Hans Wabbel ist gestorben

Von: Burkhard Giesen
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Hans Wabbel, 24 Jahre Technischer Beigeordneter und Baudezernent der Stadt Düren, ist im Alter von 65 Jahren gestorben und im engsten Familienkreis beigesetzt worden.

Düren. Der frühere Technische Beigeordnete und Baudezernent von Düren Hans Wabbel ist tot. Wabbel starb nach schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren kurz nach Weihnachten.

Die Beerdigung erfolgte auf Wunsch der Familie bereits jetzt im Familienkreis. 

Wabbel, der an der RWTH in Aachen Architektur studiert hatte und später unter anderem einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Dortmund für das Hauptfach Städtebau ausübte, hat als Baudezernent 24 Jahre lang bis zu seinem Ausscheiden aus der Verwaltung im November 2011 das Gesicht der Stadt entscheidend mitgeprägt.

Und das durchaus gewollt nicht immer zum Wohlgefallen aller. „Populär ist, was kuschelig und gemütlich ist“, hatte Wabbel zu seinem Abschied mit Blick auf den Streit um den von ihm wesentlich voran getriebenen Anbau ans Dürener Leopold-Hoesch-Museum formuliert und damit deutlich gemacht, dass Anbau plus neu gestalteter Vorplatz samt Rückriem-Kunstwerk als Einheit zu betrachten sei, als „Ensemble, das den Blick auf Düren wieder herstellt“ – egal, ob es den Geschmack der Bürger trifft.

Den hatte Wabbel hingegen zum Dienstantritt als Technischer Beigeordneter 1987 getroffen. Sein erstes Projekt damals: die Sanierung des Grüngürtels, der ihm immer sehr am Herzen lag. Von einem „städtebaulichen Schatz“, den er zu Dienstbeginn habe heben dürfen, hatte Wabbel stets gesprochen und sich fortan auch in Bauverein und Baugenossenschaft engagiert, so gehörte er sowohl dem Vorstand des Bauvereins an, wie er auch lange Aufsichtsratsvorsitzender der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft war.

„So hat er denn auch seine beiden Funktionen in Genossenschaft und Bauverein dazu genutzt, die Sanierung des Bestandes zu forcieren und so den Fortbestand zu sichern“, sagt die Geschäftsführerin des Dürener Bauvereins, Dagmar Runge, heute. Und: „Das hat er zu jeder Zeit mit dem notwendigen Augenmaß betrieben. Er wurde nicht müde darauf hinzuweisen, dass der Grüngürtel vom Ursprung her eine Arbeitersiedlung gewesen sei und ihn die heute Agierenden nicht verfremden dürften.“

Zum gleichen Zeitpunkt Ende der 1980er Jahre ist Wabbel ein anderes Kunststück gelungen: Im erbittert ausgetragenen Streit, ob die Innenstadt komplett für den Verkehr gesperrt und zur Fußgängerzone umgewandelt werden sollte, konnte Wabbel mit Augenmaß vermitteln und letztlich auch die heute selbstverständliche Partnerschaft zwischen Stadt und IG City mit begründen. Dazu gehörte auch die Diskussion um das Stadtcenter, die nicht weniger erbittert ausgetragen wurde.

Wabbel hatte den Bau stets als Weiterentwicklung der Innenstadt befürwortet, umgekehrt aber auch davor gewarnt, ihn als Endpunkt dieser Entwicklung zu betrachten. Diese Balance, auf der einen Seite die Innenstadt zu schützen und auf der anderen Seite auch Innovation zuzulassen, war genau der Spagat, den Wabbel als Baudezernent beherrschen musste. Dabei ging Wabbel in vielen Fällen durchaus sehr pragmatisch vor, wenn er den Eindruck hatte, dass sich etwas in die falsche Richtung entwickelt. So zum Beispiel auch bei der von ihm selbst mit getroffene Entscheidung, den Busverkehr aus der Innenstadt zum Bahnhof zu verlagern, den er später zurück nahm.

Wabbel konnte unbequem sein, weil er nicht immer das sagte, was Politik oder Bürger von ihm hören wollten und sich eine eigene Position bewahrte. Er konnte auch arrogant wirken, wenn man ihn nicht kannte. Spätestens am Beispiel seines Einsatzes für den Grüngürtel wurde aber auch stets deutlich, dass sich Wabbel, der sich auch als Stadtplaner verstand, stets auf soziale Aspekte konzentrierte und versuchte, dem Ideal der sozialen Architektur gerecht zu werden.

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