Hansi Hinterseer bringt Alpenglühen in die Arena

Von: Hannes Schmitz
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Ein Abend ganz nach dem Geschmack von Volksmusikfreunden: Hansi Hinterseer präsentierte mit seiner Begleitband „Tiroler Echo“ in der Arena stimmungsvolle Schlager und eingängige Melodien fürs Herz. Foto: han

Düren. Vom Weltklasseskiläufer zum Volksmusikanten und schier unverwüstlichen Barden auf deutschen Volksmusikbühnen: Auch nach 20 Jahren im Musikgeschäft schaute Hansi Hinterseer nur nach vorne und brachte Alpenglühen und heile Welt in die mit über 1800 Zuhörern gefüllte Arena Kreis Düren.

Ein Star der Volksmusik zum Anfassen, der auf den Brettern zu Hause zu sein scheint. Geschickt wie einst, als er im Slalom und Riesenslalom Erfolge feierte, sechs Weltcup-Rennen gewann und zweimal Profi-Weltmeister in der Abfahrt wurde, fädelte er auch auf den Bühnenbrettern kaum ein und verstand es, das überwiegend ältere Publikum in Begeisterung zu versetzen. „Der hat Ausstrahlung“, kommentierte ein weiblicher älterer Fan den Auftritt. Mit einer Rose in der Hand stürmte sie zur Bühne und seufzte: „Der Hansi ist ein schöner Mann!“.

Wer weniger euphorisch war, sah einen gerade 60 Jahre alt gewordenen Sänger, der durchtrainiert wirkte und eher auf „Berufs-Jugendlicher“ getrimmt war. Seine Welt sind die Berge, gerne erklimmt er „schwindelnde Höhen, präsentiert sich als Tiroler, der „draußen zu Hause ist“. Einspielungen auf der Bühnenleinwand zeigten ihn in der äußerst ansehnlichen Kitzbühler Bergwelt; ein Mann, der gerne mit seinem Hund kuschelt, sich als Falkner versucht, äsende Hirsche betrachtet, an lauschigen Kaminfeuern innehält und mit seinen Volksmusikfreunden gerne an verschiedenen Drehorten lacht.

„Seid‘s gut beieinander?“

Das Publikum wollte mit dabei sein beim „Wahrer der heilen Welt“, der den „Wilden Kaiser“, den Großglockner und den Hahnenkamp vor der Tür hat und noch immer „auf der Streif Schuss fährt“. Tausendfach schallte daher dem Volksmusiker ein „Ja“ entgegen, als er fragte: „Seid‘s gut beieinander?“

Gesangliche Bergvagabunden wie ihr Idol wollten die gesetzten Herrschaften und Hinterseer- Fans sein und waren prompt vom ersten Lied an im Schunkel-, Mitklatsch- und Mitsing-Modus. Wieder ein paar Songs weiter wurde in der Halle getanzt. Auf der Bühne drehte sich der „Bergbub-Troubadour“ elegant mit einer Sängerin im Walzertakt, neben und vor den Zuschauerreihen machten es ihm Besucher nach.

Hansi Hinterseer hatte es leicht, sein Publikum für sich zu gewinnen. Der Strahlemann auf der Bühne strahlte mit seinen Fans um die Wette, die wiederum fast aus dem Häuschen gerieten, als der Sänger „eine forsche Runde durch die Halle walkte“ und voll gepackt mit Blumen zur Bühne zurückkehrte. Hinterseer präsentierte sich als Star zum Anfassen, der kurzzeitig zum Blumenhändler wurde, aber wohl auf die Zeit achten musste. Sonst wäre der Auftritt wohl zum „Endlos-Konzert“ geworden.

Seine Lieder von den Bergen, der Liebe und der Zweisamkeit, manchmal mit etwas österreichischem Schmäh, waren gängig volkstümlich instrumentalisiert. Sie setzten sich, ob man wollte oder nicht, in den Gehörgängen fest.

„Heute ist Dein Tag“ suggerierte der Alpenbarde in seinem Programm und sang aus voller Brust „Männer aus den Bergen haben alle Frauen gern“ und definierte „Liebe auf den ersten Blick als eine gefährliche Augenkrankheit“. Der Stangenspezialist von einst sang und erzählte von Sehnsucht und Freiheit. Das Publikum fand alles „bärig“, wie sich der Sänger mehrfach bestätigen ließ. Gleichzeitig wirkte der 60-Jährige authentisch. Es klang echt, wenn er sich auf der Bühne verbal für Naturschutz einsetzte und die Wichtigkeit der Natur betonte. „Was ich mache, mache ich aus meinem Herzen heraus“, erklärte er eindringlich.

Bei seinem Dürener Konzert hatte Hansi Hinterseer mit dem „Tiroler Echo“ erstklassige Musiker an seiner Seite, die stimmlich halfen oder einsprangen und für die eingefleischten Fans ansteckende Gute-Laune-Musik mit stimmungsvollen Schlagertiteln und eingängigen Melodien für Herz spielten, was letztlich zu nicht enden wollendem Beifall führte. Es war ein Abend, der so ganz nach dem Geschmack der Volksmusikfreunde war.

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