltern so vernünftig sind, bei der Schulwahl nicht mehr von ihren Kindern zu fordern als sie auch tatsächlich leisten können”, betont Lehrerin Heidemarie Pachur-Beinling mit Blick auf die mit Spannung erwarteten Anmeldezahlen im kommenden März. In ihren 28 Jahren an der HS Nörvenich musste die Pädagogin immer wieder miterleben, wie Jugendliche in der 7. oder 8. Klasse von der Realschule zur Hauptschule wechseln mussten, dann aber ob ihres „Versagens” absolut demotiviert waren. „Deshalb sollten die Eltern ganz genau überlegen, welche Schule für ihre Kinder geeignet ist.” Und Karin Hennecke ergänzt: „Die positive Resonanz auf unsere pädagogische Arbeit lässt uns hoffen, dass die Mund-zu-Mund-Propaganda so nachhaltig ist, dass unentschlossene Eltern ihre Kinder bei uns in guten Händen wissen.”

Dabei verweist die Rektorin vor allem auf die individuelle Förderung der Schüler in kleinen Gruppen und die gezielte Berufswahlvorbereitung. „Jedes Jahr besuchen die GHS Nörvenich Schüler, die aufgrund ihrer Leistungen und sozialen Kompetenzen eine spezielle Förderung erfahren, die später einen Wechsel zur Real- oder Gesamtschule ermöglicht.” Nach einer Diagnose in der Klasse 5 werden die Schüler nach dem individuellen Förderbedarf in kleinen Lerngruppen zusammengefasst, die meist von einer Förderschullehrerin geleitet und auch in den Ferien fortgesetzt wird.

„All diese Maßnahmen stehen unter der Devise Fördern statt Sitzenbleiben”, erklärt die Rektorin. Und ab Klasse 7 stehe eine intensive Berufsvorbereitung im Mittelpunkt. Auf dem Weg zu den verschiedenen Abschlüssen würden die Schüler nicht nur von Lehrern, sondern auch vom Schulsozialarbeiter begleitet, einige hätten die Chance, sich über praxisorientierte Berufsorientierungsprojekte auf die Anforderungen der Ausbildung vorzubereiten, andere würden von einem Berufseinstiegsbegleiter ab der 9. Klasse bis in die Ausbildung hinein betreut.

Mit der Hoffnung auf die Vernunft der Eltern und den Verweis auf die Vorzüge der Schule allein aber belässt es das Kollegium nicht. Am 20. und 21. Dezember bietet die Hauptschule Viertklässlern aus dem Gemeindegebiet die Chance, einmal für ein paar Stunden in den Unterricht hineinzuschnuppern. Und die Pädagogen sind auch offen für neue Konzepte, beispielsweise eine Kooperation mit der ebenfalls bedrohten HS Vettweiß oder für einen Schulversuch mit neuen Ausrichtungen. Allerdings - und daraus macht Heidemarie Pachur-Beinling - sind viele Lehrer auch enttäuscht von der Gemeinde als Schulträger. Die Folgen des demographischen Wandels seien auf die lange Bank geschoben worden.
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